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„Zum Süden, zum Süden hin…“: 8 Monate im Eis übernachten 23. Februar 2010

Posted by DL2MCD in Mal was Positives.
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Als ich ein Kind noch war
da war mir gar nicht klar
wohin die Vögel ziehn
wenn kalt schon die Winde wehn.

Der Vater lachte leis
die fliehn vor Schnee und Eis
fliegen nach Süden
um immer die sonne zu sehn

Nach Süden nach Süden
wollte ich fliegen
das war mein allerschönster Traum
Hinter dem Hügel
wuchsen mir Flügel
um vor dem Winter abzuhaun

So ein alter Ostrock-Song von Lift, handelnd von der Sehnsucht nach Freiheit und Wärme, die im Osten natürlich besonders groß war.

Robert Schwarz aus Germering hat diese Sehnsucht auch verspürt. Nach Süden, ganz nach Süden.

Er studierte nach dem Schulbesuch am Carl-Spitzweg-Gymnasium Physik – und hat mittlerweile 6 Jahre am südlichsten Punkt dieses Planeten übernachtet. 90° Süd. Antarkis. Südpol. Im ewigen Eis.

zumsuedenhin

Wir hatten rein zufällig von seinem zweistündigen Vortrag heute abend erfahren. Ich wußte noch nicht einmal, daß es direkt am Südpol eine Polarstation gibt. Ich dachte immer, die sind nur am Rande der Antarktis zu finden.

Wer die Gelegenheit hat, sollte sich das unbedingt ansehen: Tolle Polarlichtaufnahmen und 24-Stunden-Zeitraffer-Filme, wie sich die Sonne langsam innerhalb von Wochen unter den Horizont schraubt. Und natürlich Bilder vom Alltag in einer Polarstation. Wo man sich bei -70°C an den „Strand“ in die Sonne legt und bei -30°C von Hochsommer spricht. Wo die Computer trotzdem überhitzen: Weil die Luft auf 3500 m Höhe zu dünn ist. Wo man niemals im Freien in Pinkelnot kommen sollte, weil die Dicke der Bekleidung die temperaturbedingte Kürze des Ablaßventils so gewaltig übersteigt, daß das nur in die Hose gehen kann – und zu üblen Erfrierungen führen würde. Wo Flugzeuge nur über -50°C nach 3 Stunden Flug landen dürfen, aber nur mit laufenden Motoren, damit sie nicht einfrieren.

Und wer Robert Schwarz aka „Iceman“ nicht live erleben kann – dummerweise ist er ja meist am Südpol, ohne vernünftige Bahnanbindung – sollte sich mal auf seiner Website umschauen – aber mit Popupblocker…

Und heimlich in der Nacht
hab ich mich aufgemacht
wollte nach Süden gehn
um immer die Sonne zu sehn
So lief ich querfeldein
wohl über Stock und Stein
doch gar nicht weit hinterm Haus
da fiel schon der erste Schnee

Dieser Eintrag war eigentlich am 19.10.2009 auf Blogjournalisten.com erschienen – einem Gemeinschaftsblog, das jedoch wegen eines nicht so gemeinschaftlichen Webmasters nach kurzer Zeit wieder verstarb.

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