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Rezensionen in diesem Blog 25. April 2010

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Rezensionen.
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Viel gestritten wird in der Blogosphäre darum, ob Rezensionen und Produktbesprechungen „echt“ sind oder „bezahlt“.

Nun, im Journalismus sind Rezensionen immer „bezahlt“, denn es gibt Honorar dafür. Blogs sind dagegen Hobby, haben vielleicht mal 10 c Einnahmen durch Werbung, z.B. für einen Amazon-Link.

Gemeint ist aber eher, ob das Unternehmen, von dem das rezensierte Produkt ist, dafür bezahlt oder Freiexemplare verteilt hat.

Dazu kann ich nur sagen: Mir hat man in meiner ganzen Journalistenlaufbahn nie Geld für eine „positive“ Rezension geboten, und ich würde das auch nicht machen. Ich habe auch dann bei Produkten Schwachstellen erwähnt, wenn ich selbst mit dem betreffenden Unternehmen vertraglich verbunden war. Auch, wenn mir dies leider zuletzt eine höhere vierstellige Schadenssumme eingebracht hat, weil Schreiber so ehrlich dann halt doch wieder nicht sein dürfen und man mir dann kurzerhand aus Rache meine echte Einnahmensquelle (ein Buch bei einem anderen Verlag) „abgeschossen“ hat. Dabei hatte ich zuvor auch andere Produkte aus jenem Haus besprochen und positiv beurteilt.

Ebenso habe ich Produkte gelobt, wenn sie gut waren, auch wenn dann prompt spekuliert wurde „der hat wohl die Kamera geschenkt bekommen“ (nein, habe ich nicht!).

Leider hat mein Chef das dann aber geglaubt und ich durfte keine solchen Tests mehr schreiben – ich hätte Vergleichstests mit mindestens 3 Produkten machen müssen. Alleine, und bei einem Quotum von 1-2 Artikeln pro Tag! Dazu benötigt es anderswo eine ganze Redaktion und Wochen, das kann einer alleine nicht. D.h., ein Meckerer hat all denen, die die Tests schätzten, das erfolgreich kaputtgemacht. Sicher nicht absichtlich, aber so groß ist das Mißtrauen in der „Neidbranche“ leider…

Oder – wenn man nachts um 1 in ein 80 km entferntes Kino fährt, um eine Rezension zu schreiben – dann mag die Karte umsonst gewesen sein, doch der Zeitaufwand und die Fahrerei und das Parkhaus haben ein Vielfaches gekostet. Warum da dann irgendwelche Geier noch neidisch sein müssen, ist mir ein Rätsel – es hindert sie doch niemand, selbst eine Rezension zu schreiben!

Wenn ich hier etwas bespreche, bekomme ich kein Honorar – und nein, auch keine „Bestechungsgelder“. Das würde kein vernünftiger Hersteller anbieten, schließlich könnte jemand, dem das mißfällt, es ja publik machen. Wir sind hier nicht in der edlen Gilde der Autotester, wo angeblich im Hotel Schecks auf dem Kopfkissen liegen und willige Damen daneben und die Autos wochenlang vom Tester privat gefahren werden können. Allerdings ist vermutlich auch das nur wieder Bullshit.

Ich werde also nur Dinge besprechen, die es mir wert erscheinen, und die mit geringem Aufwand rezensiert werden können. Ein Buch kann da schon mal dabei sein, einen Meßtest mit 20 Fotos sollte hier dagegen niemand erwarten. Das sind Tage von Arbeit.

Die von Bloggern oft geforderte „Transparenz“, ob das Produkt gekauft wurde oder ein „Rezensionsexemplar“ war, werde ich hier allerdings nicht bieten: Das geht euch nämlich, verdammt nochmal, nichts an! Ich werde sicherlich nicht ein Buch zu 4,90 besprechen, bloß weil ich es gratis erhalten habe, aber wenn ich es angäbe, würde das „der ist doch bestochen“-Gequake losgehen und die Vorurteile beim Leser die Rezension entwerten. Für mich macht es keinen Unterschied – ich würde auch ein geschenktes Buch verreißen oder ein gekauftes loben, wenn es berechtigt ist. Wenn ich mal erwähne, daß mir ein Unternehmen etwas zur Verfügung gestellt hat, dann aus Dankbarkeit für die Unterstützung – aber bestimmt nicht als Rechtfertigung, Disclaimer, Entschuldigung oder was auch immer.

Abgesehen davon sind Rezensionsexemplare (Hardware, Software,…) normalerweise nur geliehen – nur Bücher werden üblicherweise nicht zurückverlangt, weil niemand ein Buch haben will, in dem schon ein Rezensent rumgewütet hat. Genau deshalb will heute aber leider auch niemand mehr Bücher besprechen – weil das nach den inzwischen geradezu hysterischen Regeln vielleicht nicht „neutral“ wäre. Na und wenn mir ein Freund ein Buch schenkt und ich lese das – dann wäre ich ja auch beeinflußt? Nee, man kann’s echt übertreiben.

Wer damit nicht leben kann, der braucht meine Rezensionen ja einfach nicht zu lesen.

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