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Warum „Notizen aus der Neidbranche“? 3. Mai 2010

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Wieso habe ich dieses Blog eigentlich so genannt?

Nein, nicht, weil Journalisten so ein neidisches Völkchen wären. Das gibt es zwar auch, aber dann geht es meist um Frauen. Hier gilt die Regel: Bringe als Mann zu einer Veranstaltung niemals eine hübschere Frau mit als Dein Chef! Am besten gar keine, denn es gibt nur Ärger – der eine meint, die Frau stünde ihm zu, weil Du ja eh‘ keine Ahnung von Frauen hättest (sprich: nicht wie er alles flachlegst, das nicht bei 3 auf’m Baum ist), der andere meint, Du würdest die Arbeit vernachlässigen:

„Was, Sie haben eine Freundin? Davon stand aber nichts in Ihrem Arbeitsvertrag – das hindert Sie ja am vollen Einsatz bei uns!“.

Und der dritte meint gar, Du seiest sexsüchtig, weil Du mit einer Frau zusammenlebst. Nur im Journalismus mischen sich manche Chefs in solche Dinge auf diese Art ein.

Aber wie gesagt, das ist nicht gemeint. Sondern der Neid der Öffentlichkeit, der Leser und auch Nicht-Leser.

Die denken, Journalisten bekämen viel Geld dafür, sagen zu dürfen, was sie denken.

  • Journalisten können selten ihre Meinung sagen. Nicht mal, wenn ein Textkasten mit „Meine Meinung“ überschrieben ist, ist das unbedingt die Meinung dessen, der da abgebildet ist. Außer, es ist der Chefredakteur, dann sind die Chancen etwas besser.
  • Journalisten bekommen nicht viel Geld. Festangestellt nach Tarif kann man dennoch leben. Wenn auch angesichts der enormen Arbeitszeiten oft nicht lange. Journalisten werden im Durchschnitt mit 55 Jahren nicht älter als Chemiearbeiter.

Aber das gibt es ja außerdem auch kaum noch, die Festanstellung. Stattdessen „freiberuflich“: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel, und auch mit extremen Arbeitszeiten – des Überlebens willen.

Warum da jemand neidisch ist, das weiß der Geier. Journalisten sind nicht zu beneiden. (Und bitte auch nicht zu bedauern – das hilft niemand). Aber das ist wie im Fußballstadion: Da gibt es Tausende Zuschauer, die glauben, sie wären die besseren Trainer. Und so gibt es inzwischen auch Tausende, die meinen, sie wären die besseren Journalisten.

Das sind übrigens nicht mal die Blogger, die wirklich schreiben – die versuchen es ja zumindest zu belegen, daß sie es besser können – was aber auch leichter ist, wenn man nicht davon leben und täglich eine Handvoll Artikel zu vorgegebenen Themen schreiben muß. Sondern Forentrolle und Motzblogger. Die schreiben dann auch Leserbriefe an den Chefredakteur „Den Job von Ihrem Redakteur XXX kann ich besser“ oder „dessen Job hätte ich gerne“.

Hallo?!? Ist es normal, in eine Metzgerei zu gehen, den Chef zu verlangen und zu sagen „Hey, den Job der Dame an der Wursttheke, den könnte ich aber besser!“? Nö, ist es nicht – so etwas würde da kaum ankommen.

Ebenso würde das niemand mit Anwälten oder Polizisten machen.

Warum dann mit Journalisten?

Haben die ein Schild um „bitte schlag mich“???

Übrigens ist kaum einer, der mit dem Spruch „kann ich besser“ bei Chefredakteuren und Verlegern ankam, imstande gewesen, dies zu beweisen…

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