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3D-Kino: Lohnen sich „Avatar“ und „Alice im Wunderland“? 9. Mai 2010

Posted by DL2MCD in Mal was Positives, Rezensionen.
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„3D“ ist ja irgendwie eine Modeerscheinung. Das Verfahren ist seit der Anfangszeit der Fotografie bekannt und bei Fotos auch sehr faszinierend. Wird aber immer wieder für bewegte Bilder – Filme – in Angriff genommen.

„Avatar“ ist ein technisch perfekt gemachter 3D-Film – die schmalzige Handlung, „Pocahontas in Blau“, oft genug kritisiert worden. Ansehen lohnt sich trotzdem. Hier wurde richtig gemacht, was in früheren Jahrzehnten bei 3D stets falsch gemacht wurde: Es ist keine Effekthascherei, sondern bringt einem die Handlung näher.

Alice in Wonderland“ ist als Roman ein Klassiker – eigentlich sind es zwei, „Through the looking glass“ ist der zweite. Der Autor Lewis Carroll war etwas ungewöhnlich, würde wohl heute als pädophil gelten, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, manche seiner Gedanken tatsächlich umzusetzen, die im viktorianischen Zeitalter allerdings Phantasie blieben, in einer Zeit, wo ohnehin die meisten Phantasien gesellschaftlich inakzeptabel waren.

Solche Ansätze gab es allerdings bei vielen Künstlern, manche gingen leider weiter, ob Michael Jackson, der nie erwachsen gewordene Herr von „Neverland“, oder das DDR-Genie Kurt Demmler, der bei den Musen, die ihn küssen (und nicht nur das) sollten, leider altersmäßig deutlich zu tief griff.

„Alice in Wonderland“ ist dagegen eine der meistinspirierenden Geschichten in der modernen Comic-, Märchen- und Filmwelt. Ob „Peter Pan“, „Matrix“, Jefferson Airplane’s „White Rabbit“…die Geschichte von Alice kommt heute überall vor und ist auch vielschichtiger und nicht so platt wie die meisten Kinderbüchern. Es ist eine Geschichte nicht nur für Kinder.

Der aktuelle Film von Tim Burton ist bereits die 27. Verfilmung, aber optisch gut gelungen. Im Gegensatz zu „Avatar“ ist er nicht in 3D angelegt, sondern erst später auf 3D umgesetzt worden. Das macht sich mitunter bemerkbar, wenn große Teile des Bilds unscharf (defokussiert) sind, was man bei 3D-Filmen vermeiden sollte oder daran, daß die Figuren des Öfteren zwar gestaffelt hintereinander erscheinen, doch selbst irgendwie (optisch!) flach wirken.

Dennoch ist „Alice im Wunderland“ auch in 3D sehenswert und enthält auch für gestreßte Erwachsene wichtige Botschaften: Nur wer es wagt, trotz aller Rückschläge weiter zu träumen („sechs unmögliche Dinge bereits vor dem Frühstück erdenken“), kann Erfolg haben.

Noch zu sehen ist der Film in 3D aktuell im ehemaligen Imax-Kino Münchens, das leider in den letzten Jahren ziemlich von seiner Bedeutung verloren hat, lange gar nicht mehr in Betrieb war, und im Juni leider endgültig schließt, weil die Stadt die Räume nicht weiter verpachtet.

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