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Nun geht das Einklagen auch bei Twitteraccounts los… 22. Mai 2010

Posted by DL2MCD in Nervensägen.
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Mich wunderts ja nicht. Ein Glück, daß dieses Blog einen so langen Namen und keine eigene Domain hat – und auch keinen Twitteraccount.

Die werden nämlich jetzt auch eingeklagt – so wie zuvor fremde Domains, um die E-Mails einzusacken, werden nun Follower erbeutet.

Zwar nicht so wichtig wie E-Mail, so eine Twitter-ID – aber wenn Juristen im Spiel sind, wird es trotzdem teuer und den Betreffenden auf Jahre in die Pleite schicken.

Schuld sind die Dödel, die ihre Accounts meistbíetend verkaufen wollten. Geht doch immer wieder darum, etwas einen fiktiven Wert zuzuweisen, damit die Anwälte loslegen können…

Kommentare»

1. limone - 23. Mai 2010

wie es aussieht, haben sich die stadt und der twitterer aber in einem außergerichtlichen vergleich geeinigt – zumindest für 12 monate ist jetzt ruhe. (steht in den tweets)

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2. DL2MCD - 23. Mai 2010

Naja, ich traue solchem Frieden nicht – Einigungen, Absprachen gab es auch bei Domains und E-Mail-Adressen schon…aber wenn dann irgendwann jemand sich spektakulär profilieren will, wird das, was Jahre galt, übern Haufen geworfen und dann per einstweiliger Verfügung doch ganz fix ein- und abkassiert, bevor der andere auch nur „möp“ sagen, geschweige denn seine Freunde und sonstigen Kontakte informieren kann.

Unter vernünftigen Menschen läßt sich alles regeln – wenns aber darum geht, sich in fremde Leben zu klagen, auf fremde Daten zuzugreifen, gar an Kreditkarte, geschlossene Mailinglisten, Freunde, Follower ranzukommen, da setzt bei manchen Leuten das Denken aus und der Machthunger ein.

Es gibt ja die Entscheidung, daß das Unterschlagen elektronischer Daten stets straffrei ist, da es sich nicht um materielle Dinge handelt. -> Liebesbriefe auf Papier zu klauen und zu veröffentlichen ist strafbar, elektronische Liebesbriefe vom Server zu holen und auf einer Website zu veröffentlichen, dagegen rein vom Standpunkt des Entwendens von Daten zunächst mal nicht, weil das Entwenden von Daten von der Staatsanwaltschaft zunächst mal toleriert wird. Da mußt Du dann plötzlich mit Sitte und Anstand (oder – im Falle der Kreditkarte bzw. des Amazon-Accounts mit wirtschaftlichen und somit materiellen Folgen kommen), und da wirds dann heißen „na dann hätten Sie das halt nicht schreiben dürfen, Internet ist Rundfunk und E-Mails sind stets an die Allgemeinheit gerichtet und nie vertraulich, nie an eine einzelne Person.“ Dabei ist Internet technisch immer IP, ein Paket mit einem spezifizierten Absender und einem spezifizierten Empfänger, und nie an die Allgemeinheit gerichtet. (UDP und ähnliches jetzt mal außen vorgelassen, das wird weder bei E-Mail, Tweets noch WWW genutzt).

Auch bei Twitter gib es ja neben den öffentliche auch die privaten Direkt-Tweets und insofern kann es auch da tückisch sein, wenn von einem Tag auf den anderen plötzlich jemand ganz anderes hinter dem Account steckt als die Jahre zuvor.

Am Telefon wird es Dir auffallen, wenn sich nicht mehr der meldet, den Du kennst. Bei E-Mail, Twitter, Chat & Co. hast Du keine Chance, das zu merken, wenn Du denjenigen nicht sehr gut kennst.

Daß man echte Freunde kaum auf dem Rechtsweg von jemand anders übernehmen kann, soweit denkt dann keiner. Spätestens, seit man bei Burger King 10 Facebook-Freunde gegen einen Burger eintauschen konnte, zählen Freunde doch in Zusammenhang mit Internet für Juristen und andere Geldgeier nur noch als kommerzielles Tauschgut. Meistbietend abzugeben.

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