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Kathrin Bauerfeind ist bei der ARD – und Peter Hogenkamp bei der NZZ 28. Mai 2010

Posted by DL2MCD in Mal was Positives.
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Es ist schon eine ulkige Branche, der Journalismus. Wer seinen Chef kritisiert (oder wenn der Chef auch nur irrtümlich denkt, er werde kritisiert, was weit häufiger passiert), fliegt mitunter recht zügig raus.

Wer dagegen draußen ist und kritisiert, wird schon mal mit den Worten „na dann machen Sie es doch besser!“ angeheuert.

So machte Katrin Bauerfeind beim Online-Videopodcaster „Ehrensenf“ Fernsehkritik (ja, ich weiß, man sagt „sie übte Kritik“, aber sie übte doch gar nicht mehr, sie konnte es längst…).

Was passierte? Sie wurde von der ARD abgeworben. Von Ehrensenf spricht dagegen heute kein Schwein mehr.

Meine Mutter schrieb einst einen empörten Brief an unsere Schülerzeitung, weil da ein Gedicht drin war, das mit den Worten begann

Liebe reimt sich oft auf Triebe

(oder waren es Hiebe??? Irgendwas in der Art jedenfalls – es endete mit Dolchen, Messern und Blut, nicht Sex)

und sie der Ansicht war, das sei für Schüler meines Alters doch nicht so passend.

Zugegeben nicht völlig unberechtigt, es war mir damals aber saupeinlich, diesen Brief einwerfen zu müssen.

Und was geschah?

Ich wurde öffentlich ausgebuht ob solch spießiger Eltern.

Ich wurde eingeladen, bei der Schülerzeitung mitzuarbeiten.

Seitdem wird die Welt von meinen (textlichen) Ergüssen geplagt. (Wäre aber wohl auch ohne Schülerzeitung passiert).

Und Peter Hogenkamp, der Gründer und (noch) Chef von Blogwerk?

Na der hat des öfteren die NZZ (Neue Züricher Zeitung) bzw. ihren Online-Auftritt kritisiert als altbacken, verschnarcht, etc. – nicht böse gemeint, aber sicher zutreffend. Denn ich finde Moderation von Leserkommentaren zwar prinzipiell ok, aber wenn Kommentare überhaupt nie freigeschaltet werden (oder erst nach Tagen), so wie ich auch feststellen mußte, dann kann man die Sache auch sein lassen.

Und was macht die NZZ?.

Genau.

Sicher ein richtiger Schritt für die NZZ. Hoffentlich auch für Peter Hogenkamp.

Denn das ist irgendwie, als ob ein Unternehmer als Angestellter zu Siemens geht.

Es könnte anstrengend werden.

Aber wenn es klappt, könnte es frischen Wind in NZZ online bringen.

Peter, ich wünsche Dir nur das Beste.

Weitere Gedanken dazu, wenn ein Unternehmer Angestellter wird, was in unserer Branche nicht so ungewöhnlich ist, ein andermal – denn ich meine die guten Wünsche ernst und will jetzt nix verunken, wie Peter es von mir nur zu gewohnt ist… ;-/

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Kommentare

1. Peter Hogenkamp - 29. Mai 2010

Danke. Den Artikel über den 12 Jahre alten Witz hatte ich schon wieder ganz vergessen.

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