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Songcontest Eurovision Detonation de la malade chanson: Lena hat das EU-Abitur bestanden 30. Mai 2010

Posted by DL2MCD in Mal was Positives, Wie bitte?.
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Sag mal, muß eigentlich jeder meiner bekanntermaßen grottenschlechten Witze, den ich mache, auch noch wahr werden?

Ok, es hat auch sein Gutes: Nun ist Nicole von 1982 nicht mehr das Maß der Dinge und der Eurovisions-Contest ist nicht mehr eine Ansammlung schrecklicher Schnulzen des Blausiegel Ralph Siegel-Typus, was diesem tierisch stinkt, sondern die meisten Songs sind durchaus anhörbare Pop-Balladen, wenn auch mit teils zu viel Celine-Dion/Mariah-Carey-Gejaule darin. Aber wie gesagt: Das Nivau des Wettbewerbs ist nun durchaus akzeptabel.

Aber der Reihe nach:

Unsere Nachbarin feierte gestern ihren 50. Hatte sogar ich mitbekommen, obwohl ich von massiver Müdigkeit geplagt wurde. Also gingen auch wir schon früh gratulieren.

Das war auch gut so, denn leider fiel die schöne Gartenparty sehr schnell wortwörtlich ins Wasser: Erst blitzte und donnerte es, und meine Partnerin rannte verschreckt und unbemerkt wieder zurück nach Hause, und dann kam auch noch Noah samt Arche zum Gratulieren vorbei.

Eine Verwandte schaffte es nicht schnell genug ins Innere und hatte daraufhin nasse Hosenbeine, was zu Rätselraten führte, wieso denn die Hose unten nasser sei als oben, das kenne man doch nur andersrum?

Der Rest drängte sich dann in die Garage, in die man schnell die Party-Bierbänke getragen hatte.

Leider hat Landrut Landregen in Deutschland die Eigenschaft, nicht nur naß und hartnäckig, sondern auch sehr kühl zu sein. Nach dem Essen wurde es daher in der Garage doch etwas luftig. Unsere andere Nachbarin fror, was ihr (wie mir) außerhalb Juli und August eigentlich chronisch passiert, wollte sogar ihr Bier wärmer haben. Und machte sich dann endgültig unbeliebt, als sie den Eurovisions-Contest sehen wollte: Ihr Freund war entsetzt.

Nein, das macht man doch nicht: 50-Jahres-Feier, und dabei Fernsehen schauen!!!

Aber ich schau den schon, seit ich ein Kind war, jedes Jahr, und der wird nicht wiederholt, den kann man nur live schauen.

Das Geburtstagskind war aber einverstanden. Da es mir auch kühl wurde und mir die Nachbarin etwas leid tat, denn als Kind wollte ich auch meine (Radio-) Sendungen nie sausen lassen (Heute? Gibt es Podcasts und Videorekorder…), nahm ich sogar auf mich, mit den Eurovisions-Contest anzuschauen – etwas, das in den vergangenen Jahren eigentlich das sicherste Mittel war, um eine Beziehung schnell zu beenden (wenn auch nicht schmerzfrei).

Ich war eigentlich nur neugierig auf diese Lena Maria-Landlust, die angeblich niemand daten will (na Kunststück, gibt es was, was eine Frau unsexier macht, als sich in die Nähe von Nicole & Co. zu rücken?). Danach wollte ich dann wieder gehen, denn bei aller Kälte draußen, Eurovision-Song-Contest ist doch Folter. Außer Abba mit Waterloo hat da doch nie ein gutes Lied gewonnen, was meist auch daran lag, daß gar kein gutes Lied dabei war.

Die Nachbarin schimpfte dagegen, sie könne „Satellite“ nicht mehr hören, wo es doch 5x am Tag im Radio liefe. Nun, sie hört offensichtlich die falschen Sender. Ich hatte es noch nie gehört.

Die ganzen Songs waren dann doch überraschend gut, die Choreografie dagegen typischer Fernseh-Bombast. Und ok, die meisten Lieder waren irgendwie so absaufende Balladen wie der Titanic-Titelsong. Also imer noch zu kitschig, aber wenigstens nicht so, wie die grauslichen Schlager früher.

Hin und wieder kam jemand ins Zimmer und empörte sich über uns beide, die wir so doppelt geschmacklos seien: a) Fernsehen am 50. Geburstag, b) auch noch diese Sendung.

Lena kam und kam dagegen nicht. Sie war auf den vorvorletzten Platz gesetzt worden. Nervig für den Zuschauer, aber gut, um im Gedächtnis der Jury zu bleiben.

Schließlich kam der Song. Ich hatte ihn wirklich noch nie gehört. Ich kenne „Satellite“ nur von den Hooters.

Und er begeisterte mich nicht. Ok, es jaulte und schnulzte nicht. Es rockte. Aber irgendwie dudelte es auch. Ich stand mitten im Song auf, und verabschiedete mich von allen Gästen in der Küche und den beiden Garagen. Und mußte der Nachbarin recht geben, ok, ja, aber so doll war der Song nicht. Nur Israel sollte schlechter sein, meinte sie, doch das kam erst noch später dran. Mir war dagegen England negativ aufgefallen.

In der einen Garage lief ganz ordentliche Musik – besser als das, was ich die letzten zwei Stunden genossen hatte.

In der anderen fragte man mich, wie Deutschland abgeschnitten habe. Ich sagte, das wisse man noch nicht, erst nach Mitternacht. Allerdings war eigentlich das Fußballspiel gemeint. Da wußte es allerdings auch keiner, man redete von drei Toren, doch war nicht klar, auf welcher Seite. und das bei einer Party, wo der Mann des Geburtstagskinds Chef des Fußballvereins ist!

Aber ich verabschiedete mich mit dem Spruch

Nun, da meist der schlechteste Song gewinnt, haben wir ganz gute Chancen.

Ging dann ins Bett.

In der Nacht brach eine Vitrine im Wohnzimmer zusammen und zertrümmerte unter anderem eine Hundertwasser-Sammeltasse einer einst sehr lieben Freundin.

Heute früh dachte ich, Spiegel Online schreibt aber kesse Satiren an einem Sonntag.

Und Noah ist mit seiner Arche immer noch zu Gast.

Tja, der Raab-Fanboy Stefan Niggemeier hat nur auf Platz 5 getippt. Und schweigt seitdem – total geschockt. Sicher davon, daß sich jemand im Bett neben ihm das T-Shirt auszog.

Kicher…

Kommentare»

1. Schlechte Laune ist Pflicht « Notizen aus der Neidbranche - 8. Juni 2010

[…] keinen Spaß haben! Das ist Arbeit! Und dem Schreiber hat es ebenso zu gehen. Selbst über völlig nebensächliche Tagesereignisse müssen drei verbiesterte, verpolitisierte, haßerfüllte oder zumindest scheinbar intellektuell […]

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