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DSL-Anbieterwechsel – wie ging es weiter? 30. August 2010

Posted by DL2MCD in Nervensägen.
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Es ist ja hinlänglich bekannt, daß es sehr riskant ist, am DSL-Anschluß irgendwas zu ändern. Nur ein Beispiel von vielen ist das Desaster des Kollegen Dr. Harald Karcher.

Dennoch hatte ich den Schritt gewagt, weg von 1&1, zurück zur Telekom – obwohl ich mit 1&1 immer zufrieden war. Aber es war einfach zu nervig gewesen, bei Störungen rauszufinden, welcher der beiden Beteiligten (Telekom: Leitung, 1&1: Account) Schuld war (es war übrigens jedesmal Telekom), denn ich durfte als 1&1-Kunde nicht direkt mit Telekom sprechen.

Der Werbeterror ist nun vorbei – wie lief die Umstellung selbst?

Zunächst kam von der Telekom ja absolut nichts. Ja, die Hotline (die immerhin gut funktionierte) sagte mir, das sei normal, denn erst NACH dem Wechsel könne man mir den Auftrag bestätigen.

Dann versprach man aber, mir ein Vorab-„Umzugspaket“ zu schicken, sodaß ich schon 4 Wochen eher die neuen Zugangsdaten habe. Zur Beruhigung. Wesentlich beruhigender wäre es natürlich gewesen, wenn man mir das gleich gesagt hätte.

Am 11.6. (also grad 2 Wochen vorher, aber immerhin) kam von Telekom ein Handbuch mit Zugangsdaten. Am 18.6. kam von Telekom ein identisches zweites Handbuch mit nicht identischen zweiten Zugangsdaten.

Am 15.6. kam ein DSL-Splitter „ohne CD“ von Telekom. Naja, CD-Splitter wären auch sehr unangenehm gewesen, die sind sehr spitz und scharf (wozu braucht ein DSL-Splitter auch eine CD? Das ist ein reines Hardware-Teil).

Zwar brauche ich keinen DSL-Splitter, ich habe ja schon einen (von Telekom, von 2002, vor dem Wechsel zu 1&1). Aber man weiß ja nie, so ein Ding geht auch mal kaputt, siehe Dr. Karcher.

Am 16.6. kam von 1&1 gegen 20 Uhr eine Mail: Man stelle das DSL nun ab!

Schreck, die Umschaltung war doch erst am 24.6.???

Es lief aber auch danach noch.

Dennoch wurde ich nun nervös und versuchte, die Zugangsdaten von Telekom in die Fritzbox von 1&1 zu stopfen. Das sollte schon einige Tage vor dem Umschalten möglich sein, um die Probleme etwas zu verringern.

Wenn man weiß, wie man vier Zugangsdaten von Telekom in Usernamen und Paßwort der Fritzbox stecken muß (die ersten drei hintereinander in den Usernamen!), dann ist das gar nicht so schwer, außer daß man sich bei einem 28-stelligen Usernamen leicht vertippt.

Die neueren Userdaten vom 18.6. gingen nicht. Die älteren vom 11.6. gingen erst auch nicht, doch beim 2. (automatischen) Verbindungsversuch lief es dann. Also war dieser Teil nun erledigt.

Und ob ihr es glaubt, oder nicht: Das war es dann auch! Wann die Leitung selbst nun tatsächlich umgeschaltet wurde, haben wir nicht gemerkt. Das ging wirklich ziemlich unterbrechungsfrei vor sich.

Ok, es war ja ohnehin die DSL-Leitung, die wir immer hatten, die so etwa 2,2 MB/s schafft. Auch Telekom hatte uns natürlich 6 MB/s verkauft und dann mitgeteilt, daß es nur 3 MB/s werden. Aber egal, der Preis war dann ja auch nicht höher als die 2 MB/s von 1&1, die wir gewählt hatten, als klar war, daß die Leitung nicht mehr her gibt und 6/3 MB nur unnötig teurer geworden sind.

Das Ganze ist jetzt ein „Call & Surf“ (wann spricht die Telekom eigentlich mal wieder deutsch?) mit nach wie vor echtem ISDN (kein VOIP) und DSL, und nun auch mit Inlands-Flatrate auf dem ISDN, für zusammen 43 €/Monat. Vorher kosteten DSL und ISDN einzeln je 25 €. Und früher kostete die ISDN-Flatrate ohen DSL schon soviel – und durfte nicht beruflich genutzt werden, weshalb ich ja die ganzen Jahre eine Talkline-D2-Handyflatrate ins Festnetz nutzte – denen war es egal, ob ein Gespäch beruflich oder privat ist, und billiger war es auch mit 20 €.

Also wie gesagt: Man kann auch den Anbieter wechseln ohne Katatstrophe – wobei allerdings „zurück zur Telekom“ auch normal nie Probleme machen sollte. Es kommt aber vor, siehe Dr. Karcher.

Achja, was noch aussteht, ist die Frage, ob es mit den Abrechnungen klappt. 1&1 hat tatsächlich die Abrechnung bereits zum 16.6. beendet, obwohl ja erst am 24.6. der Vertrag ablief. Telekom wiederum sagt, sie hätten erst zum 28.6. eingeschaltet. Wer nun 17.6. bis 27.6. abrechnet? Keine Ahnung.

Natürlich gibt es nichts geschenkt – für den günstigeren Preis gibt es bei Telekom keine Papierrechnung mehr, sondern ein PDF per Mail. Immerhin per Mail und nicht, wie z.B. bei Vodafone oder Klarmobil – zum Abholen in irgendeinem „Kundenbereich“. Den Einzelverbindungsnachweis allerdings mailt Telekom nicht – „aus Sicherheitsgründen“. Verstehe ich nicht, was ist an dem Einloggen auf einer Website sichererer als Mail? Wenn jemand meinen E-Mail-Anschluß hackt/mitliest/einklagt, hätte er auch die Möglichkeit, die Zugangsdaten für den Kundenbereich anzufordern („Passwort vergessen“). Und wenn mir jemand die E-Mail mitliest, würden mich andere Dinge mehr stören als die Frage, ob er nun meinen Einzelverbindungsnachweis einsehen kann. Oder meine Telefonrechnung klaut. Solange er sie wenigstens bezahlt…

Außerdem ist doof, daß das zwar „Einzelverbindungsnachweis“ heißt, aber nur ein „Einzelgebührennachweis“ ist: Es werden nur noch gebührenpflichtige Verbindungen aufgelistet.  Alles, was von der Flatrate abgedeckt ist, dagegen nicht. Wohl Angst vor der Vorratsdatenspeicherung: Was einmal gespeichert ist, wird ja auch mal von den Behörden beschlagnahmt.

Das mit dem Einzelgebührennachweis klappte zunächst übrigens nicht. Man mußte nochmal eine andere Hotline anrufen, an der eine nette Dame aus Brandenburg mir erklärte, daß sie unter der trockenen Hitze leide, so wie ich unter dem hiesigen Dauerregen, während sie einen „Masteraccount“ anlegte. Also sprich: aus den ganzen früheren, teils längst gekündigten T-Online-Accounts und den aktuellen Zugangsdaten denjenigen rauspickte, den ich nun auch tatsächlich verwende.

Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist die „Wechslergutschrift“. Die ist aber angeblich auch schon angeleiert – dann wird halt solange nicht abgebucht, bis diese verbraucht ist.

Man kann also sagen: DSL-Wechsel geht auch ohne Probleme. Auch wenn „zurück zur Telekom“ ohne Zweifel die Version für Weicheier ist 😉

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Kommentare

1. Endrancer - 30. August 2010

In dem ganzen Vertragsjungel blickt doch heute eh niemand durch.
20 Seiten Klauseln und Kleingedrucktes. Einschränkungen bei Speed, Wannabe extra Packete usw.

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