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Fürstenfeldbrucker Naturfototage 2010: Die Seminare, Workshops und Vorträge 1. September 2010

Posted by DL2MCD in Mal was Positives, Rezensionen.
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WR168659crVon der Veranstaltung ansich sowie den tollen Dingen, die „draußen und umsonst“ stattfinden, habe ich bereits berichtet. Mit den Dingen, die drinnen und kostenpflichtig, aber deshalb keineswegs weniger wertvoll stattfinden, hat es nun etwas gedauert, weil ich schlichtweg schweinewenig Zeit habe und eigentlich eher dem Titel dieses Blogs entsprechend für Geld schreiben sollte. Aber welcher Verlag hat heute noch Geld? Und nur zum Spaß kann ichs auch hier tun.

WR158652crDie Seminare, Vorträge und Workshops fanden entweder „unterm Dach“, wie hier zu sehen (die Treppe hoch), oder im „Stadtsaal“ statt, der aber nicht im Rathaus Fürstenfeldbruck ist, sondern am selben Gelände.

Die ersten Locations sind normalerweise recht heiß – also temperaturmäßig. Da es 2010 jedoch Sauwetter hatte (5°C und Dauerregen), war es da oben gerade richtig. In dem Stadtsaal, den ich immer versucht bin, „Stadthalle“ zu nennen, war es dagegen dank Klimaanlage fast etwas zugig-kühl. Sollte es in Deutschland 2011 wider Erwarten auch mal sonnig werden, könnte es sich dann natürlich genau andersrum verhalten und der Stadtsaal die angenehmere Location darstellen.

WR168685crDas Sauwetter war übrigens auch ein echtes Problem beim Versuch, mittags etwas zu essen: Da die drei Biergärten des Veranstaltungsorts flachfielen, beschränkte sich die Bewirtung auf die kleinen Innenräume der Lokale, und ohne vorherige Reservierung ging dort gar nichts – man wurde schon, bevor man auch nur mit einem Kellner sprechen konnte, von einem mißgelaunten Rollstuhlfahrer gebeten, doch gefälligst aus dem Weg zu gehen – raus, in den Regen, vor die Tür. So blieb es denn am Samstag bei Leberkässemmel und Kuchen – die Cafetheke vor dem Stadtsaal war als einzigste „Eßstation“ dem Besucherandrang gewachsen. Allerdings sei gewarnt: Wer sich dort mit Fotofreunden „verratscht“ und den Beginn seines Vortrags in der Stadthalle verpaßt, darf danach erst mal nicht mehr rein, um Chaos im Dunkeln zu unterbinden. Also pünktlich bitte!

WR168728crAm Sonntag hatte dagegen eine gute Freundin im „Klosterstüberl“ reserviert. Nur wußte ich Dödel nicht, daß das nur 20 m von den Seminarräumen war – und ging den langen, ausgeschilderten Weg für Autos. Was mir dafür allerdings das oben zu sehende, schöne Natur-Foto einbrachte. Darum ging es ja schließlich auf dieser Veranstaltung. Auch wenn der Fluß natürlich das ganze Jahr in Fürstenfeldbruck für ein Foto parat steht und nicht nur zu den Naturfototagen.

Die freundliche Miene zum bösen Foto-Spiel machende Dame im Trachtenlook da oben gehörte übrigens zu Hedler Studioblitztechnik: Dieser Anbieter hielt im Fotomarkt kostenlose Kurzvorträge über Studio-Blitz-Portrait-Fotografie mit praktischen Beispielen. Er betonte dabei mehrfach, daß die Besucher die Dame auch fotografieren dürften, da diese frisch geduscht sei. Was es da zuvor wohl für anrüchige Probleme gegeben hatte? Aber vermutlich mit 500-W-Fotolampen, die die Models ins Schwitzen bringen, nicht mit Hedler Blitzanlagen. Sehenswert war übrigens die WLAN-Drahtlos-Übertragung der Bilder direkt aus der Kamera ind en am Beamer angeschlossenen PC.

WR158657crDer erste Vortrag, den ich besuchte, war das mit 90 Teilnehmern komplett ausverkaufte, insgesamt drei Stunden dauernde Seminar „Reportage- und Landschaftsfotografie“ von Reiner Harscher. Ein Bergsteiger-Bayer-Typ, ein bißchen wie Reinhold Messmer. Er ist auf meinem Bild von seinem Vortrag allerdings nicht zu sehen, weil er mich, nachdem ich mich für die Fotos extra nach vorne gesetzt hatte, erklärte, daß er dies nur nach vorheriger Absprache erlaube. Ihn im Vortrag zu unterbrechen, um mir die Erlaubnis für ein Foto zu holen, erschien mir dann aber wenig sinnvoll. Außerdem wurde nach kurzer Zeit das Licht gelöscht und ich hätte im Dunkeln blitzen müssen, was nun wirklich nicht gut kommt. Die Leinwand abzufotografieren, wäre dagegen etwas doof gewesen und zudem unerwünscht (Copyright!). Auf der Seite des Veranstalters ist er allerdings zu sehen – und ich auch. Ich verrate jetzt aber nicht, wo! 😉

WR168670crReiner Harscher hatte interessante Aufnahmen zu bieten, wobei es erstaunte, daß er selbst Portraits immer nur im Breitformat 16:9 aufgenommen hatte. Dies war der Tatsache geschuldet, daß die heute üblichen HDTV-Projektoren dieses Format bieten und er halt von vornherein für Vortragsreisen fotografiert, auf denen man dann auch für 30 € seine DVD erwerben kann – in seinem Onlineshop übrigens auch auf BluRay! Die „Hurtigrouten“-Tour werde ich mir auf BluRay sicher holen.

WR168674crDie Bildqualität war dann auch beeindruckend – auch vom „Rasierplatz“ in der ersten Reihe, dem geplanten Fotografieren geschuldet, siehe oben. Kein Vergleich mit „Diamultivisionsshows“, die ja auch heute noch durch die Lande touren und zwar theoretisch das bessere Bild liefern können, doch in der Praxis oft an nicht optimal eingestellten Geräten scheitern. Er war trotz der 90 Teilnehmer stets bereit, spontane Fragen und Einwürfe zu beantworten und bietet hoch interessante Fototouren an, wie „Island zur Sommersonnenwende“ (leider für mich außerhalb meines Budgets).

Bei der DVD sollte man allerdings aufpassen: Wer seinen DVD-Spieler über HDMI angeschlossen hat – oder gar einen BluRay-Spieler besitzt – hat hier die A-Karte gezogen: Die DVD wird ann mit einem dicken, schwarzen Trauerrand auf allen vier Seiten des 16:9-Bildschirms angezeigt. Dieses Format auf Bildschirmgröße hochzoomen kann man nur bei analogem Anschluß des Fernsehers – was dann aber natürlich eine geringere Bildqualität zur Folge hat. Also ev. besser gleich die BluRay nehmen.

Inhaltlich lehrt Reiner Harscher in der DVD ebenso wie in seinem Vortrag viel über Bildgestaltung wie den „goldenen Schnitt“ – für Landschaftsfotografie ja unter die unabdingbaren Grundkenntnisse zu rechnen – und allgemein Bildgestaltung und den fotografischen Blick. Für Profis nichts Neues – für „Knipser“ dagegen unabdingbar.

WR168664crMein zweites Seminar war „HDR- und Panorama-Fotografie“ von Christoph Kalteis. Dieses Seminar war ziemlich Adobe-lastig – kein Wunder, der Vortragende arbeitet bei Adobe. Er gab Interessierten dann auch ein von ihm programmiertes Photoshop-CS4-Entrausch-Plugin gratis, falls diese einen USB-Stick dabei haben (sollte man heutzutage ja ebenso wie ein Handtuch immer dabei haben). Nebenbei erfuhr man daher auch noch einiges über den zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erschienenen Photoshop CS5.

Doch es gab noch mehr zu sehen von Christoph Kalteis: Zusammen mit Hinrich Bäsemann (dieser ist oben zu sehen – Christoph Kalteis ist bereits darüber bei seinem Seminar zu sehen) hielt er Sonntag früh einen Bildervortrag – sozusagen „Eis & heiß“ – Bäsemann zeigte Nordlichtfotos, Kalteis dagegen – entgegen seines Namens – Vulkane!

WR168662crUnter dem malerischen Titel „Madagaskar – Erbe des versunkenen Kontinents Lemuria“ zeigte die Familie Niedermeier – im Programm nur als „Focuswelten“ vermerkt, der Adresse ihrer Website – Bilder aus Madagaskar und erzählte viel Wissenswertes. Unter anderem natürlich von den Lemuren, aber auch Trauriges: Der meiste Regenwald auf Madagaskar wurde unwiderruflich und systematisch zerstört, weil die Einwohner aufgrund alter Sagen Angst vor dem Regenwald und den grusligen Rufen der Lemuren und ihren großen Augen haben und alle Bäume, deren sie habhaft werden konnten, absägten und niederbrannten und so große Teile der Insel in trostlose blanke Felsenlandschaft verwandelten (die „rote Insel“). Ebenso haben sie Angst vor den Lemuren und schießen sie ab, wo sie können.

WR158658Eine so systematische Umweltzerstörung aufgrund „alter Traditionen“ erinnert mich an den russischen Kollegen in einer früheren Firma, der auch bei -20°C alle Fenster kippte und dafür alle Heizungsthermostaten auf Anschlag aufdrehte, sodaß das Tosen und Rauschen des Heizungswassers fast das Telefonieren unmöglich machte. Er verbrauchte so sicher ebensoviel Heizöl wie der ganze Rest der Firma. Entweder, weil man halt in Rußland so heizt – oder, um den Absatz russischen Erdöls anzukurbeln und die Wirtschaft (und Umweltzerstörung) seiner Heimat zu stärken. Die anderen Kollegen fanden es cool – „ist ja nicht mein Geld, haha“.

WR168730crAlte Traditionen sind also keinesfalls immer etwas, das Werte erhält. Die Madegassen bevorzugen heiße Felswüsten statt ihrer bildschönen Insel – und werden sie wohl bald erreicht haben. Noch aber lohnen sich Fototouren auf die „grüne Insel“ und die Veranstalter lieben ihre Insel und kennen sich dort aus.

Abgeschlossen wurden die Naturfototage schließlich mit einem Vortrag von Tui de Roy (links im Bild, rechts die Veranstalterin Mara Fuhrmann), die auf den Galapagos-Inseln aufgewachsen ist, bereits in der Jugend begann, ihre Umgebung zu fotografieren und etliche Bücher mit ihren Fotos veröffentlicht hat.

Es gab noch etliche andere Vorträge, die sicher sehr gut waren – nur konnte ich halt immer nur einen zu einer Zeit ansehen! 😉

(Und wer wissen will, ob’s die Fotos eigentlich auch in scharf gibt: Klar – einmal draufklicken bitte! Aber nicht klauen – die Bilder hier anschauen ist gratis, aber sie woanders zu verwenden, natürlich nicht!)

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Kommentare

1. Tweets that mention Fürstenfeldbrucker Naturfototage 2010: Die Seminare, Workshops und Vorträge « Notizen aus der Neidbranche -- Topsy.com - 1. September 2010

[…] This post was mentioned on Twitter by Christian Sedlak, Christian Sedlak. Christian Sedlak said: Fürstenfeldbrucker Naturfototage 2010: Die Seminare, Workshops und …: WR168659cr Von der Veranstaltung ansich so… http://bit.ly/cSS3iB […]

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