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Denk endlich positiv!! Himmeldonnerwetternocheinmal!!!! 13. Januar 2011

Posted by DL2MCD in Mal was Positives.
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Nicht ohne Grund gibt es hier die Rubrik „Mal was Positives“. Denn nicht nur Leser, auch Schreiber schreiben eher über das, was sie ärgert, als über das, was sie freut. Zudem bekommt man in Deutschland ja sofort eins in die Fresse, wenn man mal gute Stimmung hat (Gruß an den Franzis-Buchverlag!). Man muß ständig wenigstens auf hohem Niveau jammern, um nicht unangenehm aufzufallen.

Doch ist die „rosarote Brille“ auch nicht die Lösung. Sie ist in den USA und in Österreich gebräulich: Da sagt jeder, alles sei wunderbar, auch wenn er sich mit drei Jobs durchschlägt und grad den 2. Herzinfarkt hinter sich hat. „Sorge Dich nicht, lebe!“ ist die Philosophie.

Damit gibt es nun bei Spiegel Online eine schöne Abrechnung:

Die Gefahren des Gute-Laune-Zwangs“ lautet der Beitrag. Und er ist sehr positiv. Denn Zwang ist immer schlecht. Niemandem ist mit einem aufgesetzten Lächeln gedient. Klar mag keiner Muffel (also sprecht mich bitte vor 9 Uhr früh nicht an!!!), aber mir ist eine ehrliche schlechte Laune lieber als eine aufgesetzte Fröhlichkeit – und gesünder ist es auch.

Klar, immer nur Angst vor dem Scheitern zu haben, ist auch Mist. Doch wenn man mir Übles will, kann ich das sicher nicht dadurch abwenden, indem ich fröhlich vor mich hin grinse. Dann denken die Plagegeister nur, sie hätten mit mir ein leichtes Spiel. Und schauen nachher blöde, wenns was auf die Finger gibt.

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Kommentare

1. Ulf J. Froitzheim - 13. Januar 2011

Das schönste Beispiel zu diesem Thema sind für mich immer noch die Badges, die Kassiererinnen bei Netto a.k.a. Plus bis vor einiger Zeit tragen mussten. „Ich bin freundlich“, stand da drauf, weil die Geschäftsleitung auf die faktische Kraft des Normativen hoffte. Oder so.
Irgendwann haben sie dann gemerkt, dass das ein Eigentor war. Kassiererinnen, denen der Kunde die Freundlichkeit nicht anmerkte, wurden nämlich trotz des aufgepappten unfreiwilligen Selbstlobs nicht als netter wahrgenommen, und die anderen mussten sich von den Kunden wortreich bemitleiden lassen, weil die Schilder ja implizit signalisierten, der demütigende Hinweis sei zwecks Selbstdisziplinierung des an sich unmotivierten und von Haus aus garstigen Personals erforderlich. Eines Tages verschwanden die Dinger wieder.
Seltsam nur, dass kein Betriebsrat die Einführung dieses Unfugs verhindert hatte.

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2. DL2MCD - 13. Januar 2011

Haben die denn dort Betriebsräte?

Bei Lidl werden sie ja seit Jahren verhindert.

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