jump to navigation

Bahnstreiks sind gerecht? 10. März 2011

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Wie bitte?.
trackback

Angeblich ist die Mehrheit der Bevölkerung für die Bahnstreiks. Ich nehme mal an, man hat dabei solche gefragt, die nicht Bahn fahren. Wenn ich in der Früh mit dem Auto fahren muß, dann kann ich nicht vor 21 Uhr wieder heim, wenn ich nicht Fahrschule verschärft spielen will (1h „Anfahren am Berg“ beim Weg aus dem Brudermühl-Tunnel). Denn dann fährt ja auch jeder sonst mit dem Auto und alles ist dicht. Damit muß ich um 5 raus und komme erst nach 22 Uhr wieder heim. Schönen Dank GDL! Da hilft mir auch nicht, daß am Abend nicht gestreikt wird, ich kann das Auto dann ja nicht zusammenfalten und ins Gepäcknetz legen.

Ich finde auch, daß Lokführer vernünftig bezahlt werden sollen. Ich kann aber nicht nachvollziehen, daß vor allem die streiken, die ordentlich bezahlt werden.

Die GDL will, daß die anderen Bahngesellschaften den Lokführern das Gleiche zahlt wie die Deutsche Bahn. Deshalb wird die Deutsche Bahn bestreikt. Was soll das nun bringen? Daß die Deutsche Bahn die Gehälter ihrer Lokführer auf das Niveau der anderen senkt, damit alle gleich viel bekommen???

Abgesehen davon bringen solche Aktionen nur wieder viele Pendler zum dauerhaften Umstieg aufs Auto. Egal, wie teuer E10 noch wird.

Wenn unsereins streikt, interessiert das dagegen keinen außer dem Verleger, der nichts mehr verkaufen kann. Dann liest man eben die Zeitung vom Vortag oder die NZZ statt Spiegel Online. Deshalb gab es da auch nie monatelange Streiks. Da wird schnell eine Lösung gefunden.

Abgesehen davon, daß ich ohnehin kaum mal eine reale Gehaltserhöhung erlebt habe, selbst wenn es lt. Tarif eine gab. Dann wurden halt Zuschüsse entsprechend reduziert.

Bei der Bahn haben dagegen die Pendler, auf die die Streiks im Personenverkehr vor allem zielen (die anderen können ja früher oder später fahren) schon gezahlt. Und müssen dann nochmal zahlen, um mit dem Auto zu fahren. Für die Bahn ist das kein Verdienstausfall.

Wer eine Einzelfahrt hat, muß natürlich auch stattdessen mit dem Auto fahren, wenn er die Fahrt nicht verlegen kann. Kann dann aber sein Ticket zurückgeben. Nur „dank“ der kurzfristigen Ankündigungen erst nach der Fahrt statt davor. Das macht ggf. 15 € Unterschied.

Und wer meint, es ginge nur um etwas Verspätung: Nein. Die S-Bahn hat gerade bekanntgegeben, daß meine Linie statt alle 10 nur noch alle 60 Minuten bedient wird. (Update: Später wurde dies auf „alle 2 Stunden“ verschärft). Wenn dann auch noch mein Zug nach München bummelt, sitze ich um halb 7 in der Früh eine Stunde am Hauptbahnhof fest. Und das – im Gegensatz zu den allgegenwärtigen Stellwerksstörungen am Hauptbahnhof dann im Freien und nicht im Zug.

Advertisements

Kommentare

1. Streik! Wir wollen weniger Geld!! « Notizen aus der Neidbranche - 6. April 2011

[…] Bislang ging ich ja immer davon aus, die Privatbahnen würden schlechter zahlen als die DB. Wenn die DB dann bestreikt wurde, was war dann das Ziel? Daß die ihre Gehälter absenken? […]

Gefällt mir


Sorry comments are closed for this entry

%d Bloggern gefällt das: