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Die Grünen – die „Bäh-Partei“ hat 24% erreicht. 29. März 2011

Posted by DL2MCD in Mal was Positives.
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Es gibt Dinge, die ich nicht erwartet hätte. Beispielsweise, daß die Grünen nach all den Jahren, in denen viele ihrer Ziele von den etablierten Parteien vereinnahmt wurden, nochmal solchen Erfolg haben.

Der Anlaß ist natürlich ein sehr trauriger.

Ob die Grünen damit nun gesellschaftlich akzeptiert werden, wo sie doch fast 1/4 der Bevölkerung gewählt hat, oder weiter die Partei bleiben, die „bäh“ ist? Die niemand wählt, so wie ja auch keiner BILD kauft oder zu McDoof geht?

Als ich jung war, drohte man bei uns „wenn wir heraus bekommen, daß Du etwas gegen Kernkraftwerke haben könntest, dann kommen wir vorbei und hauen Dir Deinen Sicherungskasten in Trümmer!“. Bzw. den meiner Eltern bzw. den des Vermieters.

Ja, solch schlagkräftige Argumente hatten die Atomkraftbefürworter zur Hand, um einen zu überzeugen.

Wer damals zugegeben hätte, etwas anderes als CSU zu wählen, hätte ebenso solch „bevorzugte Behandlung“ erfahren.

Im Endeffekt war es auch egal, was man wählte, die CSU am Ort war schwarz, korrupt und soff, die SPD war ebenso schwarz, korrupt und soff, die FDP war schwarz, korrupt und soff, und als ich mal in meiner jugendlichen Naivität mit dem Rad im strömenden Regen zur Versammlung der Grünen im Nachbarort fuhr, weil ich dachte, dort dürfe man sich mit dem Auto sicher nicht blicken lassen, ohne gleich unten durch zu sein, war außer mir gar keiner da. Warum? Richtig, der Ortsvorsitzende der Grünen war mit dem Rest der Mannschaft bei sich zuhause versackt und soff! Nur Ouzo statt Augustiner. Ist alternativer.

Das war dann auch der Höhepunkt meines Engagements bei dieser Partei. „Grüne“ mochten mich selten, weil sie zwar mit dem Auto überall hin fahren und ihren Farbfernseher im Jugendzimmer hatten, an mir aber ablehnten, daß ich wußte, wie er funktioniert. Technik ist „bäh“. die benutzt man, aber lehnt sie ab. Andere Techniker mochten mich wiederum nicht, weil ich die ach so tolle Atomkraft nicht mochte.

Grüne machen auch oft unsinnige Aktionen, klar, allerdings zugegeben weniger als andere Parteien, sofern die denn überhaupt welche machen.

Dann schrieb ich bei einem alternativen Online-Magazin. Dort mochte man keine Atomkraft. Und legte viel Wert auf Politik-Artikel.

Leider merkte ich aber zu spät, daß man dort als Autor oder Redakteur Linker sein durfte, Nazi, schietegal, Hauptsache irgendwie radikal, auch CDU-Versammlungen waren als Thema ok, nur über die Grünen durfte man auf gar keinen Fall berichten…eine Einladung von Bundespresseamt und Journalistenverband zur Vorstellung des neuen Programms der Grünen mit Besichtigung des Bundestags nahm mir mein Chef extrem übel…da durften die Kollegen vom bayrischen Rundfunk hin, auch die alternativen Kollegen von Radio Feierwerk und Radio Lora, aber nicht ich. So etwas ziemt sich nicht für ein unabhängiges Magazin, nein, über die Grünen schreibt man nicht. Keinesfalls. Die sind „bäh“. Wahrscheinlich, weil sie Journalisten nicht die Fresse einschlagen wie die Nazis. Grüne sind ja pazifistisch (ok, nicht Onkel Joschka), das geht ja nun gar nicht!

Den Job war ich los, bei den Grünen bin ich allerdings immer noch nicht. Und mein Kollege schimpft regelmäßig über die Grünen. Nein, gestern nicht, da hatte er sich krank gemeldet.

Man kann auch zu den „Piraten“ stehen, ohne blöd angemacht zu werden. aber wieviele der 24% Grün-Wähler wohl vor ihren Bekannten, Freunden, Arbeitskollegen zugeben würden, daß sie grün gewählt haben?

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