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Joachim Graf – Der Fluch des Coltan 2. Mai 2011

Posted by DL2MCD in Mal was Positives, Rezensionen.
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Joachim Graf dürfte den meisten, wenn überhaupt, als Chef des Hightext-Verlags bekannt sein – ein Kleinverlag, der Internet- und Print-Newsletter sowie einen Pressedienst herausgibt und damit zwar nicht reich wurde – wie auch in dieser maroden Branche? – doch durch vernünftiges Wirtschaften auch Krisen gut überstand und einerseits business-nutzwertorientiert, andererseits doch weit kritischer ist, als die meisten denken, die nur die Website kennen.

Kleines Manko: Einen echten Vollzeit-Redakteur nach Tarif ernähren kann der Verlag nicht, ev. aber einen 3/4-Redakteur. Er sucht übrigens gerade wieder jemand, und es ist sicher kein schlechter Platz zum Arbeiten.

Joachim Graf hat aber noch andere Seiten: Er engagiert sich sehr für soziale Gerechtigkeit, ob im Arbeitsleben oder generell, hat auch an diesem lesenswerten Buch mitgearbeitet und es verlegt, und hat auch noch eine künstlerische Ader. Mit letzterer hat er Holz- und Linolschnitte erstellt, die er auch regelmäßig ausstellen läßt. (Im Buch sind auch einige).

Neulich war ich nun auf einer Vernissage von Joachim Graf – genauer, einer Finissage – und hab mir prompt was Nettes mit heimgenommen.

Ok, das soll ja öfter mal passieren auf Vernissagen. Aber nein, die nette Dame von Macromedia, die die Räume zur Verfügung stellten, war leider nicht abkömmlich – sie mußte ja bis zum Schluß bleiben und zusperren. Es war etwas von dem, was bei einer Finissage raus muß. Genau, ein Bild.

Und zwar dieses hier. Da war mir die Botschaft des Bilds auf Anhieb klar – über dieses Thema hatte ich nämlich auch schon geschrieben. Übrigens in einer Elektronik-B2B-Fachzeitschrift, wo so etwas unüblich ist und ich ein empörtes Aufraunen der Bauelementehersteller befürchtet hatte. Stattdessen bekam ich wohl einen der wenigen Leserbriefe, die solche Fachzeitschriften je erhalten haben, voller Lob, daß jemand auch diese dunkle Seite der Tantalkondensatoren angesprochen hat. Bei Magazinen, wo man solche kritischen Artikel erwartet, hatte ich mit den Lesern weit weniger positive Erfahrungen gemacht.

Eigentlich habe ich für sowas gar kein Geld – und auch keinen Platz. Aber es gibt eben Ausnahmen, auch wenn ich dann prompt in der Sommerhitze eine große Leinwand durch München, durch die S-Bahn und den Lokalzug heim trug.

Allerdings sind die Afrika-Bilder von Herrn Graf in einer afrikanischen Dorfhütte sicher dekorativer als in einem deutschen Haus. Denn die Leinwände sind sehr „abgetönt“ (also nicht weiß), und die Rahmen ziemlich krumm. Ich kam mir vor wie Loriot im Sketch – doch dieses Bild läßt sich von Natur aus nicht gerade aufhängen, weil es krumm ist. Außerdem braucht es eine große Entfernung des Betrachters, um zu wirken. Es hängt nun im Treppenhaus.

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Manchmal hat ein Kunstwerk aber halt eine Botschaft, und nicht nur Schönheit.

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[Disclaimer: Buch und Bild habe ich regulär bezahlt, dies ist keine bezahlte Schleichwerbung.

Disclaimer 2: Ich hasse solche Disclaimer, auch wenn sie in Blogs üblich geworden sind.]

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Kommentare

1. Ulf J. Froitzheim - 2. Mai 2011

Schade, dass Du das jetzt erst postest – mit dem Aufhängen des Bildes als Spät-Aufhänger. Zu der Finissage wäre ich gerne mitgegangen.

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2. DL2MCD - 2. Mai 2011

Ja, es ist schon sehr spät, denn das war ja schon im letzten Sommer und ich komme einfach nicht dazu, so aufwendige Texte zeitnah zu schreiben.

Aber das war sicher nicht die letzte Ausstellung von Joachim Graf. Er macht immer wieder welche. Ich kann Dich da gerne auf dem Laufenden halten, anonsten tut er das sicher auch gerne 😉

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3. Joachim Graf - 5. Mai 2011

Nur zwei Anmerkungen:
1. Der HighText-Verlag beschäftung weder 3/4- noch 4/6- noch 1/32-Redakteure. Sondern ganz normale Vollzeitredakteure. Und zahlt denen (und auch den Freelancern) gar nicht mal schlecht.

2. Wer Einladungen zu Vernissagen will, schickt mir eine E-Mail, ich lade ihn gerne ein Info-at und dann meine Website….

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4. Ist das Betonzeitalter zurückgekehrt? « Notizen aus der Neidbranche - 17. Mai 2011

[…] so um 2 Minuten verschoben wurden, daß meiner normalerweise genau weg ist. Auf der Rückkehr von dieser Veranstaltung durfte ich ihn das erste Mal nutzen und muß außerdem sagen, daß er auch noch potthäßlich […]

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