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Die Polizei – dem Bürger ein Vorbild… 16. Mai 2011

Posted by DL2MCD in Nervensägen.
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Ich habe mit anderen Bahnfahrern morgens Stammplätze im Zug. Das geht bei Privatbahnen. Abends leider nicht, da fährt für mich kein passender Zug, und da sind die Stammplätze auch längst alle vergeben mit langen Wartelisten.

Das mit dem Stammplatz ist eine wunderbare Erfindung, für eine kleine Zusatzgebühr können Inhaber von Jahreskarten sich an Werktagen in einem bestimmten Zug einen Platz reservieren. Man muß nicht in den Wagen hetzen und sich irgendwo reinquetschen, sondern man fährt immer mit denselben Leuten, kann in Ruhe lesen oder schlafen, kommt entspannt in die Arbeit.

Manchmal sitzt natürlich jemand, der das Ganze nicht durchblickt hat (häufiger) oder nicht durchblicken will, auf dem reservierten Platz. Den muß man dann wegbitten. Heute früh saß plötzlich ein „Bulle“ auf dem Platz eines mit mir zusteigenden Mitfahrers.

Während dieser – soweit ich weiß, auch Beamter, aber städtischer -, sonst sehr freundlich und bescheiden ist, auch mal einen „Falschsitzer“ sitzen läßt, bat er den Polizisten in diesem Fall sofort sehr deutlich, aufzustehen.

Im Abteil war nun kein unreservierter Platz mehr frei, also mußte er raus.

Und das war auch besser so – der Bulle (und in dem Fall darf man ihn so nennen) hatte nicht nur geglaubt, als Polizist gelte für ihn auch die Sitzregelung nicht, nur weil er ja schon in Uniform gratis mitfahren darf. Dabei gibt es in dem Zug ja noch genügend Wagen ohne Sitzreservierung, das ist nur in diesem Wagen so. Sondern er hatte auch noch a) zum Mißmut der anderen Mitreisenden das Fenster aufgerissen um 5 Uhr früh und b) die neben ihm auf einem unreservierten Sitz sitzende Frau aufgefordert, sich gefälligst von ihm weg auf einen reservierten Platz umzusetzen. Damit sie dann auch rausmüßte, so wie er.

Ich geb zu, ich hätte gezaudert, einen Polizisten aus dem Abteil zu schmeißen, Aber es war dringend notwendig. Diese Sorte denkt sonst, sie dürfe sich alles erlauben. Ich hatte einen Polizisten als Vermieter, der dachte, er sei Gott und benahm sich entsprechend. Aber davon ein andermal, wenn ich mehr Bock auf so unerfreuliche Geschichten habe…

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