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Google, die Daten-Krake: Vorsicht mit unbedachten Youtube-Klicks! 24. Mai 2011

Posted by DL2MCD in Pleiten, Pech und Pannen.
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Ja, wir sind ja alles eine große Netz-Gemeinschaft, eine tolle Community, und jeder soll/darf/muß via Twitter, Foursquare, Google genau wissen, wo ich wohne, wann ich geboren bin, wo ich gerade zu Abend esse und welche Zelle ich anschließend aufsuche.

Und wer das nicht mag, der ist absolut uncool und wer sein Haus nicht in Google Streetview sehen will, dem darf man es mit Eiern bewerfen (aber wozu, wenn das dann doch gar nicht zu sehen ist?).

Ok, bislang hatte ich mit Google kein Problem, aber man muß schon schwer aufpassen, was man tut – ein falscher Klick, und man steht plötzlich ohne Hosen da:

Konkret habe ich unter einem meiner Aliase einen Videochannel auf Youtube eingerichtet. Den nutze ich manchmal für Workshops, um Leuten Youtube zu erklären, oder wenn ich im Blog ein Video brauche, das von mir selbst aufgenommen und daher noch nicht auf Youtube ist.

Natürlich stöbere ich auch selbst in Youtube herum – beruflich, und privat. Was sich vermischt, weil in Kolumnen auch immer wieder mal „lustige Youtube-Videos“ gefragt sind.

Bei einem dieser Streifzüge stolperte ich über ein durchaus lustiges, aber auch ziemlich heftiges Video. Noch legal – sonst wäre es nicht auf Youtube – aber dann doch zu böse (Stichwort: leicht sexistische Schadenfreude) für meine Kolumne. Allerdings waren die Kommentare zu dem Video teils extrem negativ und es hatte viele Daumen nach unten. Um den Einsteller zu trösten, verpaßte ich ihm daher einen „Daumen nach oben“. Denn – dazu stehe ich – mir persönlich gefiel es trotzdem.

Daß ich dabei in Youtube mit meinem Workshop-Account eingeloggt war, hatte nun ungeahnte Folgen: Als ich einige Monate später nach diesem Alias suchte, stand auf Platz 6 mein Youtube-Channel und als erster Satz „2 months ago: xxx likes yyyyyy“ (detaillierte Beschreibung des Inhalts des betreffenden Videos). Auf meinem Privat-Fun-Account tragbar, auf einem für Fachartikel genutzten Account natürlich nicht: Leser, Blogger, Redakteure können da enorm humorbefreit und intolerant sein.

Daß Google allen Ernstes bereits solche Mausklicks gnadenlos protokolliert, in deutschen (Youtube.de Channel) bzw. englischen (Google.de Suchergebnisse) Klartext übersetzt und via Suchergebnisse auch noch in alle Welt rausblökt, damit hatte ich bei aller berufsbedingt durchaus vorhandenen Paranoia nicht gerechnet!

Man kann diese Anzeigen in seinem Youtube-Channel abschalten – standardmäßig sind sie an. Dann verschwinden sie auch vom Youtube-Channel. Leider verschwinden dadurch aber die Einträge aus den Suchergebnissen nicht.

Inzwischen habe ich den Mist auf andere Art wegbekommen, und es war zwar ärgerlich, aber vergleichsweise harmlos. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, daß im Internet inzwischen auf manchen Seiten wirklich jeder einzelne Mausklick protokolliert und anschließend kichernd der ganzen Welt mitgeteilt wird. Und Google ist dabei noch nicht einmal Daten-Pottsau aus Überzeugung, nur aus Schusselei. Man kann sich selbst ausmalen, was man sich mit Aktivitäten auf SchülerVZ, StudiVZ oder Facebook so einbrocken kann. Und dazu muß man sich nicht so dämlich anstellen wie die Gründer.

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