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Ich gestehe: Ich mag keine „Kästen“! 21. Juli 2011

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Wenn ich mal wieder in der Bahn beim Lesen 3 Hände brauche, um mir zu merken, wo eigentlich der Text weitergeht, während ich gerade das Lesen des eigentlich interessanten Beitrags unterbreche, um zwei „Info-Kästen“ zu lesen, die ebenfalls über drei Seiten gehen, nach denen dann ganz unerwartet auch mal der Haupttext weitergeht, dann wird mir wieder einmal klar:

Ich mag keine „Kästen“!!!

Was für einen Printredakteur als Todsünde gilt.

Kollegen (vor allem Kolleginnen) schauen einen dann schon mal naserümpfend an:

Magst Du etwa keine Kästen?

So, nun ist es raus, ich habe mich geoutet: Ich bin anders, ich mag sie nicht.

Jedenfalls nicht in dieser beschriebenen Art!

Klar ist eine lange „Bleiwüste“ ätzend und für die heutigen „Twitter“-Leser, die nicht mehr als 140 Zeichen am Stück lesen wollen, zu hoch.

Aber dafür gibt es zur grafischen Auflockerung auch noch:

  • Absätze
  • Aufzählungen (wie diese)
  • Zwischenüberschriften
  • Bilder

Gleiches gilt online.

Wenn man natürlich nicht fünf Bilder in den Text setzt, sondern 50 in eine Bilderklickstrecke, aus der man dann auch noch nicht zum Text zurückfindet… 😦

Ich habe nichts gegen echte Infokästen begrenzter Größe mit Tabellen oder Begriffserklärungen, bei denen man auch sieht, daß der Artikel anschließend weitergeht.

Was ich aber unmöglich finde, ist es, einen Artikel durch drei Riesenkästen zu unterbrechen, die selbst jeweils über den Seitenumbruch laufen.

Leute, es gibt so etwas wie Lesefluß! Der Leser will auch einfach mal linear lesen können, ohne wie in einem Computerprogramm in drei verschachtelte Unterebenen springen zu müssen.

Zumal manche Kästen echt nur nach grafischen Gesichtspunkten erzeugt werden. Man steckt halt einfach einen Teil des Fließtextes in einen Kasten und setzt ihn an eine andere Stelle, um den Artikel „aufzulockern“. Und der Leser kommt sich vor wie auf einer Schnitzeljagd…

Ebenso blöd ist es auch, irgendwelche Zitate aus dem Text nochmal in Zwischenüberschriften zu setzen. Wer den Text wirklich liest, muß dann alles doppelt lesen. Soll etwa der, der nur die Überschriften liest, hier als Maßstab dienen?

Und natürlich sind auch Symbolbilder lästig, die überhaupt nicht zum Text passen, nur weil der Layouter meint „da braucht es noch ein Bild“. So, wie der Kollege, der zu jedem Artikel über Telekommunikation dann wahlweise eine Blondine mit Telefon oder eine Blondine mit Handy plazierte, bis sich die Fotoredaktion weigerte, noch weitere Blondinenbilder ranzuschaffen. Und ich mußte auch noch immer zur Blondine mit Telefon eine nicht allzu dämliche, neue, originelle, informative Bildunterschrift texten, die aber zwangsweise trotzdem nicht weit von der endete, die übl(ich)erweise bei dem Mädel auf Seite 3 der BILD zu finden ist…

Ja, ich bin ein „alter Opa“, der gerne liest und nicht nur die Bilder anguckt…und ich bin nicht der einzige!

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