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Fratzebuch: „Ich weiß, wo Du letzten Sommer gesurft hast“ 24. August 2011

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Da war ich neulich mal mit einem 10 Jahre alten Netscape-Browser auf Spiegel online, um zu sehen, wie die Seite damit eigentlich aussieht.

Nun, auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: All das bunte Werbezeugs erschien gar nicht, die Seite sah glatt so aus wie mindestens 17 Jahre alt, einfacher schwarzer Text auf weißem Untergrund.

Irritierend war aber, was an dieser Stelle:

Empfehlen f 75 Empfehlungen. Registrieren, um die Empfehlungen deiner Freunde sehen zu können.

Auf anderen Social Networks posten:

studiVZ meinVZ schülerVZ
deli.cio.us
Xing
Digg
Google Bookmarks
reddit
Windows Live

© SPIEGEL ONLINE 2011

plötzlich zu sehen war:

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz
wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

Dieer Text erscheint sonst nur, wenn man mit der Maus über das i fährt.

Wer also bei Fratzebuch eingeloggt ist, der wird dahin nicht nur verpetzt, wenn er den „Gefällt mir“-Knopf tatsächlich drückt, oder die Seite ein Werbe-Applet von Fratzebuch enthält. Nein, die Existenz des Knopfes reicht bereits vollkommen aus, um dort die IP-Adresse zu loggen.

Bei Spiegel online dürfte dies ebenfalls geschehen, denn das tut jeder Webserver. Aber wenn man bei Fratzebuch eingeloggt ist, ist dort natürlich auch die Identität zur IP-Nummer bekannt. Und damit wird die IP-Adresse zu personenbezogenen Daten.

Kein Wunder, daß die Datenschützer den Fratzebuch-Knopf verbieten wollen. Damit haben sie ja völlig recht.

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Kommentare

1. limone - 25. August 2011

dagegen hilft: nur in FB eingeloggt sein, wenn man da tatsächlich was macht und nicht wenn man irgendwo anders surft.

lesetipp: https://plus.google.com/117484056901126082594/posts/D1Abni6TeM5

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2. DL2MCD - 26. August 2011

Nun, die meisten FB-Nutzer wollen doch ständig „auf dem Laufenden“ bleiben und müssen dazu eingeloggt bleiben. Sonst hat der Dienst doch keinen Sinn.

Dazu gibt es ja mittlerweile schon Smartphones mit FB-Funktionen.

Ob das dann in Richtung Sucht geht, ob das sinnvoll ist, ist eine andere Baustelle. Aber ständig ausloggen? Das ist für FBler doch wie offline gehen 😉

Und dann sollte so ein Dienst ein Mindestmaß an Sicherheit bringen, auch für unbedarfte User.

Zu Deinem Google-+-Link:

Vor einen Zug laufen, da weiß selbst ein Laie, was ihm droht.

Aber ganz konkret hat z.B. Web.de so eine Funktion unter dem Webmail, die Dir nach dem Absenden einer Mail angezeigt wird. Werbung für Fratzebuch.

Ich schicke also eine E-Mail an eine Behörde. Sagen wir mal, sowas wie info@donaudampfschifffahrt.de

Und bekomme nach dem Abschicken angezeigt:

Helga XXX ist bei Facebook. Melde auch Du Dich bei Facebook an, um mit Helga XXX in Kontakt treten zu können!

Jetzt weiß ich also, wie die Dame heißt, die die E-Mails bei der Donaudampfschifffahrt zu bearbeiten hat, ich weiß, daß sie im Büro facebookt, und wenn ich mich noch an sie erinnere, seit ich bei ihr im Büro war, und sie nett fand, kann ich sie jetzt gnadenlos anbaggern. (Was dann immerhin eine bestimmungsgemäße Nutzung von FB wäre).

Hat Helga das geahnt und wirklich so gewollt? Sicher nicht.

Muß man ihr Naivität vorwerfen, nur weil sie den einen kleinen Fehler begangen hat, sich mit ihrer Dienst-E-Mail bei FB zu registrieren? Und die olle Datenpottsau FB das so hintenrum aller Welt verpetzen muß?

Ich mag Fratzebook nicht, aber den Vergleich mit dem Zug…sooo gefährlich sollte so ein Dienst einfach nicht sein!!! Das tut nicht Not, das kann man auch userfreundlicher machen und die Leute nicht beim kleinsten Fehler in einen DatenGAU stürzen.

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3. limone - 26. August 2011

Klar, aber die Sache mit Helga hat nichts mit dem Like-Button zu tun, oder? Ich finde schon, dass man verlangen kann, dass ein FB-User sich ausloggt, wenn er für den Like-Button nicht transparent sein will. Ich find’s viel lästiger, dass ich mich für jede Google-Suche bei Google Plus abmelden muss, weil ich nicht will, dass Google meine Suchanfragen mit meinem Google-Plus-Profil verknüpfen kann. Der Zug-Vergleich ist etwas überzogen, d’accord, aber generell bedeutet die Orientierung am DAU halt einen enormen Verlust an Features für alle, das bezieht sich ja nicht nur auf den Like-Button. Ich habe genau aus solchen Gründen den Like-Button oder +1-Button nirgends drin, muss aber damit leben, dass ich damit mein Blog mehr oder weniger abhänge vom Social Web. Und wenn’s dann so weit geht, dass man Fanpages dichtmachen soll… das ist dann wieder deutsche Hysterie.

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4. limone - 26. August 2011

P.S.: Wenn Helga mit der allgemeinen Info-Adresse ihrer Behörde bei FB angemeldet ist, sollte ihr mal jemand einen Internetführerschein-Kurs schenken, oder am besten der gleichen Behörde. 😉

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5. limone - 26. August 2011

(der ganzen Behörde – typo)

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6. DL2MCD - 26. August 2011

Ja nu – ich habe hier auch einen Fratzebuch-Share-Knopf, der aber meines Wissens sauberer arbeitet und nur dann mit Fratzebuch quasselt, wenn ich draufdrücke – und nicht schon, wenn ich nur auf der Seite bin, wie bei Spiegel online. 100% weiß ichs nicht, da ich ihn nicht selbst eingebaut habe. Udn auch auf dieser Seite gehen Statistikdaten an wordpress.com – aber nur dahin und nicht ganz woanders hin.

Ich sehe nicht, wo ich dadurch an Funktionalität verliere oder ein Besucher.

Aber so verlierst Du halt Funktionalität, wenn Du dann den Button ganz wegläßt. Denn nur weil ich nicht bei Fratzebuch bin, will ich es anderen ja nicht vermiesen oder schwer machen. Aber die sollen es halt vernünftig machen und nicht gepfuscht.

Und was Helga betrifft: Ach komm, Fratzebuch ist nicht für Geeks, sondern für Normalos. Woher soll ein Normalbürger wissen, daß Fratzebuch seine E-Mail-Adresse rumplappert, wenn er in dem Thema nicht so drin ist wie wir? Da müßte man per Klick alles manuell freigeben, und dann weiß man es auch, statt manuell erstmal alles zumachen zu müssen. Wer dann noch die Warnung überliest, ok, der muß damit leben.

Seit selbst ein XING-Manager aus Versehen alle XING-User zu seiner privaten Geburtstagsparty eingeladen hat, weil man das Interface von XING jetzt Fratzebuch angepaßt hat, entfällt auch das Argument „das weiß man doch“. Wenn nicht mal die, die das System verbrochen haben, wissen, was sie tun, dann stimmt mit dem Interface einfach was nicht.

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7. limone - 29. August 2011

naja, diese share-buttons habe ich auch (aka „sexy bookmarks“ plugin für wp) und ebenfalls die hoffnung, dass die nicht „nach hause telefonieren“.

trotz allem: helga sollte mal einen blick in die betriebsvereinbarung werfen. in aller regel wird ihr der arbeitgeber die nutzung der dienstadresse für den privaten fb-account untersagen.

sonst wird uns doch auch überall gepredigt, dass unwissenheit nicht vor strafe schützt – oder eben vor bösem erwachen.

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DL2MCD - 29. August 2011

FB in einer Betriebsvereinbarung? In einer Behörde? Da ist doch bestenfalls festgelegt, daß Inhaber einer Stabsstelle einen IBM 286 bekommen, die anderen einen IBM XT ;o)

Nee, ernsthaft: In den meisten Firmen gibt es für sowas keine Betriebsvereinbarungen. Das passiert erst, wenn es gekracht hat, weil die Jungs aus dem PC-Service das halbe Internet leergesaugt haben, weil der Vertriebschef während der Dienststunden hauptsächlich auf analhexen.de war, oder weil ein paar Jungs aus der Werkstatt auf ihrem PC einen Kazaa-Server eingerichtet hatten und deshalb Sonntag früh um 1/2 6 die Kripo alles abtransportiert hat. Oder weil der blöde Kapersky „Cain & Abel“ als illegale Hackersoftware bezeichnet, obwohl sie nur aus beruflichem Anlaß benutzt wurde (Testen der Sicherheit des Firmenwebs gg. Attacken).

Dann hat es allerdings manchmal übelste Folgen, wie bei Kuka Roboter, wo wg. der Sache mit dem Kazaa-Server GAR KEIN Internetzugriff mehr erlaubt war außer Wikipedia, nicht mal Spiegel.de, schon gar nicht Webmail. Was dann fatal war, weil man mir keinen Firmen-E-Mail-Account geben wollte, ich auch keinen privaten nutzen konnte (Webmail-Verbot und kein Geld für iPhone o.ä.!) und so die Kommunikation mit den Trainer-Kollegen am anderen Standort unmöglich war (telefonisch nur ca. 5 Minuten in Trainingspausen möglich).

Nur Firmen, die selbst im SM-Bereich sind (also Social Media 😉 ), haben zu sowas Betriebsvereinbarungen. Da ist man dann aber sogar VERPFLICHTET, Fratzebuch zu nutzen und sich als glühender Fan der Firma einzutragen 😦 – auch nicht besser. Nicht, weil man kein Fan der Firma ist (dann sollte man sich eine andere Firma suchen), sondern weil dann jede neidische Pappnase sieht, wo man arbeitet und einem da Ärger machen kann.

Ich habe aber lieber auch mein XING privat. Ein Kollege läßt es sich von der Firma zahlen, aber dann gehört auch der Account u.U. der Firma. Wenn Du wechselst, mußt dann eigentlich alle Freunde/Kontakte der Firma bzw. Deinem Nachfolger übergeben. Finde ich nicht so geschickt.

Und nun, nur weil man sich mit einer bestimmten E-Mail anmeldet (manch Internet-Laie hat gar keine private E-Mail-Adresse und denkt, er muß nur mal dieses neue Zeugs da mal kurz ausprobieren, um mitreden zu können), erwartet man doch nicht, daß die auf diese Weise überall rumgeblasen wird?!

Ich habe ja umgekehrt lange private E-Mail-Adressen auch beruflich benutzt, bis mir die weggeklagt wurden. Seitdem riskiere ich das normal lieber nicht mehr, daß so auch noch Firmeninterna unter böse Leute kommen. Bei Kuka wäre es aber meine einzige Chance gewesen, meinen Job zu tun und zu behalten…

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