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Erstaunlich: DJV befürwortet Rundfunkgebührenvernunft 5. September 2011

Posted by DL2MCD in Mal was Positives.
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Es ist so eine Sache mit den Extrawürsten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dem Deutschen Journalisten-Verband:

Einerseits will dieser den Schwächsten im Journalismus, den sogenannten „Freien“ Journalisten, durchaus helfen. Diese werden nicht nur viel schlechter bezahlt als angestellte Journalisten (und auch diese sind im Vergleich zur geforderten Arbeitsleistung nicht so doll bezahlt), sie werden auch bei den Rundfunkgebühren mehrfach belastet:

Wenn sie ein Radio, einen Fernseher oder auch nur einen Videorekorder beruflich nutzen, so müssen sie für jedes dieser Geräte eine eigene, weitere Rundfunkgebühr zahlen. Videoreporter, die nicht aus allen Monitoren die Tuner entfernen, können so Hunderte € im Monat los werden.

Inzwischen wird ja auch für Internet eine Rundfunkgebühr fällig, und da wurde viele Jahre versucht, bei den „Freien“ ebenfalls doppelt abzukassieren: Zusätzlich zur privaten Rundfunkgebühr nochmals für den berufliche genutzten PC. Denn welcher Journalist benutzt den schon, um seine Artikel zu schreiben oder seine Fotos zu bearbeiten, natürlich wollen wir alle mit dem unbedingt Radio hören und fernsehen, nicht etwa mit Radio oder Fernseher…. 😦

Es gab vor kurzem schon einige nicht zur Revision zugelassene Gerichtsentscheidungen gegen diese Abkassiererei über Gebühr. Jetzt hat auch das Bundesverwaltungsgericht so entschieden.

Und der DJV? Begrüßt dies sogar.

Vernünftig.

Und dennoch neu. Als ich 2008 die von einem freien Kollegen diesbezüglich an den inzwischen leider verstorbenen damaligen ARD-Vorsitzenden Fritz Raff gestellte Frage in einem Bericht über eine Veranstaltung auf der Berliner Funkausstellung erwähnte, führte eben dies zum Zerwürfnis mit dem Chefredakteur der Verbandszeitschrift und einer Absage eines weiteren Artikels, zu dem ich bereits das Ticket zur Anreise an den Ort der Veranstaltung gekauft hatte und auf dem Weg zur Veranstaltung war.

Rundfunkgebühren waren im DJV stets eine heilige Kuh und durften nie in Frage gestellt werden, auch nicht in solch ganz offensichtlich unfairen Fällen. Dazu sind zuviele Mitglieder beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk beschäftigt.

Doch es ist eben so, wie es nun von Michael Konken gesagt wird:

Viele von ihnen sind froh über jeden Euro, den sie nicht von ihren Honoraren abzweigen müssen.

Und verdammt nochmal, auch wenn wir zwei Augen und zwei Ohren haben, so können wir doch nur ein Programm gleichzeitig ansehen oder anhören. Also wieso soll eine Person mehrere Gebühren zahlen? Ok, ok, manche haben auch gleichzeitig Fernseher und Radio an, aber die schauen dann sicher nicht öffentlich-rechtlich und arbeiten auch nicht dabei…bügeln vielleicht noch…

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Kommentare

1. Ulf J. Froitzheim - 5. September 2011

Dazu stand kürzlich ein schönes Interview mit dem Staatsrechtler Christoph Degenhart auf der SZ-Medienseite. Der glaubt auch nicht an multiple Gebührenzahler-Persönlichkeiten.

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/529746

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