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Oktoberfest: Einfach zum Kotzen! 28. September 2011

Posted by DL2MCD in Pleiten, Pech und Pannen.
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Nun, für viele ist es die fünfte Jahreszeit, bayrische Kultur pur: Das öffentliche Großbesäufnis, die „Wies’n“, für die man sich Lederhosen bzw. Dirndl anzieht.

Wer da dann nach 17 Uhr noch Zug fahren muß, kann mitfeiern, ohne selbst zahlen zu müssen:

Ich vermeide es ja, in diesen Wochen so spät noch fahren zu müssen. Letzten Freitag ging es nicht anders, weil ich mich mit einer netten Ex-Kollegin traf, der auch schon mal wieder der Job wegen mobbender Chefs abhanden kam – die Firma schloß kurzerhand die ganze Abteilung, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Also war ich dann erst nach 20 Uhr im Zug. Der füllte sich nach und nach wie zu erwarten mit lauter nervigen, besoffenen Oktoberfestgästen. Und ich freute mich ausnahmsweise mal über die sonst sehr unangenehmen engen Wagen, wo man nicht zu viert gegenübersitzt, sondern in Zweierreihen nebeneinander. Da muß man wenigstens nicht befürchten, daß das Gegenüber einen spontan vollreihert.

Nur ein Mann war relativ still, setzte sich in seine Reihe und stellte seine Aktentasche neben sich, um alleine zu bleiben.

Das klappte allerdings nicht, der Zug wurde zu voll. Also machte er einer hübschen (wenn auch in Wiesn-Dirndl gekleideten) jungen Dame höflich Platz.

Die wollte jedoch lieber neben ihrer Freundin sitzen, also tauschten sie, nun war eine ältere Dame neben dem Herrn.

Daß das dem Herrn nicht so gut gefiel, nunja. Aber die Reaktion darauf war dann ziemlich herb!

Ein Normalmensch kotzt in eine Tüte, ins Klo, oder notfalls auf den Boden, wenn ihm übel wird.

Dieser Herr dagegen verschränkte die Arme und ließ dann langsam die Brocken aus seinem Mund auf seine Brust quellen. Dann verteilte er sie perfekt (wenn auch ungewollt) wirklich überall: Auf seiner Jacke, auf seiner Hose, vorne und hinten, auf den Sitzen, am Boden, auf seiner Aktentasche, in seiner Aktentasche, auf seinem Mantel…

Währenddessen leerten sich entsetzt alle angrenzenden Reihen und die Fenster wurden aufgerissen.

Der total bekotzte Herr zeigte brav dem Kontrolleur seine Fahrkarte, ohne sich über seinen Zustand im Klaren zu sein oder zu glauben, daß die stinkenden Brocken auf seiner Kleidung und Aktentasche nicht auffallen würden.

Dann kamen zwei Herren vom Sicherheitsdienst und überzeugten ihn, sich doch besser mal „etwas“ zu säubern.

Das tat er dann auch. Wenn auch lange ohne sichtbaren Erfolg, weil er die Kotze nur noch gleichmäßiger auf seiner Lederhose und dem Karohemd sowie den Sitzen verschmierte.

Währenddessen kamen die jüngeren Burschen begeistert angerannt, und betrachteten die Sauerei etwa so, wie eine Frau ein fremdes Baby ansieht. Sagten zu den Sicherheitsbeamten „das muß man respektieren, daran hat er lange gearbeitet“.

Nach etwa 30 Minuten stieg der Mann dann aus, inzwischen sah die Ecke fast wieder normal aus. Und einer der zuvor so begeisterten jungen Burschen knallte sich mit seiner Lederhose mit Karacho in den kotzegetränkten Sitz, während die wenigen verbliebenen Damen entsetzt aus dem Abteil rannten.

Ja, wenn man schon sich besäuft, dann muß man sich wenigstens auch noch vor allen Leuten dekorativ vollkotzen. Sonst lohnt sich so ein Wiesnbesuch ja gar nicht….

(Ob der Herr für das Vollkotzen des Zuges etwas zahlen mußte? Wohl nicht. So „engstirnig“ sind ja nur Taxifahrer…)

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