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Neid auf Freiberufler… 2. Mai 2012

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Ja, das ganze Blog hier hat ja den Neid zum Thema. Den Neid auf jene, die nicht in festen Anstellungsverhältnissen stehen, was bei den Journalisten inzwischen die Mehrheit ist. Was zwar von Personalern oft gleichbedeutend mit „arbeitslos“ gesehen wird – als ob ein Freiberufler ohne Arbeit wäre, er wird nur schlechter bezahlt. Doch werden die Einkommen von Freiberuflichern auch ständig fehlbewertet und vergessen, daß diese keine Kranken- und Sozialversicherung enthalten und ein hohes Risiko.

IT-Freiberufler werden relativ ordentlich bezahlt, anders als Journalisten, doch auch dort zeigt sich dieses Problem, wie die folgende Marktstudie von Solcom zeigt:

Marktstudie: Neid und Anerkennung für Freiberufler

Reutlingen, 02. April 2012. Freiberufliche IT-Spezialisten genießen in den
IT-Abteilungen ihrer Auftraggeber überwiegend fachliche Anerkennung. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des IT-Personaldienstleisters SOLCOM unter den 6.602 Abonnenten seines Online-Magazins. Thema war die Stellung und Einschätzung von Freiberuflern in IT-Abteilungen. Dabei wurde gefragt, wie Freiberufler ihre Zukunftsaussichten einschätzen und welche Erfahrungen sie im Umgang mit Kunden und deren Festangestellten gemacht haben.

Wegen der höheren Honorare von Freiberuflern ist der Neidfaktor relativ
hoch: 42,5 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich bereits einmal oder mehrmals bei Festangestellten diesbezüglich rechtfertigen mussten. Hingegen empfinden Freie nur geringen Rechtfertigungsdruck, wenn es um ihre fachliche Anerkennung und den höheren Wert ihrer Arbeit (7,7 Prozent) aufgrund ihres spezialisierten Know-hows geht. Die Mehrheit (57,5 Prozent) hatte eigenen Angaben zufolge noch nie mit irgendwelchen Neidempfindungen fest angestellter Kollegen zu tun.

IT-Abteilungen, die fast ausschließlich aus Freiberuflern bestehen, sind der Marktstudie zufolge kein wirkliches Thema. Knapp 60 Prozent der Befragten schätzen den Freiberufleranteil im unteren Drittel ein. Knapp 40 Prozent glauben, dass in manchen IT-Abteilungen bis zu 60 Prozent Freiberufler arbeiten. Wohin die Entwicklung beider Arbeitsmodelle gehen wird, bleibt jedoch offen: knapp 55 Prozent wollen keine Prognose abgeben. Lediglich 8,8 Prozent sehen künftig mehr Festangestellte in IT-Abteilungen während 36,4 Prozent noch mehr freiberufliches Unternehmertum voraussagen. Die Durchlässigkeit der Arbeitsmodelle beim Wechsel aus der Festanstellung in die Freiberuflichkeit und umgekehrt wird in etwa gleich beurteilt: Jeweils knapp 40 Prozent empfinden die eine oder die andere Wechselrichtung als leichter gangbar.

Das stärkste Argument gegen eine freiberufliche Tätigkeit ist für knapp 44
Prozent das finanzielle Risiko, während für 19,2 Prozent die unausgeglichene Personal-Work-Life-Balance und für 11 Prozent mangelnder Kündigungsschutz dagegen sprechen. Nur knapp 7 Prozent schrecken Mobilitätserfordernisse und Mehrarbeit ab, und für weitere gut 7 Prozent spricht die selbständige Kundenakquise gegen eine Freiberuflichkeit.

Das SOLCOM Online-Magazin erscheint sechs Mal im Jahr und enthält jeweils eine Umfrage zu aktuellen Themen im IT- und Engineering-Bereich. An der jüngsten SOLCOM-Umfrage nahmen rund 365 freie IT-Experten und Ingenieure teil.

Frage 1: Hatten Sie schon mit Festangestellten zu tun, die neidisch auf Sie waren?

Neid seitens festangestellter Kollegen scheint steter Begleiter eines
Freiberuflers zu sein – andere Schlüsse lassen die Ergebnisse kaum zu.
Demnach gaben 71,2 Prozent an, dass ihnen durchaus neidische Kollegen
begegnet sind während sich jeder Fünfte (20,5 Prozent) dessen nicht ganz sicher ist. Lediglich 8,2 Prozent verneinten die Frage.

Ja, durchaus 71,2 %

Ich bin mir dessen nicht ganz sicher 20,5 %

Nein 8,2 %

Bei der Auswertung fand die Methode des summenerhaltenden Rundens keine Anwendung. Demnach kann der Gesamtwert der Anteile von 100 Prozent abweichen.

Frage 2: Was könnte Ihrer Meinung nach Anlass für Neid gegenüber den Freiberuflern geben?

Bei der Frage nach dem vermeintlichen Grund für den Neid festangestellter
Mitarbeiter auf ihre freiberuflichen Kollegen gaben 68,5 Prozent der
Befragten und damit der überwiegende Teil an, dass die bessere Bezahlung ausschlaggebend sei. 18,9 Prozent hingegen machen den höheren Freiraum, den man als Freiberufler genießt, hierfür verantwortlich, während 7,7 Prozent den höheren Wert der Tätigkeit als Grund empfinden, die im IT und Engineering Umfeld meist so speziell ist, dass das Know-how dafür intern nicht vorgehalten werden kann und entsprechende externe Spezialisten eingesetzt werden müssen. Zu eventuell höherem Ansehen im Unternehmen sehen gerade einmal 3,3 Prozent eine Verbindung. Die Freitextantworten, die sich kumuliert mit 1,7 Prozent unter Sonstiges wiederfinden, ergaben gemessen an der Grundgesamtheit nur marginale Abweichungen gegenüber den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten und werden aus diesem Grund nicht im Detail aufgeführt.

Bessere Bezahlung 68,5 %

Höheres Ansehen im Unternehmen 3,3 %

Mehr Freiraum 18,9 %

Höherwertige Tätigkeit 7,7 %

Sonstiges 1,7 %

Frage 3: Kamen Sie jemals in die Lage, sich für Ihre Stelle rechtfertigen zu müssen?

Bei dieser Fragestellung teilten sich die Teilnehmer der Studie in zwei etwa gleichstarke Gruppen auf: Diejenigen, die sich in der Vergangenheit vor anderen für ihre Stelle rechtfertigen mussten (kumuliert 42,5 Prozent) und diejenigen, bei denen dies noch nie notwendig war (57,5 Prozent). Dabei gaben 32,9 Prozent an, dass entsprechende Situationen, in denen sie ihre Stelle verteidigen mussten, keine Einzelfälle waren.

Ja, mehrfach 32,9 %

Ist mir einmal passiert 9,6 %

Nein, bisher noch nie 57,5 %

Frage 4: Wie viel Prozent macht Ihrer Ansicht nach der Anteil an
Freiberuflern in den IT-Abteilungen aus?

Den Anteil an Freiberuflern in IT-Abteilungen schätzt die Mehrheit der Befragten (58,9 Prozent) im unteren Drittel von 0 bis 30 Prozent ein. 38,4 Prozent hingegen schätzen den Anteil höher auf zwischen 30 bis 60 Prozent.

Kaum einer der Teilnehmer traf höhere Einschätzungen, so dass man die
Existenz von IT-Abteilungen, welche von Freiberuflern dominiert werden,
beziehungsweise Abteilungen, die fast ausschließlich aus Freiberuflern
bestehen, ausschließen kann.

0% bis 30%: 58,9 %

30% bis 60%: 38,9 %

60% bis 90%: 2,2 %

Annähernd 100%: 0,0 %

Frage 5: Wohin geht Ihrer Meinung nach der Trend?

Gefragt nach der Entwicklung beider Arbeitsmodelle in der Zukunft, sieht der Großteil der Umfrageteilnehmer (36,4 Prozent) die Vorteile auf Seiten der Freiberuflichkeit. Nur 8,8 Prozent bescheinigen der Festanstellung bessere Chancen. Signifikant ist allerdings der mit 54,8 Prozent sehr hohe Anteil der Grundgesamtheit, der diesbezüglich keine Prognose treffen konnte und ein recht ergebnisoffenes Bild skizziert.

Hin zur Freiberuflichkeit 36,4 %

Hin zur Festanstellung 8,8 %

Diesbezüglich kann ich keine Prognose treffen 54,8 %

Frage 6: Der Wechsel von welcher Beschäftigungsart in eine andere fällt Ihres Erachtens nach leichter?

Bei dieser Fragestellung ist der Erkenntnisgewinn als moderat einzuschätzen, da sich die Teilnehmer nahezu identisch auf die Antwortmöglichkeiten verteilt haben. So gaben 38,4 Prozent an, dass der Wechsel von einem angestellten Arbeitsverhältnis in die Selbstständigkeit leichter fällt, wohingegen die knappe Mehrheit mit 39,7 Prozent das gegenläufige Beispiel von der Selbstständigkeit zurück in die Festanstellung als einfacher empfindet. Jeder Fünfte (21,9 Prozent) konnte zudem keine Einschätzung treffen.

Von einem angestellten Arbeitsverhältnis in die Selbstständigkeit 38,4 %

Aus der Selbstständigkeit zurück in eine Festanstellung 39,7 %

Das kann ich nicht beurteilen 21,9 %

Frage 7: Welches der hier genannten beurteilen Sie als das stärkste
Argument, das gegen eine Freiberuflichkeit zu Gunsten einer Festanstellung spricht?

Das finanzielle Risiko, das die Arbeit auf eigene Rechnung mit sich bringt,
wurde von 43,8 Prozent als stärkstes Argument für den Wechsel in eine
Festanstellung gewichtet. Schwierigkeiten hinsichtlich der Work-Life-Balance gaben 19,2 Prozent an, und 11,0 Prozent sehen die Vorteile der
Festanstellung im Bereich des Kündigungsschutzes.

Administrativer Aufwand (5,5 Prozent), Weiterbildung (1,4 Prozent) sowie Reisetätigkeit und Mehrarbeit (6,9 Prozent) werden als Argumente vergleichsweise gering eingeschätzt. Bei den Freitextantworten ergaben sich mit Kundenakquise beziehungsweise Auftragssuche eine weitere Nennung, die mit einem Anteil von 7,7 Prozent an den insgesamt 9,6 Prozent unter Sonstiges zu Buche schlägt.

Höheres finanzielles Risiko 43,8 %

Längere Arbeitszeiten 2,7 %

Kontinuierliche Investition in Weiterbildungsmaßnahmen 1,4 %

Umfangreicher administrativer Aufwand 5,5 %

Niedrige Kündigungsfristen / Kein Kündigungsschutz 11,0 %

Erforderliche Bereitschaft zu Reisetätigkeiten und Mehrarbeit 6,9 %

Probleme hinsichtlich einer ausgeglichenen Work-Life-Balance 19,2 %

Sonstiges 9,6 %

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Kommentare

1. Projektwerk.com - 22. Mai 2012

schöner artikel. danke für die zusammenfassung!

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