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Warum man nicht über das Technikmuseum Berlin und die Konrad-Zuse-Austellungen dort schreiben sollte… 10. Juli 2012

Posted by DL2MCD in Nervensägen.
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Dieser Tage bekam ich gerade mal wieder von einer Redaktion eine Pressemitteilung des Technikmuseums Berlin auf den Tisch mit der Bitte, ich solle sie doch bitte zu einer Online-Meldung verarbeiten: Dort führt der Sohn von Konrad Zuse Nachbauten von Z1 und Z3 vor.

Den Auftrag habe ich abgelehnt, auch wenn es wenig (20 €), doch vergleichsweise schnell verdientes Geld gewesen wäre. Doch Ärger wäre auch sicher gewesen. Denn auch wenn die Presseleute des Technikmuseums wollen, daß man über ihre Zuse-Aktivitäten berichtet, möchte dies die Mitarbeiterin, die es tatsächlich umsetzt, nicht: Sie möchte nämlich lieber selbst Artikel über ihre Tätigkeit schreiben, ist entweder auf die paar Kröten oder den „Ruhm“ scharf.

Ich hatte 2007 für ein Printmedium eines Verlags, bei dem ich damals angestellt war, über Zuses „rechnenden Raum“ schreiben sollen.

Dazu hatte Frau Dorsch vom Technikmuseum gerade ein Event im Museum abgehalten, also war es naheliegend, über dieses zu berichten und es im geplanten Artikel zu erwähnen, besser zum Thema passen konnte etwas kaum. Da es aber bereits stattgefunden hatte, konnte ich dies natürlich nicht mehr selbst tun (was mir zudem niemand bezahlt hätte – mal eben nach Berlin zu fahren und dann auch dort zu übernachten sind ein paar 100 € plus mindestens zwei Tage Abwesenheit vom Arbeitsplatz), sondern war auf Pressematerial des Technikmuseums angewiesen. Frau Dorsch versprach mir Texte und eine CD mit Fotos.

Dann passierte jedoch wochenlang – nichts mehr.

Frau Dorsch war selbst plötzlich für mich nicht mehr erreichbar, die Pressestelle hatte als einziges Material ein PDF eines zweiseitigen Flyer, der für die Veranstaltung geworben hatte. Dieses PDF schickte sie mir zu, damit ich das für meinen Artikel verwenden konnte.

Damit war natürlich kein wirklicher Bericht über das Event mehr möglich. Am Ende bedankte ich mich im Artikel zwar noch eher unsinnigerweise bei Frau Dorsch, aber man ist ja höflich und zudem hatte ich gedacht, die Foto-CD käme noch, zitierte aber nun zwangsweise lediglich eine Passage aus dem Flyer. Meine Zeit für den Beitrag war abgelaufen, ich hatte keine andere Wahl mehr, konnte nicht mehr auf die zugesagte CD mit Bildmaterial warten, die auch nie kam, mit der mich Frau Dorsch offensichtlich nur hinhalten wollte.

Man sollte ja denken, daß Material, das einem eine Pressestelle zuschickt, auch zur Veröffentlichung gedacht ist. Dies war in diesem Fall jedoch nicht so. Der Grund: Frau Dorsch hatte eigene Artikel – unter anderem in „Spektrum der Wissenschaft“ – geplant. Da störte ich nun, war „Konkurrenz“ geworden.

Doch statt mir dies zu sagen, schwieg sie mir gegenüber und bezichtigte mich stattdessen bei meinem Chef des „Plagiats“.

Das kam dem gerade recht, da er der Ansicht war, Journalisten sollten ohnehin keine Pressemeldungen und -materialien verarbeiten. Was er allerdings zuvor nicht gesagt hatte. Normal sind Pressemitteilungen ja gerade hierzu da.

Da es sich nur um einen, wenn auch längeren, Satz ohne „notwendige Schöpfungshöhe“ handelte, war dies beim besten Willen nicht geeignet, um mir Plagiarismus vorwerfen zu können. Das versprochene Honorar für den Artikel wurde jedoch angesichts des Disputs nicht bezahlt. Ich hatte den Verlag inzwischen verlassen, da es mit meinem Chef nicht mehr auszuhalten war. Doch Frau Dorsch setzte dies vor Zeugen in Zusammenhang mit der bewußten Passage aus ihrem Flyer, prahlte lautstark in der Kantine des Technikmuseums damit, daß ich deswegen „rausgeflogen“ sei. Bettelte dann auch bei meinem nun Ex-Chef darum, selbst einen Artikel in jenem Magazin schreiben zu dürfen, doch als sie das mickrige Honorar genannt bekam, verlor sie wohl die Lust, jedenfalls tat sie es nie.

Ich habe im Laufe meiner journalistischen Laufbahn schon so einiges erlebt. Verstehe ja auch, daß Firmen oder Personen, über die negativ berichtet wird, mißgelaunt sind.

Aber daß jemand, über den man positiv berichtet bzw. berichten will, einem als „Dank“ dafür so Ärger machen will, weil man das ohnehin spärliche einem zur Verfügung gestellte Material zitiert hat, ist schon sehr eigenwillig.

Zudem kann es nicht Sinn der Sache sein, daß jemand, der in seinem bezahlten Job ebenfalls nochmal zusätzlich bezahlte Artikel verfaßt, so als freier Journalist am Markt auftritt und so zu denen in Konkurrenz tritt, die vom Schreiben leben müssen und dann auch noch versucht, diese lästigen Berufsschreiber aus dem Job zu kicken. Frau Dorsch ist es zwar nicht tatsächlich gelungen, aber sie hat es wirklich und nachweisbar versucht und würde dies wieder tun.

Ich rate daher dringendst davon ab, über das bewußte Museum und seine Aktivitäten und Ausstellungen zu berichten, insbesondere nicht mit von der Pressestelle oder anderen Mitarbeitern zur Verfügung gestellltem Material.

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Kommentare

1. Wallraff-Stalking gegen Urheberrecht? « Notizen aus der Neidbranche - 18. Juli 2012

[…] Tricks abnehmen, man darf keine Pressemitteilungen verwenden, ohne vom Chefredakteur oder gar dem Aussender der Pressemitteilung des Plagiats beschuldigt zu werden, während umgekehrt Pressedienste […]

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