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Wie bebildert man Stromausfall? 16. November 2012

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Mit den Symbolbildern ist es so eine Sache. Es ist zugegeben etwas schwierig, ein Foto von einem Stromausfall zu machen – da sieht man ja nix. Deshalb täte es natürlich eigentlich ein schwarzes Rechteck:

Bild
München Zentrum, Donnerstag 15.November 2012, 7:10 Uhr
(Bild: DL2MCD, Nachdruck nur gegen Honorar, hochauflösende Version mit Klick!)

Professionelle Zeitungen wie Zeitschriften wie FAZ oder Spiegel machen das natürlich nicht. Die kaufen lieber ein Bild bei einer Agentur:

Die FAZ kaufte den Text bei der dpa, das Bild dagegen bei der insolvenzbedrohten dapd:

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Ok, die Uhrzeit ist falsch, der Stromausfall war ja nicht 2 Uhr nachts und München ist auch nicht wirklich erkennbar. War sicher als Symbolbild für „Schlaflosigkeit“ gedacht, nicht für Stromausfall. Aber kann man trotzdem noch so durchgehen lassen.

Der Spiegel kauft dagegen alles bei der dpa:

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Ja, hier sieht man München, den U-Bahnhof Max-Weber-Platz. Was sieht man dagegen nicht? Richtig: Den Stromausfall, das Chaos und die stehengebliebenen Bahnen und Rolltreppen, die es zeigen soll. Aber seit wann hat eine Bildunterschrift denn in Online-Medien auch irgendwas mit dem gezeigten Bild zu tun?

Wo beide Medien natürlich niemals nicht kaufen würden, wäre bei freien Journalisten oder Fotografen. Aber nöööö, am Ende stünde dann ja etwas Individuelles im Blatt. Also nein, wirklich nicht…

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Kommentare

1. Ulf J. Froitzheim - 16. November 2012

Die Erklärung ist so simpel wie nüchtern: Die Nutzung der Archivbilder ist mit dem Standardvertrag der Redaktionen mit den Agenturen abgegolten. Die Grenzkosten liegen also bei 0,00 €. Für den Betrag macht es nicht einmal ein Freier, der sich unter Marktwert verkauft. Dein leicht un(ter)belichtetes Foto ist aber allemal origineller als solche sinnwidrigen Illus. Übrigens: Die Süddeutsche hat authentische (wenn auch nicht tolle) Fotos gebracht. Fast keine Selbstverständlichkeit mehr.

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DL2MCD - 16. November 2012

Das weiß ich natürlich, auch ich habe einen Auftraggeber verloren, seit der ein dpa-Abo hat, kann/darf der sich richtige Schreiber nicht mehr leisten.

Nur für den Leser bringt so ein Archivbild halt nun gar nix, das die Fotosuchmaschine ausgespuckt hat, und wenn man dann auch noch denselben Text hat wie die Konkurrenz, kann man sich von der nicht abheben.

Von daher ist etwas weniger Sparen doch anzuraten…

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