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Finanzleute können nicht resourcenschonend programmieren, oder: Monate Ärger mit dem Homebanking 10. Dezember 2012

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Pleiten, Pech und Pannen.
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Wie Finanzleute programmieren, habe ich etliche Monate live in einer Firma erleben dürfen, die Software für Banken programmiert hat: Excel-Spreadsheets wurden in Java umgeformt, die Applets, die geladen wurden, brachten einen bereits mit einigen Fenstern ausgelasteten Browser prompt zum Absturz.

Eine ähnliche ***** hat mir nun meine Bank beschert:

Diese wurde an eine andere verkauft; dabei mußte das alte HBCI-Homebanking in eine neue Oberfläche integtriert werden. Das Wichtigste war erstmal das neue Logo und Design: weißer Hintergrund, rotes Logo. Die Eingabefelder sind auch weiß, man sieht sie also nun nicht mehr 😦

Jetzt wurde aber noch mehr umgebaut:

Die Folgen:

1. es können die Überweisungsvorlangen nur mit Durchklickorgien aufgelistet werden, zuvor waren sie alle auf einer Seite

2. es können nicht mehr alle Überweisungen der letzten Monate auf einer Seite dargestellt werden, auch wenn man dies noch in der Maske anfordern kann. Blöde, wenn man feststellen will, ob eine bestimmte Summe überwiesen wurde oder nicht, nun muß man in 20 Seiten suchen statt einer.

3. ausgerechnet beim Datentransfer (also mitten in der Überweisung) krachte Firefox ab. Überweisungen waren so nicht mehr möglich, nur noch Kontoabfragen.

Die Hotline erklärte mir dann, es länge an Windows 98, das werde nicht mehr supportet.

Also einen Windows-Vista-Rechner hergerichtet:

– Geht nicht, weil der Kartenleser unter Vista nicht supportet wird

Einen XP-Rechner hergerichtet

– Geht nicht, weil der Virenscanner auf dem streikt

Noch einen XP-Rechner (Notebook) hergerichtet

– Geht nicht, weil der keine serielle Schnittstelle hat

Noch einen XP-Rechner hergerichtet

– Geht nicht, weil der Kartenleser nach einem Update des Browser-Plugins mit einer Fehlermeldung aussteigt.

Die Fehlermeldung stellte sich nach Analyse des Logfiles als „Power Low“ heraus

Die Kartenleser „Towitoko Chipdrive micro“, die die Bank einst verkauft hatte, wird aus der seriellen Schnittstelle versorgt, und braucht mit der neuen Programmierung beim Buchen zuviel Strom! Das läßt den Browser abkrachen. Auch Internet Explorer übrigens, nur der liefert im Gegensatz zu Mozilla Firefox keine Fehlermeldung, sondern schließt nur kommentarlos alle Tabs.

Doch statt das zu korrigieren und das Buchen nun stromsparender durchzuführen, hat die Bank die ebenso stromfressende Prüfroutine vorgeschaltet, um das Abschalten schon vor dem Überweisen zu erzwingen.

Hat mir aber den Quatsch mit Windows 98 erzählt und mich so zwei Monate lang rummurksen lassen.

Ein Towitoko Chipdrive extern geht – nur den hat kein Bankkunde bekommen. Der kostete das dreifache.

Aber: Wie lange noch?

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