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Die lieben kleinen Dolbys: Hege, Pflege und Aufzucht 17. Juni 2013

Posted by DL2MCD in Pleiten, Pech und Pannen, Rezensionen.
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Woher kommt Qualitätsjournalismus? Von Qual? Von den oft unsäglichen Arbeitsbedingungen und den dauergrantigen und -meckernden Chefs?

Jedenfalls beruft sich der Spiegel doch darauf, Qualitätsjournalismus zu bieten. Heute nicht mehr, Spiegel online ist ja schließlich kein richtiger Journalismus – sagen die Print-Spiegler. Aber das hier stand im Print-Spiegel von 1977, als noch alles besser war…:

Wahr ist: Billigkassetten, vor allem Importware aus Fernost, leiden immer noch unter einem konstanten Rauschen, das besonders bei leisen Stellen in Erscheinung tritt. […] Doch bereits jetzt haben Rauschunterdrücker bei der Fertigung hochwertiger Kassetten, vor allem sogenannte Dolbys, den Geräuschpegel auf ein Minimum gesenkt.

Klang-Supermarkt zum Nulltarif

Aua!

Abgesehen davon, daß Dolby-Rauschunterdrückung nichts mit der Herstellung von Kassetten zu tun hat, höchstens mit deren Bespielung, handelt es sich bei den sogenannten Dolbys nicht um kleine, putzige Pelztierchen, wie der Artikelverfasser oder der Schlußredakteur anscheinend glaubte, sondern um den Namen eines Audiolabors, das die Dolby-Rauschunterdrückung erfunden hat.

Hätte man ja in Wikipedia nachschlagen können?

Achso, die gabs 1977 ja noch nicht.

Aber gedruckte Lexika.

Erinnert mich irgendwie schwer an den alten Kalauer:

Ernst hat seine neue Flamme endlich im Schlafzimmer. Er legt den Bolero ein, will zur Tat schreiten, doch es rauscht unsäglich.

„Moment, ich tu noch schnell das Dolby rein!“

„Schatz, das ist nicht nötig – ich nehm‘ doch die Pille!“

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