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Essilor Eyecode: Die Sache mit der Gleitcremesichtbrille II 23. September 2013

Posted by DL2MCD in Pleiten, Pech und Pannen.
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Das teure Essilor iKot Eyecode-System war für mich ja zum Fiasko geworden: ich konnte nichts mehr richtig sehen, das in mehr als 2 m Entfernung war.

Natürlich habe ich mich damit nicht abgefunden. Zunächst hieß es, Essilor würde nur ein Glas nachbessern. Angeblich habe was mit den Maschinen nicht gestimmt.

Doch ich war wochenlang immer wieder beim Optiker. Insgesamt 3x wurde „nachgeschärft“:

0,25 Dioptrien zieht angeblich Essilor Eyecode ab, damit die Brille nicht „überscharf“ wird. Man soll die Augen nicht an zu hohe Dioptrienzahlen gewöhnen. Und es knabbert ja am Gleitsichtbereich, wenn die Fern-Dioptrienzahl zu hoch ist (bzw. eigentlich niedrig, ist ja eine negative Zahl).

0,25 Dioptrien zieht dann nochmal Essilor selbst ab, sicherheitshalber.

0,25 Dioptrien hat dann der Optiker auch nochmal abgezogen.

Daß so keine funktionierende Brille zustandekommen kann, dürfte eigentlich klar sein.

Wirklich glücklich war ich mit dem Endergebnis aber auch nicht: Der Fernsichtbereich bleibt schmal, vom Breitwand-Kino hat man wenig. Wenn man beim Spazierengehen nicht mehr das Gefühl hat, wirklich rundum in die Weite sehen zu können, irritiert dies sehr.

Doch auch die Robustheit der Brille war tückisch, obwohl es kein rahmenloses Gestell war:

  • Ein Zacken brach heraus, als sie einmal herunterfiel. Ok, bei einer Rahmenlosen wäre wohl mehr kaputtgegangen. Doch ein neues Glas hätte 500 € gekostet.
  • Als ich die Brille einmal an einem sonnigen Frühlingstag auf einem schwarzen, sonnenbeschienenen Bürotelefon ablegte (ja, die Verbannung auf die Nordseite ist beendet!), schmolz doch allen Ernstes das Plexiglas an. Seitdem war die Fernsicht oben mittig an beiden Gläsern eingedullt. Bzw. das Bild wellig.

Auch das habe ich noch nie erlebt, daß mir eine Brille in der Sonne wegschmilzt! 😦 Allerdings gab es bei Rodenstock schon mal abgehende Vergütung, auch ein teurer Spaß: Obwohl klarer Fabrikationsfehler, wurde nur 50% ersetzt…

Bei Essilor selbst verwies man mich an den Optiker. Der schickte dann die Brille ein. Damit tapste ich die Hälfte meines Urlaubs erstmal in jedes Dreckloch, weil die vorherige Brille natürlich ein anderes Bild zeigte.

Dann meldete sich Essilor und verkündete, daß die zusammengeschmolzenen Gläser nicht unter Garantie fallen würden. Aber weil man schon so viele Jahre mit dem Optiker zusammenarbeite, würde man diesem zuliebe (! – nicht etwa dem Kunden zuliebe) die Hälfte übernehmen.

Das hatten wir ohnehin befürchtet, wegen des abgebrochenen Ecks, das bei der Reparatur ja auch wieder hergestellt würde.

Also nochmal 500 €….nun, erstmal billiger als eine ganz neue Brille.

Allerdings nicht schneller: Es dauerte nochmal drei Wochen, weil man wohl bei Essilor wieder mehrere Anläufe zur Fertigung brauchbarer Brillengläser brauchte – nur diesmal den Murks gleich vor Ort registrierte und nicht erst dem Optiker schickte.

Immerhin bot der mir an, die alten Gläser wieder in die Fassung einzubauen, bis die neuen Gläser eintreffen. Ich mußte also nicht einen Monat lang rumtapsen.

Bei Apollo gibt es wahlweise eine Versicherung für Brillengläser. Und die werden für die Gleitsichtbrillen auch nicht in Asien gefertigt, wie der Essilor-Optiker behauptete, sondern bei Rodenstock. Nur am Ort ist Apollo natürlich nicht – aber zumindest gut erreichbar.

Von daher werde ich wohl die nächste Brille in ein paar Jahren nun wohl bei Apollo kaufen. Soviel billiger mag sie gar nicht sein – aber besser. Das kommt nun von dem Geschimpfe des Optikers auf Apollo – sonst wäre ich vielleicht gar nicht auf die gekommen…

Wer andere Erfahrungen gemacht hat, darf diese bitte gerne in die Kommentare schreiben. Aber zumindest der Kollege, der bei Apollo war, ist mit seiner Brille zufrieden.

Ich mit meiner nun ja auch wieder – für die Nahsicht ist das Essilor System ok. Nur die Fernsicht ist zwar besser als bei der ersten Version, aber nicht so gut wie bei Rodenstock, und das ist mir ein Rätsel: Wieso kann Rodenstock rundum in die Ferne scharfe Bilder liefern und Essilor nur geradeaus nach vorne? Schließlich hat die Fernsicht ja nichts mit dem darunterliegenden Nahsichbereich zu tun.

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Kommentare

1. Saul H. Gilbert - 28. September 2013

Wenn das aber nicht deine erste Brille ist, dann würde ich noch einmal zum Optiker oder zum Augenarzt gehen und die Werte noch einmal überprüfen lassen….

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DL2MCD - 30. September 2013

Nun, inzwischen ist ja alles überprüft. Die Werte stimmen jetzt – zum Rand hin ist die Fernsicht dennoch geringer, weil die Gläser verzerren (zu schwach sind sie nicht).

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