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Youtube: Aerosmith läßt vermeintlich „wg. GEMA“ Besuch von Journalisten im Silicon Valley für Deutschland sperren! 4. November 2013

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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Ich habe mir vor einigen Monaten die Freigabe vom HPC (früher HHPC) geholt, unseren damaligen Besuch im Silicon Valley auf Youtube veröffentlichen zu dürfen, den es bislang nur auf DVD für die Teilnehmer gab, weil ja Kai Diekmann & Friends das Thema wieder aktuell gemacht haben.

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Das war dann eine ziemliche Aktion, fast 2 Stunden DVD-Video zu Youtube hochzuladen – die Original-Files aus der DV-Cam existieren ebenso wie diese längst nicht mehr. Aber ich habe ja einen Youtube-Account, der mehr als 15 Minuten annimmt, da ist das in 5 Teilen zu schaffen, ein Vorteil. Dachte ich.

Doch nun ist die Fahrt des HHPC nach San Franzisco, ins Silicon Valley, nach 20 Zuschauern gesperrt worden!

Nicht alles der zwei Stunden, aber genau der Teil I, der den Sinn der Reise erklärt. Und warum?

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Nun, an Position 22.40, also knapp eine Minute vor Ende des ganzen Segments von 23.55 Minuten, quäkt kurz ein Titel von Aerosmith aus dem Autoradio!

Würde ich das Video heute drehen und schneiden, hätte ich diese Stelle im Audio auf 0 gezogen, oder halt gleich im Auto gebeten, die Musik auszustellen. Doch von solchen Sachen war ja 1998 nichts zu ahnen.

Doch nun fliegt wegen des Autoradios – man muß an die GEZ denken, die ja auf Autoradios immer besonders versessen war, doch diese Szenen wurden in Amerika gedreht, am Heim von Google selbst, das aber 1998 noch nicht zu besichtigen war – ein Teil der Journalistenreise nach dem anderen erst aus der Anzeigenfinanzierung – unter anderem auch, weil in einer Kirche auf dem Stanford-Campus Orgelmusik gespielt wird! – und nun ganz aus dem Zugriff für Deutschland!

Leider will Google diesen Konflikt – es ist schließlich nicht die böse GEMA, die verlangt, in Deutschland nur Videos von Kai Diekmann im Silicon Valley zu zeigen und die anderer Journalisten von Axel Springer 15 Jahre eher am selben Ort verbietet. Google und GEMA sind sich lediglich über die Lizensierungskosten für Musik nicht einig.

Die GEMA hat aber niemals verlangt, daß deshalb Videos komplett gesperrt werden, und zwar auch in den musikfreien Teilen. Es würde völlig reichen, die Musik auszublenden, was ich ja auch tun würde, wenn es denn ginge!

Doch kann man bei Youtube am Video alles Mögliche verändern, umfärben, Kontrast erhöhen, entwackeln etc., nur am Ton kann man gar nichts machen. Nicht mal stummschalten. Nur andere Musik einblenden.

Dabei will ich doch gar keine Musik im Video, ich finde das immer so ätzend, wenn Videos mit irgendeiner Begleitmusik dahindudeln, die sich dann mit dem beißen, was ich gerade selbst höre.

(Ja, ich könnte alles nochmal hochladen und die letzte Minute rausstreichen. Aber das bewußte Radio ist noch öfters mal zu hören. Es würde nur wieder passieren. Und eine Möglichkeit, die Tonspur zu manipulieren, wenigstens selektiv stummzuschalten, wird Google niemals einbauen, dann gäbe es solche Konflikte ja nicht mehr und das will man nicht. Jetzt die ganze DVD in ein Videoeditierprogramm einzulesen, das wiederum ist mir mit Verlaub zuviel Arbeit, nur weil Google die GEMA zu teuer ist).

Man kann gegen solche Maßnahmen allerdings protestieren, was ich auch getan habe. Bei der Orgelmusik wurde der Anspruch inzwischen zurückgezogen, da war klar, daß das nur unbeabsichtigt auf der Tonspur gelandet ist und nicht von mir eingespielt wurde. Was nach US-Gesetzgebung „fair use“ ist – ich habe ja nicht eine explizite Orgelaufnahme eingespielt, es ist auch nur ein Teil des Stücks zu hören. Nur ist das Problem: Daß das betreffende Musikstück im Hintergrund läuft, bestreitet ja gar niemand, so man es überhaupt kennt, also wird man normal auch keinen Einspruch erheben. Aber daß wegen solcher Hintergrundmusik, die nicht mal gewollt ist, gleich 25 Minuten Video komplett gesperrt werden, was ja automatisch passiert, ist ärgerlich.

Ein Gutes hat das Ganze aber immerhin: Wem plötzlich auf der Herrentoilette jemand mit einer Google-Glass-Brille über den Weg läuft, der braucht nur kurz seinen Ghettoblaster einzuschalten: Dann muß er keine Angst mehr haben, daß die Aufnahme auf Youtube veröffentlich wird. 🙂

Nachtrag 1: SME hat den Einspruch abgelehnt und das Video wieder für Deuschland sperren lassen. Allerdings erschien dann plötzlich doch die Möglichkeit, als Beta-Funktion, die Musik ausblenden zu lassen. Das habe ich gemacht, allerdings ist sie nicht ganz weg, nur deutlich leiser, was mir aber ganz recht ist, ich fand sie ohnehin störend. Danach wurde das Video endlich wieder für Deutschland freigegeben…

…für etwa 10 Minuten. Nun hat die EMI bei Minute 6,nochwas einen Titel von Bonnie Raith entdeckt und sofort wieder alles für Deutschland sperren lassen… 😦

So erfährt man nach und nach, was alles damals 1998 aus diesem #*&%+ Autoradio gedudelt ist. Ich fürchte nur, wenn endlich alle Musiktitel erkannt, angefochten, abgelehnt und entfernt sind, ist von dem Video und meinem Account nichts mehr übrig.

Man muß wohl akzeptieren, daß Youtube nur für Musikvideos geeignet ist, bei denen die Musik der eigentliche Inhalt darstellt – und auch nur ein Musikstück im Video vorkommt – und nicht für Dokumentarfilme mit O-Ton. Oder gar quietschende Dampflokomotiven…

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