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„Bitte das Migrantenschnitzel mit Sinti- und Roma-Soße!“? (Version 2) 26. März 2014

Posted by DL2MCD in Wie bitte?.
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Es gibt inzwischen so einige Un-Wörter im Deutschen. Nicht das F-Wort – Fuck! darf man im Deutschen ungestraft sagen, in den USA fliegt man damit sofort aus der Kneipe. Na gut, es ist englisch und man kann ja immer noch behaupten, nicht zu wissen, was das heißt, auch wenn es eine deutsche Herkunft hat und Fick Dich! in deutschen Kneipen schon weniger akzeptiert wird.

Doch es gibt auch das N-Wort. Neger ist nämlich im Deutschen speziell abwertend. Seit wann? Weiß ich auch nicht genau. Speziell in Bayern war ein Neger tatsächlich oft ein persönlicher Hiwi, wie man schon aus dem blöden Spruch „Jeder sollte einen haben“ erkennt, und noch ein Getränk wie der (oder das) Radler, aber mit Dunklem. Für mich war es aber eigentlich nur ein Wort für einen Menschen aus wärmeren Ländern. Doch so wie man früher zu einer völlig unterbelichteten Aufnahme witzelnd „Neger im Tunnel“ sagte, das geht heute nicht mehr. Das ist nicht „PC“ (und auch nicht Mac).

Da kann man eigentlich nur die Schwulen bewundern. Auch schwul war mal abwertend, wirklich ein Schimpfwort. Heute ist es ein neutraler Begriff, die Schwulen haben es übernommen und so umgewertet, statt es als Schimpfwort einzustufen.

Aber Neger oder Zigeuner, das sind Schimpfwörter geworden. Was dann zur absurden Situation führt, daß Leute in der Kantine Ein Migrantenschnitzel bitte! bestellen, wenn Zigeunerschnitzel auf der Karte steht. Wo es noch auf der Karte steht – in Hannover ist dem nicht mehr so, nur die Zigeunersoße in Sinti- und Roma-Soße umzubenennen, unterblieb glücklicherweise, das wäre absolut ein Schuß nach hinten gewesen. Dieses schöne Lied aus meiner Kindheit ist heute auch nicht mehr gesellschaftsfähig, oder etwa doch? Das Eskimo-Eis aus meiner Kindheit gibt es auch nur noch in Österreich und der Negerkuß heißt nun Schaumkuß, Schokokuß oder einfach Dickmann. Bis die Firma Dickmann bzw. Storck irgendwann über ihren eigenen Erfolg stolpert und klagt – denn so eine Verwendung eines Markennamens als Allgemeinbegriff verwässert ja die Marke, Sony mochte es nicht, wenn man mit Walkman irgendeinen Kassettenspieler mit Kopfhörern bezeichnete und Tempo als Synonym für Papiertaschentuch stellt ein ähnliches Problem dar.

Nur was hilft all diese Wortspalterei den Betroffenen? Sie verschlimmert die Situation doch nur…

Und was essen wir nun?

Na is doch klar: Jägerschnitzel!

Ja, der Beitrag war schon mal da, aber leider wurde die Aufzeichnung des Stücks von „Tante Lily“ gesperrt, ich mußte nun auf die „Gruftgranaten“ umverlinken, leider ist der Ton da nicht so gut, ich hoffe, es ist trotzdem zu verstehen

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