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DPD – oder wie man vermeidet, Pakete zuzustellen und maximale Kosten und Schaden produziert 26. Mai 2014

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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Ich selbst verschicke Pakete nur per Post (DHL) oder German Parcel Service (GLS), die einen Paketshop bei uns am Ort haben.

GLS war anfangs mal günstiger als die Post und vor allem hatte ich von der komplett die Schnauze voll, als ein von meinem Vater an mich versehentlich geschicktes Paket nicht zurück gesandt werden konnte, weil es ein paar Gramm über dem Maximalgewicht von 20 kg war. Das war niemand aufgefallen, als man das Paket mir zustellte, doch die 101%igen Damen in unserer Postannahme verweigerten die Rücksendung. Ich mußte alles umpacken und hatte dann statt eines bereits ungewollten und teuren Pakets für 20 kg plötzlich deren zwei, weil durch die zusätzliche Kartonage natürlich die beiden Pakethälften beide über 10 kg lagen, und diesmal nicht nur 10 Gramm.

Dann stellte GLS jedoch auf Berechnung nach Größe um statt nach Gewicht wie bei der Post. Bzw. das hatte GLS wohl längst getan, nur die Annahmestelle kam erst darauf, als ich dort einige Radioröhren zwecks sicherem Transport in einem zuvor für eine große Lautsprecherbox genutzten Karton abgeliefert hatte. Also groß, aber leicht. Das war wohl für die Annahmestelle ein ziemliches Verlustgeschäft geworden.

Ins europäische Ausland ist GLS jedoch nach wie vor günstig. Nach USA liefern sie leider nicht und die Postannahmestelle weigert sich, dort irgendeinen günstigeren Tarif als das Standardpaket anzunehmen, das es wieder mal nur bis 10 und bis 20 kg gibt – so kosten zwei Pakete à 11 Kilo ein halbes Vermögen, während der eigentlich gewünschte Kilopreis für Bücher verweigert wurde.

Völlig indiskutabel ist Hermes – geliefert wird meist um 21 Uhr abends, was zugegeben der arbeitenden Bevölkerung entgegen kommen mag, aber es ist eine Zeit, wo man eigentlich nicht mehr mit Besuch rechnet. Es wird aber mitunter viel zu viel geliefert: Bei einer Ebay-Bestellung bekam ich gleich alle Pakete des Absenders in die Hand gedrückt, dabei wäre von den vieren nur eins für mich gewesen, die anderen hätten in ganz andere Städte gemußt. Für mich war es in dem Fall gut, weil der Verkäufer mir Schrott geliefert hatte und diesen freiwillig zurücknahm, wenn er dafür die anderen drei Pakete auch wieder bekam. Aber Vertrauen schafft das nicht gerade.

Positiv ist, daß Hermes gerne beim Nachbarn abliefert, der da auch mitspielt, wenn man mal nicht da ist. UPS liefert Pakete dagegen in solchen Fällen vorzugsweise bei Leuten aus, die am anderen Ende der Stadt wohnen und wohl nur als nächstes Opfer auf der Tour des Fahrers standen. Schön für Leute, die gerne neue Menschen kennenlernen, aber ansonsten sehr unpraktisch. GLS stellt die Pakete dagegen gerne einfach auf die Fensterbank ums Haus rum – bislang wurde dort noch keins geklaut, aber nach Wolkenbrüchen war so manches GLS-Paket schon so durchweicht, daß es nicht mehr in einem Stück ins Haus zu schaffen war.

Am schlimmsten ist aber DPD:

Von DPD gibt es in unserer Stadt ebenso wie von UPS keine Paketshops für Privatleute, versenden kann ich mit denen also selbst nichts. Würde ich aber auch niemand antun. Bei Lieferungen kann man es sich leider nicht aussuchen.

Früher lieferte DPD bei Nichtanwesenheit das Paket an einen kaum zu findenden kleinen Handwerker am anderen Ende der Stadt, wo man es dann abholen konnte. Blöd genug, weil der am Samstag nicht öffnet, also nichts für Berufstätige. Aber immerhin.

Plötzlich wollte der DPD-Fahrer jedoch die Erlaubnis, das Paket wie GLS einfach irgendwo abstellen oder in den Garten werfen zu können.

Da wir das nicht wollten, bekam er die nicht.

Ohne diese Erlaubnis darf er es nun aber auch nicht mehr wie früher bei dem Handwerker abgeben. Nur am nächsten Tag nochmal zustellen. Blöd, wenn man da völlig unerwartet und ungewöhnlicherweise immer noch arbeiten muß und nicht zuhause ist.

Man kann bei DPD eine dritte Zustellung, genannt „Neuzustellung“ online beantragen. Das kostet nichts. Anrufen ist dagegen nur bei einer teuren 0900-Nummer möglich.(*) . Die zweite Zustellung umzudirigieren klappt leider meist nicht, denn bis da die Botschaft aus der Zentrale beim Fahrer ist, ist der schon wieder auf Tour.

Für diese Neuzustellung kann man sich auch einen Tag Urlaub nehmen und dann diesen Tag für die Neuzustellung angeben, damit das auch klappt. Im Gegensatz zur zweiten Zustellung findet sie nicht zwangsweise am folgenden Tag statt.

Allerdings auch nicht an dem Tag, für den man sich extra frei genommen hat.

Da stellt der Zusteller nämlich um 17.30 fest, daß nun sein Arbeitstag rum ist, er es aber noch nicht geschafft hat, das Paket abzuliefern, und er es deshalb nicht an diesem Tag, für den man Urlaub genommen hat, zustellen wird, sondern die letzte Chance (denn es wird nur 3x zugestellt) eigenmächtig auf den nächsten Tag verlegt, wo man nun wieder in der Arbeit sein muß.

Also schlägt die 3. Zustellung fehl und das Paket wird nun zwangsweise an den Absender zurückgeschickt – außer man ist bereit, noch am Abend um 17.30 ins 50 km entfernte Augsburg zu rasen, wo um 18 Uhr der Paketknoten schließt. Im Berufsverkehr selbst unter Mißachtung der StVo nicht zu schaffen und auch recht teuer.

Das war das Ergebnis synchroner Telefonate über Festnetz und Mobiltelefon mit dem Handwerker, der das Paket nicht aufbewahren durfte, weil die in-den-Garten-werf-Genehmigung nicht unterschrieben worden war und dem DPD-Paketknoten Augsburg, dessen Nummer der Handwerker netterweise herausgab – eigentlich bekommt man die nicht.

Das dringend erwartete Paket ging nun zurück nach Ostdeutschland.

Dort fand DPD den Absender nun aber plötzlich auch nicht mehr. Zuhause war er wohl, aber der Paketfahrer fand die Adresse erst nach 4 Tagen im 3. Versuch. Konnte man alles in der DPD-Online-Sendungsverfolgung nachsehen. Möchte gar nicht wissen, wo das Paket geendet wäre, wenn der 3. Versuch auch dort gescheitert wäre.

Dieser war bereit, das Paket nochmal loszuschicken – aber nur mit DPD und nur bei nochmaliger Zahlung des Portos.

Diesmal kam es sogar an, allerdings war der Inhalt von den Irrfahrten zu 75% zerstört – von 8 Artikeln waren 6 zerbrochen.

Die sechs defekten Artikel schickte der Absender nun aus Kulanz auf eigene Kosten nochmal los.

Gutes Geschäft für DPD: Aus einer einzigen einfachen und kleinen Paketsendung wurden so gleich drei kostenpflichtige Paketsendungen.

Dafür schiefhängender Familienfrieden, lange Telefonate, ein verplemperter Urlaubstag und viel zu spät gelieferte Artikel. Für den Absender auch ein Verlustgeschäft.

Deshalb: Bitte schickt mir nichts per DPD, außer es soll garantiert nicht ankommen!

Nachtrag: Nach etwa 30 Minuten Telefonaten mit Iloxx (Tochterfirma von DPD) und DPD selbst, um dem Problem irgendwie abzuhelfen, kam nun folgendes heraus:

a) an Paketshops kann nicht mehr per Default nach mißlungener Zustellung zugestellt werden, weil der Schwund zu groß war. Also es sind zu viele Pakete in den Paketshops weggekommen (ich hätte das ja eher bei den Fahrern erwartet). Und zu viele Leute holen dann ihre Pakete dort nicht ab (wundert mich nicht, Öffnungszeiten nur Mo. bis Fr. sind für die arbeitende Bevölkerung nix). Man muß also jedesmal die „Neuzustellung“ manuell an den Paketshop leiten. Und keinesfalls eine dritte Zustellung nach Hause anweisen, auch wenn das die einzige ist, bei der man den Tag wählen kann – denn das kann man nicht, man weiß ja nicht, ob der Fahrer das hinbekommt.

b) Neben der 0900-Nummer mit Pornotarif gibt es auch noch eine 01806-Nummer von DPD: 01806/373200. Da kostet es nur einmal 20 Cent aus dem Festnetz. Falls man die Neuzustellung nicht online machen will, kann man also auch da anrufen.

Bitte trotzdem keine Pakete per DPD an mich senden. Danke!

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