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Abmahnwelle die 100.: Das Landgericht Köln mal wieder… 23. Juni 2014

Posted by DL2MCD in Wie bitte?.
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Viel Ärger hat das landgericht Köln ins deutsche Internet gebracht, in jeder Hinsicht. Mit einem Fotografen. Dieser fotografiert alles Mögliche, und bietet dann die Bilder bei Günstig- und Kostenlos-Fotodatenbanken wie Fotalia und Pixelio an.

Ich benutze diese gelegentlich für Print- und E-Books, für Webseiten allerdings nicht. Ich finde, es muß nicht jeder Artikel mit einem mehr oder weniger sinnigen Symbolbild garniert werden, und als Element des Webdsigns stünde der Benutzung die auch bei kostenlosen Bildern notwendige Angabe des Fotografennamens im Wege: Während die beim Buch im Impressum stattfinden kann, muß sie bei Webseiten möglichst beim Bild sein. Kein Problem, wenn wirklich das Bild selbst gezeigt wird, aber bei dem Bild in einem Webdesgn?

Dieser Fotograf hat allerdings diese durchaus sinnvolle Regelung torpediert:

Er wollte plötzlich, daß sein Name nicht nur neben dem Bild im Text einer Website steht, sondern auch, wenn das Bild direkt aufgerufen wird, also in einem Link wie http://www.domain.de/bild.jpg. Was neben dem berühmten Rechtsklick in vielen Systemen auch mit einer Lupenfunktion beim Klick aufs Bild stattfindet – auch bei den gängigsten Systemen WordPress und Typo3.

Ersteres gab dann unter anderem beim Bestatterweblog Ärger. Die Abmahnung wurde dort zwar wieder zurückgenommen, Kosten und Ärger blieben jedoch, alle Pixelio-Bilder flogen raus. Grund für das Ganze war mal wieder das Landgericht Köln, das für absolut bescheuerte Urteile in Sachen Internet berüchtigt ist. Es gab in einem gleichartigen, vorausgegangenen Fall (der Name des Fotografen in diesem Fall ist nicht öffentlich bekannt) dem Fotografen Recht!

Ich bin selbst Fotograf und will selbstverständlich, daß das Urheberrecht erhalten bleibt – auch hier von dieser Webseite dürfen Bilder nur mit meiner Erlaubnis kopiert werden. Fremde Bilder kopiere ich nicht auf den Webspace, verlinke sie nur.

Daß Bilder aber mit Wasserzeichen mit dem Fotografen-Namen gekennzeichnet werden sollen, so wie jene Fotografen es nun fordern, da bin ich dagegen:

Klar kann man das tun, wenn man will. Vor allem, wenn man eine Fotografen-Website hat, ist es durchaus sinnvoll.

Nur sollte es keine Pflicht werden!

Denn das führt dann zu total viel Arbeit, alle vorhandenen Bilder zu überarbeiten. Und zu der heute schon häufig zu hörenden Ansicht, wo kein (c) Name als Wasserzeichen im Bild stehe, dürfe dieses dann einfach gemopst werden. Dem ist natürlich nicht so, wir sind nicht in Amerika, wo das (c) eine rechtliche Bedeutung hat – bei uns hat es diese nicht, es ist nur eine zusätzliche, freiwillige Kennzeichnung. Das Urheberrecht gilt in Europa völlig unabhängig davon, ob ein (c) zu sehen ist oder nicht.

der Fotograf ist bei Pixelio und Fotalia rausgeflogen, weil seine Abmahnungen eben nicht mit den Nutzungsbestimmungen dort übereinstimmen und beide Fotoanbieter in Verruf gebracht haben. Das Urteil des LG Köln gilt aber. Was dann zur Folge hatte, daß das LG Köln die Bilder auf seiner eigenen Website bearbeiten mußte…

dieser Fotograf und seine Mitstreiter haben damit ernsthaften Fotografen einen Bärendienst erwiesen.

PS: Ich wurde in sehr vulgärer, justiziabler Sprache darauf hingewiesen, daß das oben genannte Kölner Urteil nicht von dem im Bestatterweblog erwähnten Fotografen, sondern einem anderen, anonym gebliebenen Fotografen erstritten wurde. Dies ändert allerdings nichts daran, daß dieser – so wie inzwischen noch weitere Fotografen – solche Abmahnungen ausgesprochen hat und ich dies für absolut schädlich halte.

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