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„Hallo, Radio-Marktforschung. Können wir bitte die Person in Ihrem Haushalt sprechen, die kein Radio hört?“ 6. August 2014

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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Wenn jemand anruft und erfahren will, welche Sender und Programme ich höre oder ansehe, denke ich zunächst an die GEZ, die so ja angeblich herausfinden wollte, ob man schwarzsieht/-hört.

Eigentlich will aber niemand wissen, was ich anhöre.

Es ist nämlich seit Jahren immer dasselbe Spiel:

Das Telefon klingelt und ein Marktforscher ist dran.

Normal habe ich die inzwischen dick, zumal es darunter auch so Halunken gibt, die Banalitäten abfragen wie „Finden Sie auch, daß die Steuern zu hoch sind?“ und einem dann später als „Dank“ für die „Teilnahme“ eine „kostenlose“ Versicherungsberatung, Bettfederreinigung oder Staubsaugervorführung anbieten.

Zu Radio hätte ich dagegen durchaus einiges zu sagen, bin ich doch jemand, der nicht 0815 hört und außerdem sehr viel.

Doch es passiert immer dasselbe:

Zuerst heißt es noch:

Haben Sie Zeit, uns ein paar Fragen zu Ihrer persönlichen Radionutzung zu beantworten?

Also legt man die Arbeit beiseite und sagt „ok“. Radio ist die einzige Ausnahme, zu der man sich äußern würde.

Doch als nächstes kommt dann

Wieviele Personen über 14 leben in Ihrem Haushalt?

Welche Geburtstage haben diese?

Könnte ich bitte nun die Person mit dem Geburtstag … sprechen?

Nun, diese Person ist dann allerdings immer genau die einzige im Haushalt, die niemals Radio hört, nicht ans Telefon geht und auch niemals Telefonumfragen beantworten wird…doch „der Computer“ will jedesmal nur mit ihr sprechen!

Wozu fragen diese Interviewer einen dann überhaupt noch, ob man Zeit hat, Fragen zu beantworten? Statt gleich zu sagen

Wir machen eine Umfrage zur Radionutzung. Wir wollen zwar nicht mit Ihnen reden, aber wissen, ob Sie Zeit hätten. Könnten Sie mir aber bitte jemand ans Telefon holen, der keine Zeit und Lust für Umfragen hat, garantiert nicht mit mir reden will und außerdem absolut kein Radio nutzt? Unser Computer will nämlich nicht, daß wir mit Radiohörern über ihre Hörgewohnheiten sprechen, sondern nur mit Nicht-Radiohörern und Nicht-Telefonierern!

Wenn das ab & zu so laufen würde, könnte man es ja für einen dummen Zufall halten . Es war aber noch nie anders! Es hat System.

Das nächste Mal habe ich auch keine Zeit, dann will der Computer bestimmt mit mir sprechen…

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Kommentare

1. ujf99 - 6. August 2014

Da das Institut für Demoskopie Allensbach bei uns ein bisschen zum Haushaltseinkommen beiträgt, kann ich da nur grinsen. Die machen lieber persönliche Interviews. Die Interviewerinnen suchen die Befragten nach den vorgegebenen Kriterien aus, zu denen niemals Desinteresse gehört, und richten sich danach, wann diese Leute Zeit haben. 🙂

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DL2MCD - 7. August 2014

Nun, vermutlich liegt es gar nicht am Computer (der ja immer an allem schuld sein soll, selbst am schlechten Wetter), sondern an der „Zielgruppe 14 bis 49“, der sich die kommerziellen Sender verschrieben haben. Die Frage nach „über 14“ deutet darauf hin, nach „unter 50“ zu fragen, ist dagegen dann zu peinlich, stattdsesen immer die mühselige tagesgenaue Abfrage der Geburtsdaten. Mir stinkt nur dieses zeitfressende Rumgetue und wozu dann überhaupt gefragt wird, ob ich 10 Minuten Zeit habe…

Ich hatte mal GfK-Fragebogen, das hat mich aber nur Zeit gekostet, die ich nicht habe, das habe ich dann wieder abbestellt. Mit der Marktforschung ist es auch hier so wie im Beruf: Da wird unsereins ständig angequatscht, und nachher wollen sie einem das Gesammelte auch noch verkaufen…

Persönliche Interviews würden bei uns allerdings wohl noch mehr Panik auslösen, denn jeder, der mich persönlich sprechen will, will mir üblicherweise was verkaufen…und es gibt dann auch kein Verständnis dafür, daß ich zu üblichen Geschäftszeiten nicht zuhause bin.

Im Büro isses genauso…man will unbedingt persönlich vorbei kommen, um irgendein „neues System“ vorzustellen, wundert sich aber, daß vor 7 Uhr, in der Mittagspause und um 18.30 keiner ans Telefon geht…wenn da die Kollegen sagen „da ist wer am Telefon, der will jemand vom … sprechen“, weiß ich schon, was es geschlagen hat.

Die größte Pest sind momentan allerdings so Leute, die aus München anrufen und behaupten, sie wären gerade bei uns in der Nachbarschaft unterwegs (wenigstens klingeln sie nicht an der Tür, sondern rufen nur an), um einem „billiger“ Fenster und Haustüren direkt vom Hersteller anzubieten…natürlich sind die teuerer als selbst bei Biffar…aber wie auch bei „Ad 2.0“, einmal oder zwei mal anrufen und ein „nein, danke“ kassieren, reicht ja nicht…Spammer denken imemr, die Masse machts und wenn man 4x anruft, erbarmt sich der „Kunde“ doch noch…

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