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Journalismus: Rackern, bis der Denk kommt 11. August 2014

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Wie bitte?.
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Ich habe bereits zwei Kollegen direkt an Überarbeitung sterben sehen…nein, gesehen habe ichs nicht, das ist auch besser so, sonst wäre es mir noch näher gegangen, aber halt davon erfahren. Und manch andere schauen mitunter aus wie ein Gespenst und sind auch bald soweit. Auch mir selbst ist der Journalismus gesundheitlich nahe gegangen, mir hätte es ebenso ergehen können, das kann man in den Kommentaren der obigen Links nachlesen, ich selbst kann mich dazu aus juristischen Gründen nicht mehr in dieser damaligen Form äußern.

Daß ständige Überarbeitung, bis der Bestatter kommt (zum Arzt darf man ja gar nicht, deshalb wäre „bis der Arzt kommt“ unpassend) nicht nur die Lebenserwartung von Journalisten dezimiert, sondern auch die Qualität ihrer Erzeugnisse – wer kann denn noch vernünftige Texte abliefern, wenn er eigentlich kurz vor dem Exitus steht? – interessiert niemand. Nur zwei Medienmenschen wagen es jetzt, zu einer Mäßigung aufzurufen:

Christian Jakubetz, der selbst als Berater empfahl, daß Journalisten sich „breitbandiger“ aufstellen sollen, bekommt inzwischen angesichts der Hyperaktivität der bekannteren Blogger Angst, und Sybille Berg beleuchtet die andere Seite dieser „Content-Massenproduktion“, nämlich die Mengen völlig überflüssiger Texte, Bilder, Videos…

Wobei beide beide Seiten des Problems beleuchten. Und „natürlich“ nun dafür kritisiert werden.

Aber bitte: So kann es nicht weitergehen! Journalisten sind doch auch nur Menschen. Und nur, weil es inzwischen viel zu viele davon gibt für die wenigen verbliebenen Jobs, muß man doch nicht nach dem Motto „Arbeit macht frei“ agieren.

(Ja, ich weiß, diesen Satz darf man eigentlich nicht zitieren, weil das natürlich nicht dasselbe ist. Aber auch die Pflicht zur Selbstausbeutung ist kein Zustand und die Ansprüche in manchen Redaktionen sind ziemlich „anspruchsvoll“).

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