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Wie S-Bahn und U-Bahn aus Streckensperrungen Zusatzverdienste generieren 29. September 2014

Posted by DL2MCD in Pleiten, Pech und Pannen, Wie bitte?.
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Ich bin normal als Bahnfahrer ganz zufrieden. Auto fahren jeden Tag wäre deutlich teurer und stressiger.

Aber es gibt natürlich so Tage, wo man die Schnauze voll hat. Erst fährt der Zug zu spät in den Bahnhof ein und die S-Bahn steht noch auf dem Bahnsteig, man kann aber nicht mehr rein.

Also muß man 20 Minuten absitzen.

Doch plötzlich heißt es „Streckensperrung, bitte weichen Sie auf die U-Bahn aus“.

Super, bis man auf diese Art die S-Bahn „eingeholt“ hat, die nach dem gesperrten Abschnitt natürlich pünktlich ab-/weiterfährt, ist man so knapp dran, daß auch diese schon wieder nur noch anfassen, aber nicht mehr besteigen kann. 😦

Doch es kommt noch schlimmer:

Inzwischen gilt in solchen Fällen nämlich die Bahn-Fahrkarte nicht mehr! 😦

Regulär gilt eine Bahnfahrkarte ohnehin nur in Zug und S-Bahn. Bislang galt sie bei Streckensperrung jedoch auch in der U-Bahn, wenn die (S-)Bahn einen offiziell zur U-Bahn schickt.

Dies wurde nun – ohne den Bahnfahrern Bescheid zu sagen – wegen der längeren Streckensperrung durch die ramponierte Brücke an der S 1 – geändert. Ein Kollege fing sich prompt 40 € Schwarzfahrerstrafe ein.

Die Bahn-Hotline sagt

Das liegt an der MVG. Die erkennen Bahnfahrkarten bei Streckensperrung nicht mehr an. Wir haben aber wegen der Problematik mit der Brückensperrung darauf hingewirkt, daß es da eine Änderung gibt. Wenn Sie uns eine Einzelfahrkarte einschicken, werden wir die aber wahrscheinlich auf Kulanz erstatten. Das erhöhte Beförderungsgeld, das die MVG bei Ihnen kassiert, können wir Ihnen als Bahn aber nicht erstatten.

Die MVG-Hotline sagt wiederum:

Das liegt an der Bahn. Wir haben hier anläßlich der Brückensperrung eine E-Mail vom Chef der Bahn erhalten, daß wir keine Bahntickets mehr anerkennen sollen.

Also es war jeweils der andere. Logo.

Resultat ist aber, daß man nun zusätzlich zur Steckensperrung auch noch den finanziellen Schaden hat. Streifenkarten werden nicht ersetzt, nur Einzelfahrkarten. Die sind aber teurer – und vor allem bekommt man dann ja die S-Bahn nicht mehr, um die es geht, wenn man erst einmal eine Einzelfahrkarte am Automaten ziehen muß. Man ist ja schließlich nicht der einzige, der plötzlich U-Bahn fahren muß und es gibt für Umsteiger nur einen einzigen Automaten, falls überhaupt, weil die ansonsten alle draußen vor dem Tunnelbereich stehen. Das Handy-Ticket ist wiederum nicht zur Rückerstattung einsendbar. Und die ganze Briefschreiberei und Einschickerei mit Porto kostet ja ohnehin ebensoviel, wenn nicht mehr, als die U-Bahn-Fahrt…

Will man weiter ohne Umstände bei Bedarf umsteigen können, muß man sich eine zusätzliche MVG-Zeitkarte für den Innenraum für knapp 50 € im Monat, also 600 € im Jahr holen.

Noch blöder wird es, wenn statt der lange erwarteten 2. Stammstecke die U-Bahn die S-Bahn verstärken soll: Dafür sind dann 3 Ringe nötig, also nochmal 10 € mehr im Monat.

Dem LKW-Fahrer, der uns den Schlamassel eingebrockt hat, dürfte das egal sein…

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Kommentare

1. Ich will nicht mehr nach Giesing geschickt werden!!!! | Notizen aus der Neidbranche - 9. Oktober 2014

[…] Doch kaum war man am Marienplatz, war schon wieder Giesing-Appell: […]

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