jump to navigation

„Privat darf nur öffentlich über Facebook kommuniziert werden, E-Mail ist nur für kommerzielle Anwendungen“ 27. Oktober 2014

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Pleiten, Pech und Pannen, Wie bitte?.
trackback

Ein Dauerbrenner in meinem Leben ist leider das Thema persönliche Briefe, die nicht persönlich und privat bleiben dürfen.

Bin ich wirklich so anders als die Mehrheit, die alles öffentlich auf Facebook & Co. oder in Chatdiensten begakeln will?

Wobei, wenn man nachsieht, kommen eigentlich alle Reden gegen die angeblich so veraltete E-Mail von ein und demselben Spiegel-Online-Redakteur (Ole Reißmann). Ich erinenre mich, als ich mit ihm in einer Redaktion war, mußten wir uns dauernd mit irgendwelcher Collaboration- und Community-Software herumblagen, Absprachen waren nach Login in einer Art Forum zu treffen, nur um E-Mail zu vermeiden. Aber es nervt langsam echt! Wenn Herr Reißmann mit E-Mail nicht umgehen kann, dann soll er selbst meinetwegen Whats App nehmen, ich kann dann auch damit leben, daß er halt nicht über E-Mail kontaktiert werden will, aber er soll bitte nicht dauernd eine allgemeingültige Sache daraus machen, die dann wieder anderen die Argumentation liefert, private E-Mail als „Mißbrauch des Internets“ einzustufen, weil „E-Mails ja nur kommerziell genutzt werden dürfen“…

Klar hat die E-Mail technische Schwächen, weil sie im akademischen Elfenbeinturm entwickelt wurde und deshalb einerseits leider am markenrechtlich und abmahntechnisch in D chronisch mißbrauchten Domain-Name-System hängt – über eine Klage über auch nur eine offene Rechnung kann man die Domain und damit die E-Mails eines anderen einfach einsacken. Zudem können E-Mails leicht für Spam mißbraucht werden kann. Das weiß auch der Versender der ersten E-Mail in Deutschland.

Trotzdem stören mich E-Mail-Fluten weniger, kann ich diese viel leichter sichten und sortieren als Müll auf Twitter, Facebook, Webforen oder Messengern, wo einen sogar jeder Pups so unterbricht wie ein Anruf und vor allem auch wichtige Dinge schnell wegscrollen und untergehen udn auch nur online gearbeitet werden kann – nicht von unterwegs vom Handy mit schlechtem Netz.

Ich will ein Archiv meiner Kommunikation haben können, nicht dieses ständige Durchrauschen von „Neuigkeiten“, das nach Stunden schon wieder verschwunden ist. Und ich will eben dann in mein E-Mail-Postfach schauen können, wenn ich dafür Zeit habe. Bei Facebook oder Twitter oder Whatsapp braucht man nach drei Tagen nicht mehr irgendwas nachzuschauen. Da muß man dauernd sofort reagieren.

Und ich bin es leid, deshalb immer wieder als altmodisch abgestempelt zu werden:

30 Jahre E-Mail in Deutschland: Unerträglich, unverzichtbar

Ende einer Kommunikationsform: E-Mails? Nein danke!

Kommunikation im Netz: Soziale Medien verdrängen private E-Mails

Und ja, es ist ein persönliches Anliegen des Herrn Reißmann:

Zum Autor
Jeannette Corbeau (wer ist das? Ist im Quellcode bei Spiegel online unsichtbar versteckt)

Ole Reißmann ist Redakteur im Ressort Netzwelt bei SPIEGEL ONLINE. Er hat eine E-Mail-Adresse und freut sich über Nachrichten, verteilt aber gleichzeitig Aufkleber mit seiner persönlichen Kampagne „E-Mails? Nein Danke“.

Ich will aber per E-Mail kommunizieren dürfen – auch privat. Natürlich ärgere mich mich dann über Spam, aber es gibt ebenso Foren-, Messenger- und Facebook-Spam, und dort gibt es keine von Userseite einmsetzbaren Filter dagegen. Und mir geht eher bei Facebook oder Twitter in all dem Gegacker was unter als im E-Mail-Spamfilter.

Extrem war der Spam nur bei Heise – da lagen bereits bei Aktivierung meines Accounts 5000 Spam-Mails im Postfach. Aber auch da konnte ich mit intelligenten Filtern (keine Spamfilter!) schnell alles aussortieren, was nicht von meinen Lesern, Kollegen oder vom Chef kam. Nach ein paar Tagen war auch dieses „Katastrophen-Postfach“ gezähmt.

Ein Messenger, bei dem ich meinem Chef innert 10 Sekunden statt wie bei E-Mail 10 Minuten antworten muß, um Anwesenheit am Arbeitsplatz zu beweisen, ist nichts, was ich haben will. Auch plötzlich vier Chatfenster offen zu haben, weil vier Mädels aus der Firma mit mir essen gehen wollen, mag vielleicht gut fürs Ego sein, aber das Arbeiten macht sowas unmöglich. Ja bin ich denn im Hotchat oder was?

Bei E-Mail sehe ich dagegen die vier Anfragen, nehme eine davon an und habe die anderen drei halt erst danach gelesen und schreibe „geht heute leider nicht“. Ich muß mir nicht live eine Antwort überlegen, die niemand vergrätzt.

Sorry, Ole Reißmann – ich finde die propagierten „Alternativen“ stressiger als 10 E-Mail-Accounts. Und das, wo ich ja nun wirklich mit E-Mails nichts als Ärger habe dank gewisser Juristen, die diese gerne einkassieren…aber wenn Messenger, Whats App & Co. erstmal wichtig genug sind, wird auch da um IDs prozessiert. Bei Facebook und XING passiert das ja schon…

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: