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Chromdioxid und die Klassik – Marketing rund um die Kompaktkassette 12. Januar 2015

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Rezensionen, Wie bitte?.
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Einen sehr interessanten Beitrag habe ich dieser Tage als Podcast gehört: „50 Jahre Kompaktkassette“ von SWR2 Wissen.

Was ich auch nie wußte, auch wenn ich es erahnte:

Nur in Deutschland hat die BASF Chromdioxid-Kassetten als die bessere Technik beworben. Im Rest der Welt lief das ganz anders:

Da war Chromdioxid für Klassik-Liebhaber und für Pop und Rock wurde weiter normales Eisenoxid, Typ I, benutzt! Weil das im Baßbereich besser war.

Und ja, ich nahm zwar für Aufnahmen von Platten BASF Chromdioxid-Kassetten (allerdings liefen die auf meinem Grundig-Rekorder schlecht, es rutschte und knitterte, deshalb stieg ich dann auf Philips und TDK SA um), für Aufnahmen vom Radio dagegen bis zuletzt BASF Maxima Super I, also Eisenoxid, weil da ohnehin weniger Höhen drin waren, aber die Bässe besser kamen. Allerdings gab es diese bessere Kassettensorte zuletzt leider nicht mehr und die normalen BASF Eisenoxid-Kasetten waren nicht so doll…

Die TDK-Kasetten, wie alle japanischen, waren auch Eisenoxid, nur mit Typ-II-Vormagnetisierung, weil BASF auf Chromdioxid ein Patent hatte.

Tatsächlich hat also a) der Großteil der Welt gar keine Chromdioxid-Kassetten verwendet, sondern nur Eisenoxid-Kassetten mit erhöhter Vormagnetisierung („high bias“) in Chromdioxid-Stellung des Rekorders und b) galt Chromdioxid außerhalb Deutschlands auch nie als besser als Eisenoxid, sondern nur als anders. Klanglich anders und besser für Klassik geeignet. Man kaufte die Kassetten nach der Musik, die man darauf aufnehmen wollte und nahm keineswegs stets das teurere Band.

Noch kann man den Beitrag beim SWR abrufen – hört es euch an! Echt interessant.

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