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Private E-Mail-Nutzung am Arbeitsplatz… 9. Februar 2015

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Mit E-Mail ist man in Deutschland leider immer noch auf der Loser-Seite: Sie ist Brief oder Postkarte (für die, die sich über die normalerweise fehlende Verschlüsselung aufregen) immer noch nicht gleichgestellt, sie gilt für viele Chefs gegenüber Telefonat (bei der älteren Generation) oder Chats und Facebook (bei der jüngeren Generation) als minderwertig. Sie kann auf dem Rechtsweg einfach von wildfremden Leuten einkassiert werden. Und natürlich hat der Chef im Büro bei der E-Mail-Nutzung mitzureden.

Dabei ist es im Büro weit weniger störend, wenn man kurz schreibt, daß man wegen Überstunden später heim kommt, als wenn man anruft. Und es ist auch bei beruflichen Dingen nützlich, wenn man jemand dann erreicht, wenn der Zeit hat und seine E-Mails liest, als „live“ per Telefon oder Chat, wo man ihn im falschen Moment erwischt.

Allerdings ist Arbeitszeit natürlich Arbeitszeit – beliebig privat in der Gegend rummailen kann man da nicht.

Kurios ist nur, wie unterschiedlich Arbeitgeber das handhaben:

Die einen erlauben alles, auch die private Nutzung des Dienstaccounts, die anderen verbieten sogar und ausdrücklich private Webmailer, selbst für den dienstlichen Gebrauch. Letzteres machte mir einen Job bei Kuka Roboter unmöglich, da bestimmte Kollegen in einem anderen Firmenteil nur per E-Mail erreichbar waren, ich aber keinen Firmenaccount bekam und die Nutzung privater Accounts prinzipiell verboten war.

Andere verbieten Webmailer wiederum, weil die massive Werbung vor allem vor dem Login bei Web.de, GMX und 1&1 zuviel Traffic verursacht. Leider auch bei bezahlten Accounts.

Komischerweise kommen einerseits Mitarbeiter mit absolutem Mißbrauch vor Gericht durch. Und andererseits ist man selbst bei privater E-Mail-Nutzung zuhause nicht vor Übergriffen Dritter sicher.

Ich bin immer davon ausgegangen, daß in Unternehmen die IT in die E-Mails guckt. Ob sie das darf, ist eine andere Frage, aber technisch ist es nunmal möglich. Also würde ich da sicher nichts reinschreiben, was peinlich sein könnte. Da kann ich mich nur wundern über manche Leute, die dann aber auch im Büro auf Sexseiten gehen und glauben, das merke keiner und es sehe schon keiner in die Logfiles…

Daß ich aber meine eigenen Accounts privat nutzen darf, solange das die Arbeit nicht beeinträchtigt, das halte ich für notwendig. Andernfalls ist man ja tagsüber abgeschnitten.

Daß ich private Accounts sogar umgekehrt auch für den Arbeitgeber nutze, war früher bei mir gang & gäbe, weil die dienstliche E-Mail von außerhalb nicht erreichbar war. Heute würde ich das nicht mehr riskieren, da mir als Privatperson die Accounts viel zu leicht weggeklagt werden können und ich dann zusätzlich zum privaten Schaden auch noch mit dem Arbeitgeber wegen (ungewollter) Veruntreuung von Betriebsgeheimnissen Ärger bekäme. Und die meisten Firmen-E-Mail-Accounts sind inzwischen auch von außerhalb erreichbar, über Webmail oder Smartphone.

Da schaue ich im Übrigen auch im Urlaub rein – freiwillig.

Mit dem privaten Smartphone.

Warum?

Ein Firmen-Smartphone dürfte ich nur dienstlich nutzen.

Und zwei Smartphones mit mir rumschleppen mag ich nun wirklich nicht…

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