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Wer im weißen Haus vögelt twittert, fliegt raus! 11. Februar 2015

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Große Aufregung bei BILD um einen Reporter, der von den US-Sicherheitskräften zeitweise vor die Tür gesetzt wurde:

Wie BILD-Reporter Schuler aus dem Weißen Haus flog

Ich frag mich da schon: Ist das jetzt ein Profi oder ein Journalistendarsteller?

Auch bei uns darf man nicht überall fotografieren. Ist mir auch schon passiert, daß ich am Bundestag im falschen Moment fotografiert habe, nämlich in der Nähe einer Sicherheitseinrichtung. Da beließ man es bei der Ermahnung, das nicht nochmal zu tun und das Bild zu löschen.

Nun bin ich selten in sicherheitsrelevanten Bereichen und hab es halt einfach nicht geahnt. Inzwischen weiß ich es, auch am Flughafen soll man nicht am Sicherheitscheck fotografieren, worauf der normale Tourist sicher nicht kommt, weil er ja genau da oft genug gebeten wird, ein Foto zu machen, um festzustellen, daß seine Kamera keine Bombe ist.

Als ich aber zu einem Termin ins US-Konsulat eingeladen war, habe ich halt vorher gefragt und bekam auch genau gesagt, wo ich fotografieren darf und wo nicht. Normale Besucher, die nur ein Visum wollen, dürfen da wohlgemerkt nicht mal eine Kamera dabeihaben, auch kein Kamerahandy, was blöd ist, wenn man kein Auto dabei hat, um das wegzupacken. Konnte mich also nicht beschweren. Dabei habe ich für Telepolis geschrieben und hätte verstanden, wenn man mich dort nicht mehr reinlassen würde – aber so intolerant sind die US-Amerikaner im Normalfall nicht (Ausnahmen gibt es immer, klar).

Und da frage ich mich hier schon: Tut das Not, in Echtzeit aus dem Weißen Haus Fotos zu twittern? Braucht man das wirklich, wenn man kein TV-Reporter ist? Wie leicht ist halt tatsächlich was im Bild, das nicht gezeigt werden soll? Das weiß man als Besucher ja gar nicht.

Hier war dann ja alles in Ordnung und ganz ehrlich, ich hätte darüber dann einfach die Klappe gehalten, sofern es mir nicht die ganze Story gekillt hätte. aber anscheinend durfte der BILD-Reorter ja rechtzeitig wieder zurück zur Konferenz.

Und ganz ehrlich: Muß diese „Transparenz“ sein, daß ein Journalist auch noch davon live berichtet, wie er arbeitet? Reicht nicht nahcher das Ergebnis? Man sieht es ja eben an den TV-Live-Übertragungen, daß diese oft völlig gehaltlos sind. Und oh, ist es so wichtig, wenn ein Journalist Merkel und Obama plauschen sieht, daß er das jedem live erzählen muß? Ist das nicht völlig normal und keine echte Nachricht? Ist das bei allem „Bild war dabei“-Auftrag nicht einfach wichtigtuerisch? Ebenso wie die Aufregung darüber, mal rausgewunken zu werden. Klar ist das nicht schön, aber muß man damit nicht in dieser Situation auch rechnen, ohne deshalb sein Ego angekratzt zu sehen?

Just my 2 (US-)cent…

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