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SEPA-Tücken, wieder mal Ärger aus Köln und das für nur 20 € ausgehebelte Bankgeheimnis 20. Oktober 2015

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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Sie wollen wissen, wem eine Kontonummer gehört? Geht nicht, unterliegt ja schließlich dem Bankgeheimnis und dem Datenschutz.

Denken Sie!

Von wegen!

Sie müssen nur jemand eine Summe über 20 € „irrtümlich“ überweisen und die erst nach ein paar Monaten zurückfordern, wenn das nicht mehr direkt zurückgebucht werden kann. Schwupps gibt Ihnen die Bank die kompletten Daten (Name, Adresse etc.) Ihres Opfers. Muß das sogar angeblich tun.

Auf einem üblichen Girokonto ist heute meist fröhliches Auf- und Abbuchen, sofern man dazu Erlaubnis gegeben hat. Und auch, wenn man keine gegeben hat. Man kann es gar nicht mehr verhindern. Die EU hat nämlich die früher übliche Namensprüfung (gegen Geldwäsche gedacht) bei Banküberweisungen untersagt. Das hat den Vorteil, daß Tippfehler beim Namen nun nicht mehr zur Ablehnung von Überweisungen führen. Aber auch den Nachteil, daß selbst offensichtlich fehlerhafte Überweisungen und Lastschriften (Zifferndreher, Tippfehler, Verwechslungen) ausgeführt werden. Mit SEPA ist nämlich auch die früher übliche Prüfsumme bei Kontodaten entfallen.

Ich hatte neben den üblichen Dutzend Buchungen über Monate verteilt auch einige Auf- und Abbuchungen der Aachen-Münchner Versicherung aus Köln und der Central Krankenversicherung – ebenfalls aus Köln.

Die Aachen-Münchner kannte ich gar nicht, mußte sie erst googeln. Dachte, die heiße doch wenn, dann Hamburg-Mannheimer, aber anscheinend gibt es mehrere solche Doppelstadtnamen-Versicherungen.

Die Central kannte ich auch nicht, dachte aber, das sei der neue Name der DKV aus Köln und googelte sie deshalb nicht. (Die DKV heißt jetzt aber Ergo…).

Die Aachen-Münchner bekam ihr Buchungsproblem zwar nicht in den Griff, war aber soweit freundlich und entschuldigte sich.

Die Central erklärte mir dagegen plötzlich den Krieg, verpaßte mir eine Kundennummer und drohte mir mit ihrer Rechtsabteilung. Und das kam so:

Deren Kunde (vermutlich auch Kunde bei der Aachen-Münchner) hatte statt seiner meine Bankverbindung angegeben, Grund war ein Verkauf meiner Bank, der ursprünglich keine unangenehmen Folgen für die Kunden haben sollte, dann aber doch hatte: Die verkaufende Bank (SEB) wollte nämlich nach ein paar Jahren ihre beim Verkauf mit übertragenen Bankleitzahlen wieder zurück und während die Kontonummer weiterhin gleich blieb, bekam ich nun eine neue Bankleitzahl zugeteilt. Ärgerlich genug, wenn man dann 200 Leute anschreiben muß, natürlich trotzdem ein paar vergißt und so später einige Zahlungen nicht mehr bekommt oder Lastschriften platzen und angemahnt werden. Denn während man beim aktiven Umzug seines Girokontos normalerweise von der Bank unterstützt wird, war dies hier nicht der Fall. Es war schon schwierig, überhaupt herauszufinden, wer noch die alte Bankleitzahl benutzte, denn mancher hatte trotz Benachrichtigung nicht umgestellt und den Kontoauszügen konnte man das nicht ansehen.

Die SEB hatte jedoch noch für jede Filiale eine Bankleitzahl, so wie das eigentlich üblich ist. Die neue Bank (Santander) konnte sich das anscheinend nicht leisten, sie hat nur eine Bankleitzahl für alle Filialen in ganz Deutschland. Und auch bei den heute üblichen 10-stelligen Kontonummern, die sich niemand mehr merken kann, kann es da mal eine Kontonummer mehrfach geben.

Für diesen Fall hatte die neue Bank immerhin noch zwei Reserve-Bankleitzahlen erstanden. Sind sicher sauteuer, solche Bankleitzahlen…

Doch eben jener Kunde begriff nicht, daß er eine andere, spezielle Bankleitzahl zu verwenden hatte, nicht die allgemeine deutschlandweite, die schon für mich benutzt wurde. Gab also überall meine ebenfalls „nagelneuen“ Bankdaten an und seine Versicherungen bedienten sich folglich an meinem Konto.

Dabei wurden neben Abbuchungen eben auch einige Aufbuchungen getätigt und ich hatte nicht eingegriffen, weil ich die Central als private Krankenversicherung aus Köln für die umbenannte DKV hielt. Bei Aufbuchungen ist man ja zudem auch nicht wirklich alarmiert.

Es dauerte ein halbes Jahr, dann hatte sich wohl der Central-Kunde bei seiner Versicherung beschwert, wo sein Geld geblieben war.

Fehlbuchungen können inzwischen zwar zurückgebucht werden (das ging früher nicht!). Aber natürlich nicht ein halbes Jahr lang.

Stattdessen erfuhr ich zwar aus Datenschutzgründen bis heute nicht, wer der Trottel war, der mir den ganzen Ärger eingebrockt hat. Dafür bekam die Central aber von meiner Bank meine Daten ausgehändigt, um mich plattmachen zu können. Wohlgemerkt ohne Vorwarnung meiner Bank!!!

Und als nächstes kamen dann eben unangenehme Briefe von der Central aus Köln mit einer Rückzahlungsfrist von 7 Tagen. Wie sollte ich das machen, das Geld war ja längst nicht mehr auf dem Konto nach 6 Monaten!

Abgesehen von dem ganzen Ärger, den ansich meine Bank verbockt hat durch den Mist mit den neuen Bankleitzahlen – der andere Kunde hat wohl nicht mit Absicht fremde Daten angegeben – und die neuen SEPA-Regelungen, stinkt mir, daß es reicht, eine Summe über 20 € „falsch“ zu überweisen, um nicht etwa nur eine Rückbuchung zu veranlassen, sondern einfach die Daten eines Wildfremden anfordern zu können.

Siehe die offizielle Erklärung der Santander dazu:

Santander1ed

Santander2

Ich war nicht nur kurz davor, meine Krankenversicherung zu kündigen, da ich ja dachte, daß es sich bei der Central um diese handelte, da diese mir kurzerhand auch noch – wohlgemerkt ohne Vertrag – eine Kundennummer verpaßt hatte, sondern auch die Bankverbindung. Nur scheint das Ganze ja allgemeines Gesetz zu sein und könnte einem auch mit anderen Banken passieren.

Und rate deshalb hier auch ausdrücklich von der Central Krankenversicherung ab, die mich als den Bösen attackiert hat, obwohl nicht ich Mist gebaut hatte, sondern andere. Nur ihren Kunden wollen sie halt nicht verärgern, während ich ihnen scheißegal bin….

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Kommentare

1. rrQ - 20. Oktober 2015

„Mit SEPA ist nämlich auch die früher übliche Prüfsumme bei Kontodaten entfallen.“ Sind nicht genau die ersten beiden Ziffern der IBAN eine Prüfziffer, um Tippfehler zu vermeiden?

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DL2MCD - 20. Oktober 2015

Ich gebe nur wieder, was man (also Bank und Juristen) mir hierzu erklärt haben. Es gibt offensichtlich bei SEPA aktuell jede Menge Probleme mit fehlenden Prüfmechanismen. Wenn es da Prüfziffern gibt, werden sie wohl in der Praxis bislang nicht genutzt. In dem hier geschilderten Fall ist die Prüfung ohnehin deaktiviert, weil die neuen Bankleitzahlen der Santander nicht zu den alten Kontonummern der SEB passen – auch zuvor, mit Bankleitzahl und Kontonummer, benutzte der Prüfmechanismus die Kombination beider Zahlen. Warum man da die Kontonummer nicht angepaßt hat, wenn wegen der neuen Bankleitzahlen ohnehin die Bankverbindung neu ist – keine Ahnung.
Ich verstehe das System ohnehin nicht. Die BIC scheint völlig redundant zu sein, jedes Homebanking-System errechnet sie selbst. Aber dann eine IBAN als 20-Stellige Zahl, die sich niemand mehr merken kann, statt zweier zehnstelliger Zahlen, die zwar auch schon zum Merken zu lang waren, aber immerhin noch leichter auf Tippfehler zu prüfen waren.

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2. Ulf J. Froitzheim - 20. Oktober 2015

Auf jeden Fall heißt die DKV noch immer DKV, sie gehört nur der Ergo-Gruppe. Und „AachenerMünchener“ ist seit längerem nur noch eine Marke des Generali-Konzerns, weshalb es zwar noch Aachener Telefonnummern gibt, aber der Sitz nicht mehr Aachen ist.

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DL2MCD - 20. Oktober 2015

Nun, die D.A.S. heißt anscheinend wirklich Ergo inzwischen. Daher kam ich nämlich gestern auf dieses zwei Jahre alte Ärgernis zurück:

Ich bekam einen Brief der Ergo-Bezirksdirektion, daß nun ein Agent in Puchheim für mich zuständig sei. Mein sehr guter DKV-Agent in Marktoberndorf war hierüber ebenso überrascht wie ich. Und wie ich deshalb dann in der Bezirksdirektion nachfragte, was der Quatsch denn soll es damit auf sich hat, kam heraus, daß ein bereits im Jahr 2010 gekündigter D.A.S. Hausrats-Vertrag aufgrund eines Computerfehlers (klar, auf den kann man’s immer schieben) eben jetzt im Jahr 2015 einem anderen Betreuer zugeschoben wurde. Während die Ergo-Krankenversicherungsverträge noch da sind, wo sie hingehören. Nur wenn man da D.A.S. draufschreiben würde, wäre die Verwirrung ja nicht ganz so groß, also heißt das jetzt eben Ergo, das kann dann alles sein, Hausrat, Krankenversicherung, Hund, Maus…

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