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Die BEG, der Alex und der neue Zwangsstopp in FFB: Nichts als Chaos und Ärger! 14. Dezember 2015

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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Es gibt in Deutschland ja seit der Bahnprivatisierung nicht nur die DB (Deutsche Bahn), sondern auch noch einige weitere Bahngesellschaften. Manche davon bieten sogar besseren Service als die DB, viele auch schlechteren. Wer davon am Zug zum Zug kommt, entscheidet die BEG. Dabei vertritt sie allerdings leider nicht die Interessen der Fahrgäste, es wird auch schon mal die Zugfolge auf 2-Stunden-Takt verdünnt. Erst nach einem Jahr wurde das wieder aufgehoben.

Ich mag den Alex sehr, mit Abteilwagen, doch der wird ja leider abgeschafft. Noch fährt er, doch seit heute früh hat sich die BEG speziell für den Alex eine neue Schikane einfallen lassen: Genau da, wo er die volle Reisegeschwindigkeit erreicht, in Fürstenfeldbruck, muß er plötzlich halten!

Das kostet gut 5 Minuten, mein Anschlußzug ist weg und ich kann nun täglich 20 Minuten länger mein Leben in vollen Zügen – und auf kalten Bahnsteigen – genießen. Nein, 21 Minuten, denn der Alex fährt nun eine Minute früher. Sehr witzig, eine Minute für eine zusätzliche Haltestelle bringt natürlich überhaupt nichts!

In Fürstenfeldbruck hät der Alex nun um kurz vor 6 Uhr früh an einem bis auf fünf einsame, staunende Hansel völlig menschenleeren Gleis, es steigt niemand ein oder aus, es ist eine völlig sinnlose Aktion, die Fürstenfeldbruck nichts bringt, aber etwa 30 Alex-Fahrgästen den Anschluß zu ihrer S-Bahn final versaut, der seit der Einführung des Halts „Hirschgarten“ und der damit vorverlegten Abfahrt der S-Bahn um 2 Minuten ohnehin auf wackligen Füßen steht, weil der Alex – wie auch andere Züge – wegen Überlastung selten pünktlich in den Bahnhof Pasing einfahren darf.

Von der BEG gibt es bislang keine Stellungnahme, wohl aber vom zitierten Herrn Seiffert, dem sehr engagierten ÖPNV-Zuständigen des Landratsamts Fürstenfeldbruck:

Wie Sie der Presse ja entnehmen konnten, sehen wir die Umstellung (Alex statt DB-Zug) als absolut kontraproduktive Maßnahme an. Unverständlich außerdem, dass die Fahrplanumstellung von den Verantwortlichen vorher nicht kommuniziert wurde. Nicht einmal der MVV wurde informiert.

Der neue und frühe Alex-Halt hat für uns tatsächlich keinen Mehrwert, wenn im Gegenzug der sinnvolle und für viele Pendler aufgrund der Uhrzeit deutlich interessantere DB-Zughalt um 6:40 Uhr mit der schnellen Verbindung zum Hauptbahnhof entfällt. Und wem eine „Rückfahrt“ des Alex mit Halt in Fürstenfeldbruck um 7:37 Uhr (statt bisher DB-Zug um 16:59 Uhr) groß nutzen soll, wissen wir nicht.

Selbstverständlich versuchen wir, hier eine Nachbesserung zu erreichen. Unser Landrat hat letzte Woche in dieser Sache an den Staatsminister und mehrere Landtagsabgeordnete geschrieben. Entscheidend wäre zum Einen der mittelfristige Ausbau des Bahnsteigs in Fürstenfeldbruck, zumindest des derzeit nicht genutzten Bahnsteigs an Gleis 1. Kurzfristig wären für Doppelstockwagen u.E. auch Halte am S-Bahnhof Buchenau denkbar.

Weitere Presseresonanz, u.a. hat sich der Landtagsvizepräsident eingeschaltet, können Sie diesen Artikeln entnehmen:

www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/s4-skandal-bocklet-fordert-aufklaerung-5946945.html

www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/s4-brief-innenminister-5945314.html

www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/kommentar-s4-watschn-haareraufen-5943072.html

www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck/neue-watschn-s4-pendler-5940757.html

Mit freundlichen Grüßen

gez. Hermann Seifert

Das Ganze bringt also niemand was, für Fürstenfeldbruck ist die Situation nun auch schlechter als zuvor, nicht ein einziger Fahrgast kann mit den Zwangsstopps der Alex-Züge etwas anfangen, die nun eben gerade absolut ungeeignet für häufige Zwischenhalte sind (schlechte Beschleunigung gegenüber Triebwagen), aber 30 Fahrgäste sitzen nun in einer späteren, bereits ohne sie rammelvollen S-Bahn, weil sie die frühere, weniger gefüllte nicht mehr erreichen… 😦

Kann man nur hoffen, daß der Quatsch diesmal nicht ein Jahr braucht, bis er wieder behoben wird – dann fährt der Alex ja sowieso nicht mehr…

Ergänzung: Direkt nach dem Post kam auch die Antwort der BEG an. Das offizielle Gefasel, wie schon aus dem verlinkten SZ-Artikel bekannt. Nett aber, daß versehentlich eine interne Bemerkung der Beteiligten an der Mail hing, die ich hier jetzt zu deren Wohl nicht wiedergeben möchte und die zeigt, daß diese doch nicht so blöde sind, wie sie sich anscheinend offiziell darstellen müssen…

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Kommentare

1. Besuch im Stellwerk: Warum GSM-R kein Funkgerät ist | Notizen aus der Neidbranche - 15. Februar 2016

[…] der Bahn teils mehr mißgewirtschaftet als zuvor. Der hier immer wieder mal thematisierte Ärger mit der BEG ist ein Aspekt […]

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