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Frankreich: Die Journalisten, die aufbleiben! 8. Mai 2016

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Mal was Positives.
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Im Journalismus gibt es immer mehr prekäre Arbeitsbedingungen. Als Angestellter kann man froh sein, wenn man daran nicht krepiert und kann von heute auf morgen vom „Sonnenkönig“ Chefredakteur oder herausgeber an die Luft gesetzt werden, was ich oft genug erlebt habe und alle Angestellten von Servus TV gerade auch (und dort kommen die Kündigungen bestimmt wieder, wenn der nächste es wagt, zur Gewerkschaft zu gehen!), als „Freier“ hat man außerdem die Gefahr, trotz Überarbeitung zu verhungern.

Franzosen lassen sich nicht so viel gefallen, gehen eher auf die Straße und haben nun dieses Manifest veröffentlicht:

Journalisten, die in dieser sozialpolitischen Nacht aufbleiben: Manifest
(mit Übersetzung)

Wobei ich ergänzen muß, daß die folgenden Punkte aus dem Manifest:

  • Ihr macht die Erfahrung eines ständigen Drucks, Eure Produktivität zu erhöhen (Menge der Artikel, die verfasst werden müssen, der Reportagen, die realisiert werden müssen…)
  • Ihr habt nicht mehr die finanziellen Mittel und auch nicht die Zeit, vor Ort zu berichten
  • Ihr habt nicht mehr die finanziellen Mittel um dort zu recherchieren
  • Ihr habt nicht mehr die finanziellen Mittel um dort Eure Informationen zu überprüfen
  • Ihr müsst Eure Themen nach dem Kriterium des Publikumsinteresses auswählen
  • Ihr müsst eher Content produzieren als Information zu schaffen
  • Ihr habt miterlebt, wie Arbeitsplätze eingespart wurden, wie Honorar-Etats und Gehälter gekürzt wurden
  • Euer Name steht unter einem Artikel, der von Eurem Chef umgeschrieben und mit neuer Überschrift versehen wurde, um boulevardesker auszufallen
  • Ihr habt das Gefühl gehabt, gegen die Grundregeln Eures Berufs zu verstoßen
  • Ihr habt darunter gelitten

für Festangestellte ebenso gelten. Daß man keinesfalls vor Ort recherchieren oder berichten darf und öfters das Gefühl hatte, gegen journalistische Prinzipien zu verstoßen, wenn ich nur aus dem Web abschreiben darf, habe ich da ja auch erlebt. Und das Theater mit den umgeschriebenen Artikeln (am besten noch in einem Kasten „Meine Meinung“ – das kennt nun wirklich jeder Journalist. Das war – mit Verlaub – leider immer schon so

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