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Der Neid auf und das Verleumden von Journalisten kennen keine Grenzen – Richard Gutjahr soll nun Terrorist sein :-( 3. September 2016

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen, Wie bitte?.
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Sorry, der Job, Journalist zu sein, ist einfach nur noch zum Kotzen.

Ich habe mich nach Telepolis und dem Vorfall um meinen letzten IFA-Besuch, also Gravenreuths Schikanen und des Unverständnis des Herrn Daniel dafür, daß es nicht Pilepalle ist, wenn man seine E-Mail-Accounts von so jemand abgeknöpft kriegen und so aus dem Verkehr gezogen werden soll, von der Branche ziemlich abgewendet. Es hilft einem niemand, wenn es Probleme gibt. Warum soll man immer noch gute Miene zum bösen Spiel machen, Journalismus ist heute nur noch ein unterbezahlter Drecksjob.

Andere waren da weit optimistischer – jung und erfolgreich. Richard Gutjahr war so jemand, ist von sich aus auf eigene Kosten nach Ägypten geflogen und hat dort vom arabischen Frühling berichtet. Der heute nur noch Geschichte ist, leider.

Zuletzt war auch Richard Gutjahr auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen, war es leid, immer wieder als Apple-Fanboy bezeichnet zu werden, der er nie war, er nutzte lediglich die Geräte als einer der ersten sehr effizient. Er hat sicher einen der besseren Jobs im Journalismus, aber ich würde ihn nicht machen wollen. Das habe ich schon gesagt, bevor ich nun hiervon erfuhr:

Richard hatte das unglaubliche Pech, erst in Nizza bei der Attacke vor Ort zu sein und dann auch noch zwei Wochen später ins Olympiazentrum geschickt zu werden, als dort ein Nachahmer Amok lief. Und dann auf Sendung zu kommen, weil die Verbindung des offiziellen Reporters streikte.

Ich dachte auch erst „wie kann das sein, daß er schon wieder“… . War dann froh, von ihm etwas gesagt zu bekommen, weil ich ihm einfach vertraue, beruhigt war. Und dachte mir danach, wie schlimm muß es für jemand sein, zwei solche Sachen in kurzer Zeit hintereinander erleben zu müssen.

Anscheinend war ich der einzige, der so dachte. Ansonsten wurde im Netz gemeckert, gestänkert, und noch tausendmal schlimmere Verschwörungstheorien geschmiedet, als ich es erlebt habe. Mir sagte man nur krumme Millionengeschäfte nach, was mein Ex-Chef Florian Rötzer dann auch noch glaubte, statt sich zu fragen, warum ich dann überhaupt für ihn gearbeitet haben sollte, und ging mich wegen der vermeintlichen politischen Ausrichtung von Telepolis an, die ich ja gar nicht zu entscheiden hatte. Ein ebenso bekloppter Typ trat dann auch meiner Familie nahe. Details habe ich darüber nie öffentlich gemacht und werde es auch nicht tun, da das ja nur solche Leute weiter animieren würde, aber es war die Staatsanwaltschaft mehrfach involviert – einmal sogar auf Veranlassung des Westdeutschen Rundfunks, der ja ansonsten durchaus nichts dagegen hätte, wenn mir etwas Übles zustößt.

Aber es ist alles kein Vergleich zu dem, was nun los ist:

Medium Magazin- Wenn Reporterschicksal zum Alptraum wird (PDF)

Die einen unterstellen ihm, er habe die Anschläge selbst inszeniert, nur um darüber berichten zu können, die anderen meckern, daß er seine vor Angst schreiende Familie nicht im Fernsehen gezeigt haben wollte und sich dann erstmal um die gekümmert hat, statt weiter dem Amok-LKW nachzusetzen oder die zerfleischten Opfer zu knipsen. Was hätte er dort denn gesollt? War das so nicht schon schlimm genug für ihn??? Er war mittendrin, und nein, das ist kein „Reporterglück“, sondern ein Alptraum. Er wollte gerade den allgegenwärtigen Terror in Israel vergessen.

Aber nein, seine Familie stammt aus Israel und dann muß ja wieder alles Antisemitische von Mittelalter bis Adolf ausgegraben werden. Ist ja ohnehin wieder schwer in Mode 😦

Und so etwas kann jedem Journalisten passieren. Auch, wenn er nicht Zeuge eines Terroranschlags wird. Dann wird die Verleumdung halt noch etwas mehr erfunden.

Richard, ich denke, wir alle hätten lieber im Lotto gewonnen…jedenfalls jeder, der irgendeine Ahnung von Deinem Job hat. So etwas will niemand erleben. Aber heute kommt nach dem Alptraum des Erlebens auch noch der Shitstorm…

Und alle, die ihr auf unsereins neidisch seid und rummeckert: Dann kommt doch her und macht den Job. Dann dürfen aber die anderen meckern und ihr steckt nur noch die Prügel ein.

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