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Wildwestmethoden in Grafrath, oder: Wie Märchen sterben 27. März 2017

Posted by DL2MCD in Pleiten, Pech und Pannen.
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Eine meiner Kindheitserinnerungen ist der Märchenpark in Grafrath. Heute fahre ich oft im Zug daran vorbei und war immer traurig, daß es ihn längst nicht mehr gibt. Doch warum es ihn nicht mehr gibt, war mir lange unklar: Er wurde abgefackelt!

Der Erfinder des Märchenparks wollte wohl etwas Walt Disney nach Deutschland bringen. Wie jener kaufte er ein Sumpfgelände, um dort einen Märchenpark zu erreichten – und später wie in Disneyworld auch eine Westernstadt.

Doch jene war bei den Grafrathern unbeliebt: Daß Cowboys erschossen wurden, fördere den Faschismus (es hätten wohl Indianer erschossen werden sollen???). Und es gab wegen des großen Erfolgs Probleme mit der Infrastruktur: Wasser- und Abwasserleitungen fehlten und der Verkehr an Ausflugstagen machte in dem kleinen Ort Probleme.

Die Lösung, die die Grafrather gegen den Optimisten fanden, hieß: Alles gezielt in Schutt und Asche legen.

Die umliegenden Wälder gleich mit abzufackeln, mißlang nur knapp.

Heute gibt es Märchenparks anderswo in Bayern, die man bei Google findet, wenn man nach dem verschwundenen Grafrather Park sucht. Der in Grafrath wird aber totgeschwiegen, gerade mal ein Super-8-Film eines Familienausflugs von 1967 findet sich auf Youtube. Und ein Buch, in dem der Betreiber als böser, Kinder ausnutzender Kapitalist bezeichnet wird, weil er ihnen damals nur 2 DM die Stunde zahlte.

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