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„Mafiamethoden?“ Der schwarze Freitag für den Freitag oder: Schlecht bezahlte Autoren privat zu verklagen ist leider nix Neues :-( 8. April 2017

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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BildDieser Tage macht es die Runde, daß eine Autorin des „Freitag“ von einem vermutlichen Mafioso verklagt wurde, weil sein Name in ihrem Artikel genannt wurde. Der Freitag selbst nahm den Artikel offline und hat die vierstellige Klage nicht bezahlt.

Der Freitag wurde aber auch gar nicht verklagt, sondern die Autorin privat, was natürlich auch so gewollt ist.

Mafiamethoden?

Nein, Abmahner- und Verlagsmethoden!

Ein Kölner Verlag hat dies ebenso gemacht, als ein Telepolis-Autor schrieb, er habe seinerzeit an der „Arisierung“ verdient und sei so günstig zu seinem heutigen Verlagsgebäude gekommen. Das Thema kommt immer wieder mal auf und endet immer wieder in einem finanziellen und beruflichen Fiasko für den Autor, der es wieder einmal schreibt, weil er dann eine teure Klage an die Backe bekommt und von dem Verlag, bei dem er das geschrieben hat, auch nicht mehr genommen wird. Die Artikel gehen dann schnell offline.

Das „Praktische“ an der Sache ist natürlich, daß das unter Ausschluß der Öffentlichkeit passiert, niemand davon erfährt (darum geht es ja) und ein paar Monate später ein anderer Autor bei einem anderen Medium prompt wieder in dieselbe Falle tappt! Man kann ja nicht öffentlich warnen „sagt bitte nicht, daß der …Verlag …“, denn dann passiert genau eben das oben erneut. Das erfährt man nur mal unter der Hand, wenn man gut vernetzt ist oder einen ein Redakteur warnen will.

Ebenso machen es die Abmahnanwälte. So will ein gewisser Stadtplandienst nicht, daß die Leute sich darüber allzusehr im Klaren sind, daß es Ärger gibt, wenn sie auch nur eine seiner Stadtplankacheln auf ihre private Party-Einladungs-Website kopieren. Denn das vermasselt den Abmahnern das Geschäft.

Immerhin bekommt in diesem Fall der jeweilige Verlag die Klage, wenn sich im jeweiligen Text auch nur eine angreifbare Sache findet (selbst wenn diese den Angreifer sogar positiver darstellt, als es der Wahrheit entspricht!) und nicht der Autor, doch bei dem knappen Finanzpolster der Verlage ist der Autor dann auch Autor gewesen.

Das Vorbild aller Abmahnanwälte, „F.v.G“ verklagte dagegen stets gleich beide – Autor und Verlag. Doppelte Einnahmen, doppelter Schaden.

Die kostenfreie, eigentlich dafür vorgesehene Gegendarstellung nutzt natürlich keiner – a) schädigt sie niemand finanziell, b) wird der Vorwurf dabei zwar widerrufen, aber das Thema ein zweites Mal erwähnt.

Wer über die Mafia schreibt, weiß, daß er noch Schlimmeres zu erwarten hat als Klagen, und vor Mord kann einen Autor ohnehin kein Verlag schützen.

Die Nummer, den Autor privat zu verklagen, ist aber keinesfalls neu und auch nicht, daß der Verlag sich dann nicht an den Kosten auch nur beteiligt, geschweige diese übernimmt.

Der einzige Unterschied: Über die Mafia und deren mögliche Mitglieder traut man sich, sich öffentlich zu empören, trotz potentieller Lebensgefahr, über Abmahnanwälte und andere Verleger dagegen nicht!

Der Autor dieses Buches hat dies sehr offen erklärt. Leider auch, wie man selbst zum „erfolgreichen“ Abmahnabzocker wird, er himmelt zudem Gravenreuth an und mich bezeichnet er als Loser und Negativvorbild, aber da ich kein Mafioso bin, mühe ich mich jetzt nicht mit einer Klage ab…dafür finde ich es entlarvend, wie sicher sich die Abmahner inzwischen sind, daß die Presse über sie nicht mehr berichtet, weil das teuer kommt…

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