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Wieder mal: Öffis gegen „normale“ Journalisten :-( 11. Oktober 2017

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen.
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Es ist nicht das erste Mal, dass Printjournalisten der Ansicht sind, ihnen gehöre publizistisch das Internet.

So schreibt die Presseabteilung der ARD in einer Replik auf eine Spiegel-Titelgeschiche. Die ich aktuell noch nicht kenne.

In der Replik steht einiges Wahres. Trotzdem geht es wieder mal mehr ums „Draufhauen“. Alleine der Satz da oben…!

Die wenigsten Printjournalisten glauben, ihnen gehöre publizistisch das Internet. Im Gegenteil, die meisten, die noch einen Print-Job haben und nicht wie ich zu online wechseln mußten, weil die ÖRR-Chefs Print-Journalisten als böse Konkurrenz sehen, wollen gar nicht online publizieren! Es wird schlechter bezahlt, es kann bis heute nicht zufriedenstellend finanziert werden – warum steht diese Titelstory denn wohl im gedruckten Spiegel und nicht bei Spiegel online?

Nein, es ist umgekehrt:

Seit Fritz Pleitgen das Internet – wohl gemerkt eben das ganze Internet, auch E-Mail, FTP und Homebanking, nicht nur WWW, nicht nur ÖRR-Webseiten – als die „dritte Programmsäule“ deklariert und allen anderen Internetnutzern den Krieg erklärt hat, herrscht leider eben dieser. Nicht überall, aber einen Waffenstillstand oder Frieden werden die ÖRR genausowenig erklären wie die Verlage.

Oder stört es den Spiegel, dass ARD und ZDF mit ihrem jungen Video-Angebot „funk“ im Internet so erfolgreich sind?

Was den Spiegel stört, kann ich nicht beantworten. Mich stört aber, daß man etwas „Funk“ nennt, was eben dieses Medium gar nicht nutzt! 😦

Arte macht Kurzfilme – Kürzestfilme – wie die Serie „Wer nichts fragt, stirbt dumm“ fürs Web. Käme aber nie auf die Idee, diese deshalb nur im Web anzubieten und nicht auch auf Antenne abzustrahlen. Schließlich sind solche Kurzfilme wunderbar geeignet, Lücken im Sendeablauf für Sender und Zuschauer nutzbringend zu füllen. Also wieso gibt es „funk“ nicht im Funk? Weil den deutschen ÖRRs es wichtiger ist, das Internet in einem Angriffskrieg („Internet-Offensive“) zu erobern, weil sie ihr ursprüngliches Medium als altbacken ansehen? Was soll der Quatsch!?!

Vielleicht ist es ihnen ja auch entgangen, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Verlage längst in einer Vielzahl von Kooperationen erfolgreich und zum beiderseitigen Nutzen zusammenarbeiten.

Das taten sie auch vor der unsäglichen „Internet-Offensive“ des Fritz Pleitgen schon. Dann wurde das alles in Stücke gehauen. Und zwar von den ÖRR aus. Plötzlich waren ÖRR und die restlichen Journalisten zwei Lager 😦

Achja, und liebe ARD: Warum gibt es eure Replik nur kleingedruckt? Warum sperrt ihr die Zoomfunktion des Browsers, sodaß der Text nicht mal die Hälfte des Bildschirms ausfüllen darf? Habt ihr Angst, daß man ihn tatsächlich liest???

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