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Wie schaut eigentlich ein typischer Leser aus, den Online-Magazine gerne haben möchten? 6. November 2017

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen, Wie bitte?.
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Immer wieder wird gefragt, warum die Kommentare in Verlagsforen und (a-)sozialen Medien eigentlich so unmenschlich sind? Das ist ja nicht erst seit Pegida und AfD so, auch wenn die dahinterstehenden Typen oft dieselben sind.

Nun, ein Grund: Die Stänkerer sehen ihr Gegenüber nicht, sie kotzen sich nachts besoffen ja „nur“ an „ihrem“ Computer aus. Daß die Redakteure dann am nächsten Tag deshalb zum Chef zitiert werden, interessiert sie nicht weiter, erstens ist das ja eh‘ die böse „Systempresse“ (auch bei vermeintlich alternativen Medien, die aber höchstens alternative Fakten bringen…) und zweitens kennen sie die Leute ja nicht persönlich, die sie so schikanieren.

Natürlich gilt dasselbe für Foren, die nicht von Verlagen betrieben werden. Bei den Verlagsforen kommt aber noch eins dazu: Das Geldverdienen!

Werbung wird nämlich nach „Auflage“ bezahlt, was bei Online-Medien „Hits“, also Seitenaufrufe heißt.

Und die sind bei einem Flame-War im Forum viel größer als bei einem normalen Artikel. Es ist wie bei einem Verkehrsunfall: Alle finde es schlimm, aber jeder muß glotzen.

Deshalb laufen kritische Politik-Artikel. Die bekommen bei großen Online-Medien zwar vielleicht grad mal 2000 Zugriffe, während ein Technik-Test 20.000 bekommt. Aber – mal abgesehen von „Apple ist aber viel besser als Windows“-Diskussionen – der Politik-Artikel bringt viele für den Verlag finanziell wertvolle Trolle ins Forum! Die sogar ganz offen sagen „ich hab den Artikel gar nicht gelesen, aber dieser Redakteur ist eine faule Sau/dieser Autor eine linke Socke/…“

Bei einem der größten deutschen Online-Portale bringen die Artikel 40% des Umsatzes, die Forenschlachten dagegen 60%. Klar, daß deshalb möglichst wenig moderiert wird, das passiert nur wenn es justiziabel wird. Und auch dann nur, wenn es gegen Dritte und nicht gegen die eigenen Autoren und Mitarbeiter geht – die sind vogelfrei. Auf die darf und soll jeder Leser nach Herzenslust eindreschen. Die können sich ja nicht wehren, wer will schon seinen Arbeit- bzw. Auftraggeber verklagen??? Die dürfen auch selbst (wenn sie Forenzugriff haben) Angriffe auf sich oder ihre Autoren nicht sperren.

Daß das Forum deshalb statt der einst mal erhofften lebendigen Leserdiskussion eine eklige Jauchegrube ist, wegen der inzwischen viele auch die Artikel nicht mehr lesen, spielt keine Rolle, Hauptsache, die Kasse stimmt.

Drei „Kostproben“, die bereits über 10 Jahre so von einem der größten Online-Medien auch inhaltlich getragen und weiterhin publiziert werden, liste ich mal im Folgenden. Was nicht die schlimmsten Sachen sind, die dieser Kommentator verfaßt hat. Von dem der Chefredakteur übrigens felsenfest behauptete, das sei kein Nazi, sondern ein wertvoller Leser mit einem ebrechtigten Anliegen…und solange er das noch ist, werden solche Texte auch nicht gesperrt oder moderiert. Auch, wenn es teils gegen ihn selbst geht.

Zyklon B ins Forum kippen

Wie man Redakteuren Erektionsstörungen verpaßt

Der Denunziant (und Verleumder) als „Bürgerreporter“

Das soll dann aber auch reichen, denn ich will solchen Gestalten nicht auch noch ein Forum bieten. Aber es ist der Grund, warum ich von Onlinejournalismus nicht mehr viel halte. Verrückte Leserbriefschreiber gab es immer schon, auch solche, die die Absetzung von Mitarbeitern fordern, aber kein Printmedium würde so etwas freiwillig abdrucken…Online geht dagegen alles… 😦

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