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Gedanken zu #MeToo 3: Die Lizenz zum Baggern…. 11. Januar 2018

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches.
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Die Diskussion geht weiter. In den USA war es ja schon seit Jahren für Männer weit gefährlicher, sich „danebenzubenehmen“ als bei uns. Es ist aber hoffentlich auch klar, daß es bei #MeToo nicht um dumme Anmachsprüche geht, sondern im Fall Weinstein um das Ausnutzen einer Machtposition. Und selbst wer da meint, der Kunst zuliebe sei das hinzunehmen: Nein. Die komische Lesben-Sex-Szene im Film über Frida Kahlo empfand ich immer schon als störenden Fremdkörper – und nun weiß man ja, daß sie tatsächlich nur auf Forderung von Herrn Weinstein eingebaut wurde.

Der König hatte einst immer das „Recht der ersten Nacht“, von einem demokratisch gewählten Präsidenten wird inzwischen anderes erwartet, wie Herr Clinton erfahren durfte, obwohl es bei dem Vorfall im „Oral Office“ durchaus einvernehmlich zugegangen sein soll. Aber die Zeiten von JFK sind nun mal vorbei.

Wenn nun 20 Jahre alte Sachen aufgewärmt werden, ist das natürlich problematisch. Und es darf auch nicht so enden, daß ein Mann riskiert, Ärger zu bekommen, wenn er abends noch im Büro arbeiten muß, eine Frau hereinstürmt, sich auszieht und dnan laut schreit. Sowas gab es ja nun auch schon.

Was aber wirklich nervt, ist das „sich hoch schlafen“. Zu dem immer zwei gehören und öfters haben die Frauen das durchaus freiwillig gemacht, weil sie so halt Jobs bekommen konnten, die sie sonst nicht gekriegt hätten. Das ist dann ebenso schlecht wie Amigo- und Spezlwirtschaft unter Männern und schadet all denen, die sich wirklich über ihr Können qualifizieren wollen. oder sogar haben, doch dann wird ihnen nachgesagt, es sei eben doch anders gewesen.

Natürlich kann man das nicht kontrollieren und verbieten. Was die Zielrichtung von #MeToo sein sollte, ist ganz klar, daß jemand in höherer Position (ob Mann oder Frau) seine Macht ausnutzt. Das ist zwar für manchen verführerisch, aber es schadet allen. Und das sollte geächtet werden. Nicht dumme Anmachsprüche. Gegen die gibt es andere Mittel, sich zu wehren. So bekam ein Kollege einst von den Damen der Abteilung den „goldenen Bagger“ verliehen, also einen golden besprühten Spielzeugbagger geschenkt. Er war aber auch nur Kollege, nicht Chef, und hat mit seinem Gebagger zwar genervt, aber niemand damit unter Druck gesetzt.

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