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Telepolis: Che Guevara und der rote 68er-Kaffee 25. Januar 2018

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Wie bitte?.
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Ich fand ja schon den „Revolutionskaffee„, der speziell der russischen Oktoberrevolution gedenken sollte, extrem absurd. Doch es geht noch verrückter:

Bild

Telepolis schreibt dazu:

Vor 50 Jahren begann nach der Entstehung der Hippiebewegung im Laufe der 1960er Jahre die von linker Gesellschaftskritik getragene Revolte der jungen Menschen, die Studentenrevolte. Die antiautoritäre, auf Selbstverwirklichung und einen Ausstieg aus dem kapitalistischen System setzende Hippiebewegung mit Pop-Musik („I Can’t get no satisfaction“), Drogen, freier Sexualität, langen Haaren und lässiger Kleidung hatte den Boden in der Zeit des Vietnamkriegs („Make Love, not War“) vorbereitet.

Ah ja. Was haben denn Hippies mit Kaffee zu tun? Also sorry, aber dann müßte Telepolis Gras anbieten und nicht Kaffee. Auch, wenn es das mitunter im „coffeeshop2 gibt.

Und im Song „I can’t get no satisfaction“ von den Stones wird die allgegenwärtige Werbung kritisiert. Wie kann man da jetzt bitte eine Werbung mit betexten?? Wie kann man überhaupt das Thema 68er so kommerzialisieren? Da kann Telepolis froh sein, daß Andreas Baader nicht mehr lebt und die Redaktion abfackelt…

Sie verband sich mit dem Kampf gegen autoritäre Strukturen in den Universitäten und linken oder marxistischen Befreiungsbewegungen in vielen Ländern und führte zu einer zunehmenden Politisierung sowie zu einem „Prinzip Hoffnung“, dass die Zeit weltweit reif sei, mit konkreten Utopien eine gerechtere und freiere Gesellschaft aufbauen zu können. Che Guevara, Fidel Castro oder auch Ho Chi Minh wurden gefeiert.

Che würde sich im Grabe umdrehen, für Werbung herhalten zu müssen. Zigarren würden vielleicht noch eher passen, aber hoffen wir mal, daß das nicht auch noch kommt. Wein wird ja nun auch verkauft, und Olivenöl für die Toskana-Fraktion…damit ist Telepolis nun da, wo andere Verlage schon länger sind.

Der Vietnam-Krieg war der erste Fernsehkrieg, der sich in der Weltöffentlichkeit abspielte, die 68er Proteste wurden daher auch zu den ersten, sich viral weltweit verbreitenden Medienereignissen, die auch für Medien inszeniert wurden.

Also „Fernsehkrieg“ hat das auch noch keiner genannt. Und heute wird das mit „Dschungelcamp“ fortgesetzt oder wie???

Mit dem „68er-Kaffee“ wollen wir einen Blick zurückwerfen, auf Träume, Aufbruchswünsche, Utopien und eine Lust auf Revolte und Befreiung, die sich eher in Form von Nebenwirkungen gesellschaftlich durchgesetzt haben. Heute leben wir in Gedankenwelten der Bewahrung, während gleichzeitig „disruptive“ Veränderungen, wenn auch nur in der Technik und bei Geschäftsmodellen, gefeiert werden. Es wäre, 50 Jahre nach 1968, wieder an der Zeit, gegen die kapitalistische Monotonie konkrete Utopien eines Aufbruchs zu entwickeln. Das Bild wurde bei einer Demo 1968 in Berlin gemacht, auf der Che-Guevara-Plakate mitgetragen wurden (Bild: Stiftung Haus der Geschichte/CC BY-SA 2.0).

Nur das Cover wurde geändert, es handelt sich um dieselbe Bio-Espresso-Mischung. Wer am „Revolutionskaffee“ Geschmack gefunden hat – und das haben viele -, wird sich nicht umstellen müssen.

Also (k)alter Kaffee in neuen Tüten…

1 kg Telepolis Espresso ……. 24,50 €, inkl. MwSt., versandkostenfrei

Sorry, da werde ich schon sauer. Telepolis setzt plötzlich voll darauf, sich ein linkes Image zu geben, das es längst abgelegt hat. Nur die rechten Trolle haben das nicht kapiert.

Mit Nemen, wie Che Guevara, Simon de Bolivar und anderen sind diese Redakteure und Autoren übelst angegangen, haben diese als „rote Socken“ beschimpft.

Dazu paßt nun überhaupt nicht, jetzt auf links und Kapitalismuskritik zwecks Werbung zu machen. Das ist so daneben, daß es kaum zu glauben ist…

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