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„Wir sind hier doch nicht bei Greenpeace!“ 9. April 2018

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Wie bitte?.
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Auch so ein absurder Vorfall aus dem Journalismus:

Wir waren in einem Zweiggebäude des Unternehmens untergebracht. Großraumbüro in einer ehemaligen Farbrikhalle, in die eine Zwischendecke eingezogen worden war. Wir waren in der oberen Hälfte, Flachdach mit Dachpappe, im Sommer 36°C innen um 16 Uhr. Telefonieren kaum möglich,, da die IT-Server mit im Raum standen.

Bei uns war die Geschäftsleitung (natürlich in eigenen Zimmern), im zu Fuß 10 Minuten entfernten Hauptgebäude Verwaltung, Kantine und weitere Redaktionen.

Kantine ist schon mal ein Plus und selten – üblicherweise haben Journalisten an die Currywurstbude zu gehen mittags, so es wenigstens das gibt.

10 Minuten Fußweg sind ja auch gesund.

Und genau das war das Problem: jegliche Form von Gesundheit ist für Mitarbeiter unerwünscht!

Wir wurden von der GF angemault „wir sind hier nicht bei Greenpeace, Sie haben gefälligst mit dem Wagen in die Kantine zu fahren!“

Probleme dabei:

  1. Welcher Wagen denn? Redakteure hatten im Gegensatz zur GF keine Firmenwägen, manche nicht mal ein eigenes Kfz.
  2. Der Weg zur Kantine mit dem eigenen Kfz wäre nicht als Weg zum Arbeitsplatz versichert gewesen.
  3. Das wäre nicht nur für die Umwelt, sondern auch den Wagen schlecht gewesen, solche täglichen Kurzstreckenfahrten. Und im Winter 15 Minuten freikratzen statt 10 Minuten laufen: Saudumme Idee! Oder im Sommer in kochend heiße Wägen ohne Klimaanlage???
  4. Es gab für uns nur an unserem Arbeitsplatz Parkplätze, nicht am Hauptgebäude. Dort nur für Dienstwägen, welche wir ja nicht hatten.

Aber egal, Hauptsache, auf Greenpeace schimpfen können…

Eines Tages war unser GF weg. Er hatte in der Mittagspause das Büro räumen müssen, während wir von der Kantine zurückkamen, damit es keiner mitbekommt.

Nur leider war dies nicht der mit dem dämlichen Greenpeacespruch, sondern sein Gegenpart.

Kommentare

1. Anstand im Umgang mit dem Personal ist im Journalismus nicht angesagt… :-( | Notizen aus der Neidbranche - 16. April 2018

[…] vor wenigen Tagen schrieb ich über den Geschäftsführer, der plötzlich in der Mittagspause verschwunden war – „abgeführt“, durfte nicht mal mehr den Schreibtisch […]

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