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Kritischer Journalismus… 18. Juni 2018

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen.
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Es wird ja oft gefragt, warum es in den Nachrichten soviel Negatives gibt. Soviel, daß man in der DDR ja irgendwann Westfernsehen doch erlaubte, weil man begriff, daß die Bürger gar nicht mehr in den „Goldenen Westen“ ausbüxen wollen, wenn sie nur sehen, wie mies es dort „wirklich“ zugeht…

Aber es ist tatsächlich so: Journalismus soll kritisch sein, soll kritisieren. Deshalb wird über die AfD viel berichtet, während mein Chef bei Telepolis empört darüber war, daß ich eine Veranstaltung der Grünen besuchen wollte – über die schreibt man nicht. Auch schlimm, wie alle, aber nicht schlimm genug.

Ebenso sauer war er, daß ich über arte schrieb und nicht über RTL II. Doch positiv über etwas zu berichten – ob nun ein getestetes technisches Gerät in einem Gadgetblog oder eine gute Dokumentation – setzt einem gleich dem Verdacht der „Hofberichterstattung“ aus, sowohl von Seiten der Leser als auch der Chefredaktion 😦

Nur immer über Sch… zu schreiben und sich den Mist auch noch anschauen zu müssen, ist aber als Redakteur nicht auszuhalten.

Nein, natürlich gibt es selbst bei RTL II nicht nur Sch…, aber über genau die Sachen hätte man ja schreiben und sich den ganzen Mist anschauen sollen…

Dann muß man sich auch noch vorwerfen lassen, so Werbung für Müllsendungen und die AfD zu machen.

Andererseits: Wirkliche Mißstände darf man nicht aufzeigen. Wie das deutsche Abmahnunwesen. Weil das die ganzen krummen Gestalten dazu bringt, gegen den Verlag zu klagen – und das will der natürlich auch wieder nicht. Und gegen einen persönlich, wenn man dann auf Betreiben der Armleuchter und ihrer Trollarmeen rausgeflogen ist. Auch über die AfD wird eher oberflächlich gemeckert.

Und deshalb wird kritischer Journalismus sich weiterhin darauf beschränken, Dinge zu verkünden, die ungefährlich sind. Daß die BILD auf einen Titanic-Redakteur reingefallen ist und die AfD-Störchin auf BILD. Und wirklich fiese Sachen unter den Tisch zu kehren. Von einigen wenigen, die es trotzdem wagen, und dann nur selten gedruckt werden, abgesehen.

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