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Liebe Leserinnen und Leser unserer Zeitschriften und Zeitschriftinnen… 20. März 2019

Posted by DL2MCD in Nervensägen, Wie bitte?.
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Spätestens seit dem danebengegangennen Faschingsscherz von AKW…AKP…PKK…nein, AKK wars…geht es mal wieder schwer ums Gendern. Auch noch Denglisch, ja. Weil es ja so wichtig ist, daß ein Journalist auch eine Journalistin sein könnte. Nun ist es Titelstory in der Journalistin…äh, dem Journalist natürlich!

Könnte! Das ist der Punkt!

Wenn Journalistinnen Alltag sind, dann braucht es nämlich kein Gendern mehr.

Und das Problem mit Frauen, ihren Rechten, ihrer Gleichberechtigung im Beruf und ihrer Bezahlung ist nun wirklich ein ganz anderes als das des Sprachgebrauchs, was auch nur im Deutschen in dieser Form auftaucht. Also die Frage, ob oft genug „-in“, „*“, „Innen“ oder was sonst da noch alles üblich ist, geschrieben wird.

Das sind nämlich nur Stolpersteine, die ebenso wie jene, die dem Gedenken ermordeter Juden dienen sollen, aufrütteln, stören sollen. Soweit ok. Doch sie machen Texte oft schwer bis unlesbar.

Ich erinnere mich mit Grausen an ein Fachbuch über Telefonvermittlungs- und ISDN-Technik einer Frauin, pardon, Dame, das ich Anfang der 90er in die Hand bekam. Diese Personin war offensichtlich auf Mission und hatte wirklich alles verweiblicht. Also die Telefone wohl nicht, aber alle personenbezogenen Betriffe im Buch. Das war so extrem irritierend, daß es zusammen mit dem ohnehin strohtrockenen Fachthema das Buch unlesbar machte. Ich sollte es rezensieren, kam aber überhaupt nicht weiter und warf es schließlich entnervt in die große Rudnablage, was ich mit Büchern nun wirklich nur selten mache. Und nein, es wäre nicht besser gewesen, wenn sie nur die Hälfte verweiblicht oder was mit Sternchen geschrieben hätte. Es ging einfach nicht mehr um ISDN, und auch nicht um Frauen…

In manchen Fachbereichen sind inzwischen ohnehin mehr Frauen als Männer Redakteure. Beispielsweise in der Technik-Fachpresse.

Weil sie besser schreiben?

Weil sie mehr Ahnung haben?

Nein, natürlich nicht:

Weil sie billiger sind, sprich: schlechter bezahlt werden, deshalb! 😦

Absolut keine feministisch positive Errungenschaft also…

Zumal es dann auch noch solche Geschichten geben soll. Auch #MeToo hat hier wohl weit weniger geändert, als man glaubt.

Und diese Dinge sollten geändert werden. Nicht die Sprache. Dann wäre auch klar, daß mit „Journalisten“ nicht mehr nur Männer gemeint sind, ob nun alt und weiß oder jung und ebenfalls unterbezahlt…

Neusprech bringt uns dagegen nicht weiter.

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