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ComputerBILD: Spiele statt Arbeit 7. Mai 2020

Posted by DL2MCD in Grund und Sätzliches, Nervensägen, Pleiten, Pech und Pannen.
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Angesichts meines nun jahrzehntelangen Kampfes um elektronische Kommunikation fiel mir diese Geschichte wieder ein.

Ich bin ja in den 90ern auf E-Mail umgestiegen, weil meine Vorgesetzten bei der Funkschau die Briefpost auf der Suche nach Partyeinladungen gefilzt haben und dabei sich leider auch die Manuskripte meiner Autoren mit unter den Nagel rissen. Und dann frustiert waren, wenn sich die vermeintlichen Pressepartys als Technikseminare herausstellten. Die mir dann natürlich für meine Arbeit fehlten.

Leider war E-Mail keineswegs sicherer. Der Compuserve-Account der Redaktion ohnehin nicht, weil auf den alle gemeinsam Zugriff hatten („für Dich war eine E-Mail aus Amerika da, aber die habe ich leider gelöscht“). Deshalb nutzte ich Hobby-Mailboxen im Fido-Net. Doch dann beschlagnahmte die Münchner Polizei plötzlich alle Mailboxen, womit natürlich auch die Mails weg waren und die Kontakte sauer, daß ihre Mails nun bei der Polizei lagen.

Nach Beschaffung eines eigenen Compuserve-Accounts war eine Weile Ruhe, doch knipste mir schließlich ein frustrierter Mitarbeiter den Account ab, als ich über die Forenschließungen berichtete.

Eine eigene teure Domain sollte endlich Sicherheit schaffen, doch dann kam der westdeutsche Rundfunk und konfiszierte die Domain und damit auf einen Schlag gleich sämtliche E-Mail-Accounts, die ich nun endlich sicher geglaubt hatte.

Und selbst wenn man es geschafft hat, die E-Mails vor etwaigen Widersachern bzw. an diesen vorbei abzurufen, ist sie keineswegs sicher: Mein Archiv wurde mir auch mehrfach vernichtet 😦

Bei Moderne Industrie war es ein Admin. Zuerst hatte ich das Mailarchiv im Netz, doch dort waren leider selbst die „persönlichen Laufwerke“ für jeden zugänglich und wie schon zuvor erlebt waren dann halt regelmäßig die Daten verschwunden, weil mal wieder jemand statt nur seinen eigenen Dateien versehentlich das ganze Laufwerk gelöscht hatte.

Als ich dann wenigstens das Mailarchiv auf der eigenenen Festplatte ablegte, was man wegen fehlender Datensicherung nicht sollte – doch erschein mir das Risiko einer defekten Festplatte geringer als das ewige wilde Gelösche im „sicheren“ Netzlaufwerk – war die Datei nach 3 Tagen auch wieder weg. Eine „Belehrung“ des Admins, weil man ja nichts auf der Festplatte speichern sollte. Schon gar nicht E-Mails. Die gehörten ins Netz, damit sie bloß nicht lange leben.

Bei ComputerBILD war es dagegen ein Kollege. Die Spieleabteilung hatte zwar ohnehin die leistungsfähigsten, neuesten, teuersten Computer mit den größten Festplatten. Spiele sind ja anspruchsvoll und Spielen ist wichtiger als Arbeiten. Und verkauft sich auch besser bei Tests als Fotokameras und Handys. Das war schon bei der Funskchau so gewesen, wo zwar niemals Spiele-Teste erschienen, doch die Kollegen trotzdem den halben Tag daddelten statt zu arbeiten, weil sie lieber eine Spiele-Zeitschrift gemacht hätten als eine über Telekommunikation und Rundfunk. Hatten sie auch – und diese vor lauter Daddelei versenkt.

Das 92. Spiel paßte dann allerdings nicht mehr auf den tollen Spiele-PC. Und weil ich gerade zwei Tage „Urlaub“ hatte, um von München nach Hamburg umzuziehen, überließen die ComputerBILD-Chefs einem der „Spieler“ ohne mich zu fragen meinen PC 😦 – ich war ja noch in der Probezeit und hatte eh‘ nix zu melden.

Was der mit der ollen Möhre überhaupt wollte, die nicht im Geringsten mit seinem eigenen Baller-PC mithalten konnte, verstand ich nicht. Für das Ressort Telekommunikation tat der PC ja, aber natürlich nicht für Computerspiele. Die 200-MB-Festplatte war dem Kollegen jedenfalls viel zu klein und zudem ja bereits voll. Also schmiß er kurzerhand das größte Verzeichnis herunter, um sein verdammtes Spiel zu installieren. Netscape Mail mit 100 MB. Und meine aktuelle Story war gestorben, denn ein spektakuläres Statement des Mobilcom-Pressesprechers war damit auch weg und so blöd, mir dies nochmal zu schicken, war der Pressesprecher dann leider nicht.

Das Spiel lief übrigens trotzdem nicht, der PC hatte auch viel zu wenig RAM und MHz. Aber die Mails blieben weg. Daddeln und virtuelle Menschen abschießen war halt immer schon wichtiger als Kommunikation mit echten Menschen… 😦

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